Angela Merkel

Ins Mark getroffen.

(Foto: dpa)

Kommentar Merkels Macht ist weg – das politische Ende der Kanzlerin rückt näher

Bislang ist die Nachfolgedebatte um die Kanzlerin noch ein Tabu. Man sieht aber an dem neuen Unions-Fraktionschef Brinkhaus, was mit Mut alles zu erreichen ist.
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Die Kanzlerin, die einst als Stabilitätsanker in der ganzen Welt galt, taumelt. Die eigene Unions-Fraktion hat ihrer Parteivorsitzenden das Vertrauen entzogen und damit auch den Rückhalt, der ihre längst dahinsiechende Macht noch zusammenhielt. Offiziell traf das Misstrauensvotum der Abgeordneten Unions-Fraktionschef Volker Kauder. Doch seine Abwahl gegen ihren ausdrücklichen Willen trifft Merkels Macht ins Mark.

Dabei konnte jeder zusehen, wie es in den vergangenen Wochen und Monaten immer einsamer um die einst mächtigste Frau der Welt wurde. Vor der parlamentarischen Sommerpause zerlegten sich CDU und CSU im Streit über ihre Flüchtlingspolitik, bei dem die Fraktionsgemeinschaft beinahe zerbrochen wäre. Dann kam Chemnitz und die Causa Maaßen, da wollte die SPD schon aus der Koalition aussteigen. Und jetzt die Abwahl Kauders.

Einigen Beobachtern ist sauer aufgestoßen, dass Merkel an diesem Tag ihrer größten Niederlage von einer Stunde der Demokratie gesprochen hat. Dabei hat Merkel viel dafür getan, dass ihre eigene Partei in den vergangenen Jahren fast nur noch als Kanzlerwahlverein wahrgenommen wurde. Das Unfassbare ist damit eingetreten.

Nicht einmal mehr drei Wochen vor der Bayern-Wahl und fünf Wochen vor der Hessen-Wahl probt die eigene Fraktion den Aufstand gegen die CDU-Vorsitzende. Das ist wirkliche Disruption in der Union, wie man sie lange schon nicht mehr gesehen hat.

Das politische Ende von Merkel rückt damit näher. Die Unterstützer der Kanzlerin hoffen noch darauf, dass sie bis zur Europa-Wahl im kommenden Jahr durchhält. Da werden die großen Themen wie der Brexit bemüht, bei der Merkel für Ordnung sorgen soll.

Das scheinen derweil aber nur noch Durchhalteparolen zu sein. Bis zum Dienstag glaubte auch niemand, dass sich Ralph Brinkhaus gegen das gesamte Establishment von Merkel, Horst Seehofer bis Alexander Dobrindt durchsetzen könnte. Es ist nicht auszuschließen, dass mit der Europa-Wahl auch ein neuer deutscher Bundestag gewählt wird.

Bislang kommt ein Rücktritt für Merkel nicht in Frage. In den eigenen Reihen hat sich auch noch niemand formiert, um eine Ablösung zu forcieren. Es gibt die ehrgeizigen Minister Jens Spahn und Ursula von der Leyen. Dann kommen die Saarländer Peter Altmaier und Annegret Kramp-Karrenbauer in Frage.

Nicht zu vergessen die einflussreichen Ministerpräsidenten Armin Laschet und Daniel Günther. Doch noch hat sich keiner aus der Deckung gewagt. Man sieht aber an dem neuen Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus, was mit Mut alles zu erreichen ist.

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7 Kommentare zu "Kommentar: Merkels Macht ist weg – das politische Ende der Kanzlerin rückt näher "

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  • Wenn man in diesem Moment noch den langanhaltenden „medialen Personenkult“ um „Mutti“ zum Abzug bringt ... bleibt wenig für die Geschichtsschreibung übrig. Die Sanduhr „läuft“ bereits ... für einen „geordneten Rückzug“ bleibt nicht mehr viel Zeit. Zwischen Nachruf und Desaster passt oft noch nicht mal ein kleines Blatt Papier ...

  • Herr Wong
    volle Zustimmung!!!!

  • Meine Meinung: Sie und das zum großen Teil müde Volk wird das durchziehen bis zum Ende. Die größte Herausforderung (über die man nicht gerne spricht oder schreibt) muss angepackt werden. So lange wird keine Ruhe (die Frau Merkel so gerne vertritt) eintreten, weil der Großteil der Bevölkerung im ganzen Deutschland keine wachsende Islamierung unterstützt. Die neueste Entwicklung im schönen Schweden zeigt das doch auch an.
    Die Ostdeutschen getrauen sich wenigstens noch was. Und das hat aus meiner Sicht zum größten Teil nichts mit Fremdenhass oder Ähnlichem zu tun. Wir wollen ganz einfach unsere Kultur möglichst erhalten. Wer bei uns leben möchte, muss sich ganz einfach obligatorisch anpassen.
    Wer das "Problem" tatkräftig und mit Ergebnissen anpackt, wird seine Ruhe haben. Dann kann wieder bei der CDU/CSU, der SPD, den Grünen und der FDP zur Tagesordnung übergegangen werden - und man kann in ganzer Ruhe die Alltagsthemen aufblasen.

  • Merkel hat Europa, Deutschland, Freundeskreise und Familien gespalten und nun die eigene Fraktion. Sie ist das größte Unheil Europas seit dem "Österreicher" und spaltet sich hoffentlich bald selber.

  • Es ist wie bei der Titanic. Volle Beleuchtung und die Kapelle spielt der Kapitän glaubt nicht an einen Untergang, aber das Schiff ist breits am sinken.
    Genau so wie bei Fr. Merkel.. Die Ära Merkel geht unwiderruflich und schneller als Gedacht ihrem Ende zu. Wollen wir hoffen dass das Ende schnell komt und dadurch die Spaltung der Gesellschaft überwunden wird. Herr Brinkhaus will auf die Wähler der AfD zugehen, das heißt, er muß auch die Themen der koservativen AfD aufgreifen, wobei Koalitionen Mitte/Rechts auch langfristig mit der AfD nicht auszuschließen wären.
    Wobei ich es mit Gerhard Schröder halte der sagte es gibt keine Linke/Rechte Politik es gibt nur Gute oder Schlechte Politik. Hoffen wir dass die gute Politik bald wieder Einzug hält.

  • Es wird m.E. kein kurzfristiges Ende der Kanzlerschaft von Frau Merkel geben. Was ist passiert? Ein Langweiler wie Herr Kauder ist nicht mehr Fraktionschef der Union und ein in meinen Augen normaler Vorgang wird zu "Putsch" und Ähnlichem hochstilisiert.
    Wer in der CDU soll auf Frau Merkel folgen? Herr Spahn? Oder gar eine Verteidigungsministerin, die es seit Jahren nicht schafft ihren "Laden" in den Griff zu bekommen?
    Ich kann mir gut vorstellen, dass Frau Merkel uns noch einige Zeit erhalten bleibt. Sitzfleisch hat sie.
    Zu Herrn Muscat: Deutschland ist nicht gespalten - es gibt ca. 18% der Wahlberechtigten, die sich die Wahl einer Partei vorstellen können, die eindeutig rechtsradikal und rassistisch ist. Da bleiben dann noch 82% übrig. Ich arbeite daran, dass das so bleibt.

  • Mag sein, dass sie bald weg ist. Der Trümmerhaufen der Zuwanderung, die Spaltung Europas und Deutschlands bleibt. Hoffentlich wird sie dafür zur Rechenschaft gezogen.

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