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Kommentar Wem Herr Gauweiler künftig fehlt

Peter Gauweiler hört auf – als Abgeordneter im Bundestag ebenso wie als CSU-Parteivize. Mit seinem Rücktritt von seinen Ämtern überlässt Gauweiler den Deutschtümlern der AfD das Feld.
11 Kommentare
Oliver Stock

Oliver Stock, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts

Peter Gauweiler gibt seine Parteiämter auf, weil er Peter Gauweiler bleiben will. Der standhafte, der Unerschütterliche, der Schwimmer gegen den Strom – so jedenfalls lautet die Interpretation, die er sich wünscht. Die andere könnte lauten: Peter Gauweiler gibt auf wegen nachhaltiger politischer Erfolglosigkeit. Es ist ihm eben niemals gelungen, aus seiner konservativen, rechts-intellektuellen Einstellung politisches Kapital für die CSU zu schlagen. Welche Deutung stimmt?

Richtig ist: Gauweilers politischer Stern sinkt. Welche Zukunft es für ihn nach dem Parteitag der CSU im kommenden November gegeben hätte, ist am bayerischen Firmament nicht klar auszumachen. Die Strategie von Parteichef Horst Seehofer, durch einen Würdenträger Gauweiler nennenswert viele Stimmen von Euro-Kritikern für die CSU einzufangen, ist nicht aufgegangen.

Der Abgeordnete Gauweiler, der im Parlament häufiger durch Abwesenheit glänzte, weil der Anwalt Gauweiler ihn in Beschlag nahm – zählt seither nicht mehr zu den Aktivposten des machtbewussten Ministerpräsidenten. Sein „Nein“ zu den jüngsten Griechenland-Verhandlungen wollte Seehofer daher nicht auf sich sitzen lassen. Gauweilers Karriere war besiegelt.

Richtig ist aber auch: Gauweiler hat aus seinem Herzen nie eine Mördergrube gemacht.  Als konservativer Politiker und beschlagener Jurist kämpfte er auf der politischen Bühne genauso wie vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe für seine Meinung. Dass er dabei überwiegend den Kürzeren zog, schmälerte seine Macht, aber nicht sein Ansehen.

Sein Rücktritt ist nun der nächste Schritt in diese Richtung: Der Mann steht zu dem, was er denkt, und davon gibt es nicht allzu viele Politiker. Das rechnen wir ihm an. Als Querkopf von rechts sollte er weiter seine Stimme erheben. Es wäre schade, dieses Feld denen zu überlassen, die wie die AfD ständig Gefahr laufen, in nationale Deutschtümelei abzurutschen.

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11 Kommentare zu "Kommentar: Wem Herr Gauweiler künftig fehlt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • fauxpas, der einem Chefredakteur nicht passieren sollte. Das Wort "Deutschtümelei" wird nur allzu gern in antideutschen Kreisen verwendet

  • Unerfreulicher Herr Stock.
    Wenn Ausländer hier in Deutschland ihre Parallelgesellschaften bilden, ist das angeblich Wahrung ihrer kulturellen Identität. Wenn Deutsche ihre Identität im eigenen Land wahren wollen, diffamieren Leute Ihrer Couleur das regelmäßig als "Deutschtümelei". Sehr unseriös.

  • Deutschtümler sind national denkende Gutmenschen, ist doch logisch

  • @Frank Krüger: Sie bezeichnen integre und anständige AfD-Mitglieder als Mischpoke. Diffamierer wie Sie haben zwischen 1933 und 1945 beachtliche Karrieren hingelegt. Auch in der DDR hätten sich Ihnen mit Ihrem "Talent" viele Chancen geboten. Schon blöd, wenn man in der falschen Zeit lebt. Aber bei der Antifa könnten Sie's noch probieren. Da gibt's noch viele Ihresgleichen!

