Kommentar zum Energie-Kompromiss Es wird teuer

Energieminister Gabriel wollte den Strommarkt neu regeln . Doch der große Wurf ist ihm missglückt. Die Koalition einigte sich nun auf ein notdürftiges Flickwerk. Eines, das den Verbraucher sehr viel Geld kostet.
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Für die Verbraucher und Steuerzahler könnte die Energiewende teuer werden. Quelle: dpa
Strompreis

Für die Verbraucher und Steuerzahler könnte die Energiewende teuer werden.

(Foto: dpa)

Wochenlang hat sich die Koalition über die Klimaabgabe gestritten, Energieversorger und Gewerkschaften zerpflückten den Plan von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und seinem grünen Staatssekretär Rainer Baake für eine Abgabe auf alte Kohlekraftwerke.

Nun haben Unternehmen und Gewerkschaften gewonnen, seit dieser Nacht ist die Kohleabgabe endgültig vom Tisch. Natürlich werden auch die nun beschlossenen Stilllegungen von Kraftwerken Geld und Arbeitsplätze kosten. Aber doch weit weniger als durch die geplante Kohleabgabe befürchtet. Der Verlierer ist der Stromverbraucher, er muss die Zeche zahlen.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.

Und die Rechnung ist lang, sie wird am Ende Milliarden kosten. Für die Kraft-Wärme-Kopplung will die Bundesregierung 750 Millionen Euro mehr Geld ausgeben – pro Jahr. Kostenträger: Der Verbraucher über eine höhere Umlage auf den Strompreis. Braunkohlekraftwerke mit einer Leistung von 2,7 Gigawatt sollen erst in eine Kraftwerksreserve überführt und dann ganz stillgelegt werden.

Entschädigt werden die Betreiber vom Stromverbraucher. Damit der Stromsektor überhaupt auf die von Gabriel ausgerufenen 22 Millionen Tonnen CO2-Einsparung kommt, soll noch mehr Geld für mehr Effizienz bei Gebäuden und in der Industrie ausgegeben werden. Von wem die Mittel kommen? Vom Steuerzahler. Und die Liste geht noch weiter.

Die größten und am wenigsten berechenbaren Kosten aber haben die deutschen Stromverbraucher Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zu verdanken. Er hatte sich gegen die große neue Trasse Suedlink, die vor allem erneuerbaren Strom vom Norden in den Süden Deutschlands bringen soll, vehement gesträubt.

Zur Beschwichtigung macht ihm die Große Koalition jetzt ein milliardenteures Geschenk auf Kosten der Stromverbraucher: „Erdkabel werden bei neuen Gleichstromtrassen in der Bundesfachplanung Vorrang erhalten“ – so haben es die Koalitionspartner beschlossen.

Dieser Satz hat eine riesige Wucht. Denn er bedeutet nichts weniger, als das Hunderte Kilometer neue Stromleitungen vom Norden in den Süden Deutschlands im Normalfall unter der Erde statt wie bisher als Freileitung verlegt werden.

Dabei ist die Technik kaum erprobt und niemand kann mit Sicherheit sagen, wieviel teurer sie gegenüber Leitungen über der Erde sind – sicher ist nur, dass sie teurer sind. Manch ein Netzbetreiber schätzt die Mehrkosten auf das achtfache.

Der Ansatz vom Bundeswirtschaftsministerium, der Energieversorgung einen stabilen und vor allem dauerhaften Rahmen zu geben, war richtig. Doch die ersten wichtigen Nägel, die eingeschlagen wurden, sind bereits krumm. 

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  • Warum können und wollen deutsche Politiker uns nur ausnehmen, vernichten??? Sind Politiker nicht da um für den Bürger zu sorgen? Reicht es nicht, wenn Sie Ihren Amtseid nicht erfüllen wollen?

  • Hallo Herr Feiden,
    Ich bin zufrieden mit meinen PVA auf dem Walmdach, sie erfüllen Ihren Zweck.
    Es hat sich noch keiner beschwert das ich wie Sie es formulieren
    "sich so eine Anlage auf das Dach schrauben". Ich finde den visuellen Anblick
    schön.
    Sicher ich bin auch nicht einverstanden, wie von Frau Merkel (Alleinentscheidung!)
    die Energiewende beschlossen wurde. Jedoch wenn man der Menschheit keine Ziele setzt, wird sich nichts ändern. Ich bin mir sicher in 30 Jahren, sind wir weitesgehend von der fossilen Energiebeschaffung unabhängig, natürlich unter der Voraussetzung, das wir bereit sind , das die stärkeren in der Entstehensphase bereit sind solche Produkte zu kaufen, sodass in den Folgejahren diese Produkte auch für finanziell schwächere Personen erwägenswert sind. Ich bin ausserdem der Meinung in einer freien Marktwirtschaft kann jeder sein Bedürfnisse
    so günstig befriedigen wie es das www hergibt. Ob nun Strom über ein Verkaufsportal zu kaufen, um statt 0,30 EUR kw/H beim lokalen Versorger, nur 0,23 EUR bei einem Online-Anbieter zu zahlen, oder z.B. seine Bedarfsprodukte im Internet zu kaufen, als im lokalen Handel, das bleibt jedem selbst
    überlassen. Durch diese Ersparnisse kann ich mir einen gehobenen Mittelklassewagen leisten, dessen Kaufpreis gegenüber einem Vertragshändler vor Ort mir eine Ersparnis von über 5000 EUR erbracht hat.
    Auch die Entscheidung von Herrn Gabriel hat mir heute an der Börse einen Ertrag von 200 EUR erbracht.
    Viele kleine Ersparnisse bringen über das Jahr gerechnet einen beachtlichen Betrag zusammen.
    Für die Zukunft plane ich mein Haus auch im Winter kostenfrei zu beheizen. Es ist erstaunlich was heute schon funktionell zu kaufen gibt. Ich hoffe das es mir die Öllobby nicht verübeln wird wenn ich in einigen Jahren kein Heizöl mehr brauche.

