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Kommentar Ein Jahr Pegida ist genug

Zu viel Zeit, Hass, Gewalt sind ins Land gegangen, bis der Innenminister bemerkt: Pegida-Anhänger sind harte Rechtsextremisten. Die Ressentiments der Galgenbauer rufen nach lautem Einspruch – und nach harten Richtersprüchen.
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10.000 Menschen demonstrieren in Dresden. Quelle: AFP
Pegida

10.000 Menschen demonstrieren in Dresden.

(Foto: AFP)

„Inzwischen ist völlig eindeutig, diejenigen, die das organisieren, sind harte Rechtsextremisten.“ Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU), ein Berufspolitiker mit Wahlkreis in Sachsen, hat genau ein Jahr gebraucht, um zu dieser Einschätzung über Pegida zu gelangen. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) legt nach und nennt den Rechtsextremismus in Deutschland besonders gefährlich und brutal.

Viel Zeit, viel Hass, viel Gewalt und viel, viel Volksverhetzung sind seither ins Land gegangen. Zeit, die die „Rattenfänger“ (de Maiziere) für sich nutzen durften, Teile des Volkes gegen Ausländer, Gläubige fremder Religionen, Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge aufzuwiegeln. Zu viel Zeit.

Maizières neue Einschätzung, die vielleicht gar nicht so neu ist, aber jetzt erst von ihm öffentlich gegen die Pegida-Aufwiegler ins Feld der Öffentlichkeit geführt wird, kommt also sträflich spät. Und um ein Haar wäre sie just zu jenem Zeitpunkt veröffentlicht worden, an dem eine deutsche Kommunalpolitikerin von einem Rechtsradikalen fast ermordet worden wäre.

Welch ein Glück für Henriette Reker, die designierte Oberbürgermeisterin von Köln, dass das Attentat auf sie am vergangenen Wochenende zwar gelang, aber nicht zum Mordanschlag glückte! Und welch ein Glück für das Land und auch für den Innenminister, der ja für die Sicherheit im Lande zuständig ist, dass die rechten Galgenvögel von Dresden und anderswo nicht auch das noch mit ihrer Volksverhetzung schaffen konnten – und durften.

Nun also gingen sie wieder auf die Straße, diese völlig Unberatenen. Wieder hetzten sie mit Diffamierungen und Hetzparolen gegen alle, die nicht ihrer strammdeutschen Facon entsprechen, gegen alle jene Fremden, die an ein Deutschland glauben, in dem eine Kanzlerin ein Flüchtlingskind auf einem Selfie herzt, in denen viele rechtschaffende Menschen, die Verfolgten und Versehrten, die Vertriebenen und Verjagten helfend begrüßen und in dem sich wackere, rechtschaffende Politiker von rechtsextremistischen Spießgesellen an den Galgen wünschen lassen müssen und verunglimpfen lassen müssen.

Natürlich ist es erst einmal sekundär, „was das Ausland denkt“. Primär ist, mit welcher Geistesmentalität auch die Deutschen sich der humanitären Herausforderung der gigantischen Völkerwanderung stellen. Doch auch, wenn es nur sekundär ist, was das überaus aufmerksame Ausland so alles in diesem unserem Land registriert: Egal ist es nicht, dass sie miterleben müssen, wie hasserfüllt, gewalttätig und böse verächtlich sich Tausende von Deutschen gegenüber Fremden verhalten. Denn es sind ja gerade erst einmal 70 Jahre her, dass solch deutsches Treiben, obgleich in einem unglaublich größeren und damit schlimmeren Ausmaß von eben diesem Ausland von Kalifornien bis Sibirien beendet wurde. Wir selber waren dazu ja nicht in der Lage.

Die Schlussstrich-Mentalität war immer falsch
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167 Kommentare zu "Kommentar: Ein Jahr Pegida ist genug"

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  • Danke Peter Krokowski!
    Sie sprechen mir aus der Seele. Die teils hasserfüllten Antworten und Kommentare bestätigen Ihre Aussage umso mehr. Meine Wahrnehmung ist, dass "die da oben" hier für Einige an allem Schuld sind. Am langweiligen Job, an der gescheiterten Ehe, an fehlenden Hobby's oder Freunden... Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Pegida hat von Anfang an den Dialog verweigert - und sich in dieser Rolle sehr wohl gefühlt - und jammert seit einem Jahr rum, dass alles falsch dargestellt wird. Die Ursachen liegen bei Pegida selbst. Hier wieder die anderen für alles verantwortlich zu machen ist typisch für diese Bewegung und deren Anhänger. Und ja, es gibt politische Missstände. Die müssen benannt werden. Niemand leugnet das. Auch wir Gutmenschen nicht. Wie heißt es so schön... Der Ton macht die Musik. Das ist der Unterschied zwischen Kritik und Hetze!

  • Liebe Leser. Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter [email protected] entgegen. Beste Grüße aus der Redaktion.

  • Lesen Sie Michele Houellebecq "Die Unterwerfung". Dieser literarisch hochwertige visionäre Roman des französischen Schriftstellers ist Anfang diesesJahres erschienen und gibt Antwort auf Ihre Fragen.

  • Das Problem ist doch:

    der reine Kapitalismus führt zur verelendung der Massen. Kapital wird akkumuliert/Konzentriert.

    Der ZInseszinseffekt tut sein übriges. Nur derjenige der kein Zinsklave ist - der ist FREI!!

  • Herr Scheidges sorgt sich um das Image der Deutsc hen. Lieber Leser, liebe Leserin. Schauen Sie mal in die Leserkommentare der Washington Post zu diesem Thema. Sie werden feststellen, dass manche WP-Kommentatoren, die gleichen Probleme haben wie Hr. Scheidges. Kaum einer glaubt, das was die Journalisten als Wahrheit verkaufen wollen. - Es lebe die Meinungs- und Pressefreiheit.

  • @Herr Kober

    Diese Entwicklung fängt doch schon an. Merkel als Frau wird künftig nicht mehr dem Staat vorstehen können, das Grundgesetz wird wohl der Scharia weichen müssen. Ds ist dann zwar "verfassungswidrig" aber Fakt.

    Zitat:
    "Während mehr als die Hälfte der in Dänemark lebenden Muslime die Meinung vertreten, dass sich das dänische Recht auf die Verfassung stützen soll, sind etwa vier von zehn Muslimen in diesem Land dafür, dass sich die Gesetzgebung mehr oder weniger auf den Koran zu stützen hat."
    Quelle:
    http://de.sputniknews.com/panorama/20151019/305045620.html

  • "Dies Verlogene und UNDEMOKRATISCHE REGIERUNG in Berlin wagt sich noch die Schnauze gegen Russkland aufzumachen, denen wir unsere Wiedervereinigung zu verdanken haben...nicht den US-VERBRECHERN !!"

    Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt das die Russen die Ursache der Spaltung waren. Sie waren es welche die Ostzone besetzt hielten und der UDSSR anschlossen um das Land auszubluten.

  • Stellen Sie doch einfach ein paar Syrer ein Mylord, dann brauchen Sie keine Zäune zu bauen...und Ihre verehrte Frau Merkel können Sie dann als Gartenzwerg bei sich in Ihrer Villa in Monaco aufstellen...

  • Weil es der einfachste Weg ist!

    Die Geister die ich rief - niederschreien

  • Die Ursachen bekämpfen ! - Syrienkrieg stoppen, Für Frieden einsetzen
    Die Symptome bekämpfen ! - kontrollierte Zuwanderung

    Vietnam Friedensbewegung hat doch Dynamik gezeigt

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