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Kommentar Gegen die Pandemie sollten alle Mittel genutzt werden – auch ein Immunitätsausweis

Trotz aller berechtigten Einwände: Wir sollten uns einen Immunitätsausweis nicht unüberlegt aus der Hand schlagen lassen. Manche Befürchtungen sind abwegig.
14.05.2020 - 17:38 Uhr 4 Kommentare
Jens Spahn unternimmt nach heftigen Protesten einen neuen Anlauf für den Immunitätsausweis. Quelle: AFP
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Jens Spahn unternimmt nach heftigen Protesten einen neuen Anlauf für den Immunitätsausweis.

(Foto: AFP)

Der Bundestag hat am Donnerstag das zweite Pandemiegesetz beschlossen. Leider fehlt darin der wichtige Passus zum Immunitätsausweis. Der wäre einem Impfpass ähnlich gewesen und könnte ein sinnvolles Instrument sein, allmählich wieder zu einer wie immer gearteten Normalität zurückzukehren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn strich die Passage nach heftigen Protesten aus dem Gesetz wieder. Jetzt hat sich der CDU-Mann eines Besseren besonnen und noch mal wenigstens einen verbalen Anlauf dafür unternommen.

Er argumentiert vor der Feriensaison damit, dass andere Staaten bereits planen, die Einreise künftig von einem derartigen Immunitätsnachweis abhängig zu machen. Entgangene Urlaubsfreuden in diesen Ländern sollten aber als Grund für so eine weitreichende Maßnahme nicht ausreichen. Muss es auch nicht.

Es gibt sicher Gründe gegen, aber vor allem für die Einführung eines Immunitätsausweises. Intelligent gemacht, wäre er sehr nützlich. Unter Beachtung höchster Datenschutzstandards würde ein Instrument geschaffen, das uns leichter durch die Pandemie führt.

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    Personen mit erworbener Immunität könnten an bestimmten Orten anderen Regeln folgen als Menschen, die noch nicht infiziert waren. Das gilt vor allem für den Klinik- und Pflegebereich. Da wäre es sehr gut zu wissen, wer medizinisch abgesichert schon eine Immunität hat.

    Keine Zweiklassengesellschaft

    Auch wenn es hart ist, unter Infektionsschutzgesichtspunkten brauchen wir einen Instrumentenkasten, in dem der Ausweis nur ein Instrument neben anderen etwa der Tracing App sein kann. Die Kanzlerin wurde diese Woche von der Opposition bereits spöttisch gefragt, ob denn die App noch vor einem Impfstoff kommen würde. Die Verzögerungen bei der App empfehlen doch, ein Werkzeug wie einen Ausweis nicht einfach aus der Hand zu geben.

    Vorbereitet sollten wir sein. Alles andere muss man sich leisten können. Klar ist: Es darf dadurch keine Zweiklassengesellschaft entstehen. Manche Argumente der Gegner des Immunitätsausweises scheinen aber an den Haaren herbeigezogen. Dass sich Massen von Menschen freiwillig mit einer Krankheit anstecken, um einen Ausweis zu bekommen, ist abwegig.

    Auch das Argument, dass Arbeitgeber einen Immunitätsausweis verlangen, bevor sie Jobs vergeben, gehört eher zu theoretischen Diskussionen. Im Beruf geht es um Qualifikation und Engagement. Zudem ist es arbeitsrechtlich gar nicht erlaubt, solche Fragen zu stellen.

    Der Ethikrat wird all diese durchaus umstrittenen Argumente sicher in seiner Stellungnahme berücksichtigen. Dann wird etwas Dampf aus der ganzen Debatte um den Immunitätsausweis gelassen.

    Mehr: Spahn stoppt Pläne für Immunitätsausweis nach Protesten

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    4 Kommentare zu "Kommentar: Gegen die Pandemie sollten alle Mittel genutzt werden – auch ein Immunitätsausweis"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Seit einiger Zeit muss ich zur Kenntnis nehmen, wie ein ehemaliges Wirtschaftsmagazin, namens Handelsblatt,
      Werbung macht für eine Politikerclique, die sich nicht scheut eine komplette Vorlkswirtschaft zu zerstören.
      Ob aus Absicht oder Unvermögen ist fast schon egal.
      Und das Handelsblatt hat keine Einwände.