  • Gauweiler hat sich über die Jahrzehnte im Politikzirkus als übler Hetzer und Polemiker gegenüber Mehrheitsbeschlüssen herausgestellt. Nur diese genuinen CSU-Qualitäten brachten Gauweiler Aufmerksamkeit und haben ihm beständig das Ohr der Presse gesichert.
    Der ist bei der AFD gut aufgehoben, dort trifft sich neuerdings die reaktionäre Mischpoke, der außer ihrer fantasiegesteuerten Besserwisserei und beständigen Schielen nach rechtsaußen nicht wirklich konkretes zum Wohlergehen des Volkes einfällt.

  • - Die Strategie von Parteichef Horst Seehofer, durch einen Würdenträger Gauweiler nennenswert viele Stimmen von Euro-Kritikern für die CSU einzufangen, ist nicht aufgegangen. -

    Das ist richtig, war aber doch von vornherein klar, da die Wähler inzwischen nicht mehr so einfältig sind, wie viele Politiker und Medienleute heute offensichtlich noch meinen, dass man mit Ankündigungen und mit gewissen Personen, die für bestimmte Ziele stehen, Wählerstimmen generieren kann.

    Entscheidend ist, ob die Idee innerhalb der jeweiligen Partei auch durchsetzbar und durchgesetzt wird.
    Was nützen da ein Bosbach innerhalb der CDU oder Gauweiler in der CSU und die wenigen anderen?
    Die sollen doch nur den "Köder" machen. In ihrer Partei werden sie gnadenlos heruntergebügelt - bei einem konnte man die Fresse nicht mehr sehen - dass man sich ohnehin fragt, sind das Masochisten?

  • " nationale Deutschtümelei abzurutschen" Woh, das hat gesessen. Ich bin richtig erschüttert. Man kommt sich sofort so armselig, ja, richtig mickrig vor.
    Was ist überhaupt "Deutschtümerlei. Egal
    Da bin aber gespannt was Stock zur Madame Le Pen und Sarko schreiben wird. Einer von den beiden wird wohl der nächste Präsident.
    Zu dem Herrn Gauweiler sei gesagt. Ehre wem Ehre gebührt. Der Mann ist mittlerweile 65 Jahre geworden und ist nie der Musi hinter hergelaufen. Es gab ihn auch schon vor dem verdammten Euro und die ehrenwerten Griechen.

  • Werter Herr Stock,
    AfD "Deutschtümler", sehr treffende Bezeichnung; echtes Qualitätmedium
    Einwenden möchte ich allerdings, dass Nobelpreisträger und viele anerkannte Volkswirtschaftler darauf hin weisen, dass die EU-Staaten mit dem Euro ihre Wirtschaft nicht zu Wachstum sprich zu Wohlstand bringen können; eben dieses sagt auch die AfD und empfiehlt deshalb den Griechen die Rückkehr zur Drachme, mit der sie gut leben konnten - glatte Deutschtümelei. Zudem weist die AfD auf unqualifizierte Einwanderung, die beispielweise auch von Helmut Schmidt bemängelt wird (Quellenangabe bei Bedarf), des weiteren auf ein familienfeindliches Steuerrecht und viele andere Fehlentwicklungen in diesem unserem Lande hin. All dieses ist ganz klar "Deutschtümelei". Sie haben da den vollen Durchblick. Toller Chefredakteur. Gratuliere, eben Qualitätsmedium. Danke

  • Leute und Personen mit Charisma & Visionen hat die Politik ohnehin nicht mehr zu bieten.
    Deutschland wird politisch von drittklassigen Bettvorlegern regiert und im Genderwahn bewusst verunstaltet, es fehlen vorgelebte Werte und Ziele, welche in Bayern zumindest noch ansatzweise vorgelebt werden.
    Für mich aus NRW wird Herr Gauweiler beim Wechsel endlich wählbar, dass finde ich wunderbar.
    [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Mir fehlt er nicht, völlig überbewerteter "Fremdarbeiter".

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