    • Zutiefst enttäuscht muss auch ich erkennen, dass man das Handelsblatt nicht mehr lesen kann.
      Die SPD hat sehr gut dargelegt, warum so ein Ausweis eine tiefe Spaltung in der Bevölkerung auslösen würde. Ich bin kein SPD Wähler nein und auch kein AfD Wähler, ich bin nicht rechts oder Antisemit, nein und ich bin kein Impfgegner und nein ich denke nicht, dass das Virus von Aliens kam....
      Ich werde als brave Bürgerin, die sich an alle Vorgaben gehalten hat und nicht infiziert ist, bestraft. Ich bin dann eine nicht Immune, eine die nicht sicher ist. Ich darf dann weiter nicht wieder vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft werden. Und meine Grundrechte werden weiter beschränkt. Was glaubt Herr spahn eigentlich, was dann unter den Menschen los sein wird, wenn die Stigmatisierung dann offiziell erlaubt ist? Es wird doch jetzt schon denunziert was das Zeug hält...der hatte keine Maske auf, das geht ja nicht, darum hab ich den sofort gemeldet. Mir wird übel, wenn ich nur darüber nachdenke. Bekomme ich dann als nicht Immune ein Zeichen, das jeder, der mir begegnet auch sofort weiß, dass ich nicht sicher bin? Oder muss ich dann immer meinen Immunitätsausweis dabei haben? Und bekomme dann im Restaurant einen Tisch, der 2m von den anderen entfernt ist? Oder darf ich dann nicht ins Restaurant?
      Dies wird sehr große Unruhen innerhalb der Bevölkerung auslösen. Und natürlich wird man versuchen, sich zu infizieren. Aber na, ja...Herr Spahn hat sich ja vor einigen Wochen mit Herrn Gates getroffen. Daher ist der Weg klar. Immunitätsausweis, und später dann Immunitätsnachweis als Chip. Diese Technologie möchte Herr Gates verkaufen. Und nein, das ist keine Verschwörungstheorie, dies kann man überprüfen, wenn man sich über Allianz ID2020 informiert. Ich denke, die Demos werden lauter, und nach jeder weiteren Meldung wie dieser hier, auch immer aggressiver. Ich hoffe sehr, dass wir Deutschen dies nicht noch mal zulassen,dass Gruppen stigmatisiert werden und diese ein Zeichen tragen müssen

    • Woher wissen das HB und der Kommentator, dass manche Argumente der Gegner des Immunitätsausweises an den Haaren herbeigezogen sind? Hellseher? Oder wird pure Vermutung als Wissen ausgegeben? Welche Argumente der Gegner sind nicht an den Haaren herbeigezogen und stichhaltig? Das bleibt das HB schuldig und im geheimen.
      Mit welchen Fakten kann das HB nachweisen, dass eine freiwillige Ansteckung, vor dem Hintergrund dass von den Pharmaunternehmen auf einmal die Aussage kommt das es mindesten noch zwei Jahre bis zu einem Impfstoffen dauern wird, es nicht doch höchst wahrscheinlich ist, dass eine freiwillige Ansteckung in großen Teilen der Bevölkerung nicht doch erfolgt um seine persönliche und berufliche Freiheit wieder zu erlangen?
      Die Schleimspur zur Regierung ist unübersehbar. Kritischer Journalismus? Fehlanzeige. Eine Presse die nur die Regierungsmeinung unreflektiert verbreitet ist überflüssig. Ausrufer gibt es schon zu viele.

      Ansonsten kann man den Kommentar von: Herr Philipp Richter15.05.2020, 08:49 Uhr, nur voll und ganz unterstützen.

    • Schade, dass jetzt selbst bis hierhin seriöse Zeitungen solch unreflektierte Kommentare schreiben! Fast durchgängig kommen die Medien Ihrer konktrollierenden Aufgabe nicht mehr nach! Wirklich schade, dass sich jetzt selbst das Handelsblatt entbehrlich macht.
      Bitte schnell wieder auf seröse und umfängliche Berichterstattung umstellen: Korrekte Werte/Zahlen im richtigen Kontext und die Realität nicht mehr einseitig darstellen. Vielen Dank!

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