  • Deutschlands Energiepolitik steckt in der Sackgasse - inmitten eines Dschungels aus Lügen und Vorurteilen und Ängsten und Illusion. Der größte Unfug von allen: Die CO2-Klimaangst, die auch in den jüngsten Beschlüssen wieder angepeitscht und auch ausgenutzt wird.

    Die Regierung Merkel/Gabriel flüchtet sich ins Flickwerk. Notwendig wäre aber ein Neuanfang. Leider ist der aber nicht in Sicht. Denn die jetzt herrschenden Politiker sind die, die die katastrophalen Mißstände mit verursacht haben. Und die drücken sich jetzt vor dem Eingeständnis.

    Dana Heide hat recht. Hier ergänzen wir ihre im Artikel ausgedrückte Position:
    www.ke-research.de/downloads/Konzeptnebel.pdf

  • Hallo Herr Rosam,
    um Gottes Willen, wenn Sie sich so eine Anlage auf das Dach schrauben dann ist das Ihre Entscheidung, das will ich nicht kritisieren.
    Nur Ihre Aussage:
    "Die Industrie wird doch auch von der EEG-Umlage befreit, warum soll ich sie bezahlen, wenn ich Selbstversorger bin ?"
    ist zu hinterfragen, denn im Gegensatz zur Industrie hat der Bürger hier im Lande (also auch Sie) KEINE Lobby.

    Im Jahre 2014 wurden über 23 MRD Euro an EEG-Umlagen umgelegt: Da die Belastungen tendenziell fest sind, wird sich die Belastung die nächsten 20 Jahre nicht groß abbauen, sondern bei weiterem Zubau sogar noch aufbauen. Wer soll das dann am Ende bezahlen, wenn immer mehr Bürger sich aus der "Solidarveranstaltung Energiewende" verabschieden und die Unverschämtheit besitzen (:-)) ihren Strom selbst zu produzieren (und dann die Zwangsabgaben nicht berappen).
    Irgendwann wird es so sein, dass Sie Ihren Strom zwar selbst produzieren, Steuern und Abgaben aber odendrauf bezahlen dürfen.

    Diese Erfahrung haben beispielsweise die Spanier schon gemacht:

    http://derstandard.at/1381372239059/Spanien-Besitzern-von-Solaranlagen-drohen-Millionenstrafen

  • An Frau Margrit Steer:
    gabriel war in der Erwachsenenbildung "tätig" - vielleicht auch mal nachforschen,
    ob "TÄTIG" stimmt.
    schäuble war Beamter in Wü. - prima neutral formuliert.

  • Ob die AfD eine Alternative für bürgerliche Wähler ist, entscheidet sich m.E. kommenden Samstag in Essen.

    Wenn Lucke obsiegt, heißt das, daß die AfD zu einer CDU 2.0 nur ohne Euro wird. Eine solche Partei braucht niemand.

    Wenn Petriy siegt, wird die AfD echte Alternativen im Bereich Euro, Zuwanderung, Energiewende (siehe die Beschlüsse der AfD Brandenburgs) und selbstmörderische Rußlandsanktionen anbieten.

  • Hallo Herr Feiden, ich habe die Gesetzgebung für EEG Strom nicht gemacht. Ich nutze nur die Möglichkeiten die mir dieses Gesetz bietet meine erste PVA läuft seit 2005 ; also noch 10 Jahre Vergütung zu 0,5453 EUR pro KW. Leistung der Anlage 3,565 kw/Peak. meine zweite Anlage (da Walmdach möglich) mit 4,8 kw/Peak läuft seit Juli 2012. Diesen Strom verbrauche ich 100 % selbst. Zu dem Artikel im Focus
    der betrifft mich nicht , gilt erst ab Neuanlagen die ab 2015 ins Netz gingen, nach meiner Kenntnis auch nur für Anlagen über 10 KW. Somit kann ich nur empfehlen, das sich diejenigen wehren, die die Möglichkeit einer Stromselbstversorgung über Solarstrom oder Windkraft (es gibt auch Windkraftanlagen im Kleinformat die man gut im Garten aufstellen kann) nutzen. Die Industrie wird doch auch von der EEG-Umlage befreit, warum soll ich sie bezahlen, wenn ich Selbstversorger bin ? Jeder ist sich selbst der Nächste. Eine Gemeinde im Schwarzwald hat es geschafft sich selbst zu versorgen, warum soll ich es als Einzelner wenn es mir möglich ist, nicht auch so machen ?

  • @Falk Jahr
    Schauen Sie sich die Arbeitsgruppen in der AfD an. Hier sitzen die Experten. Ob nun Lucke oder Petry vorn dran steht, spielt nur soweit eine Rolle, soweit eine von den Führungspersonen den kompetenten AfD Gruppen zuhört und ihren Ratschlag als Parteiprogramm umsetzt.
    Bei Lucke habe ich da meine berichtigen Zweifel. Er ist ein Egoman (Diktator) und will ehrer eine CDU 2.0 als eine wirkliche Alternative. Fr. Pertry ist da schon offener und meschlicher. Sie will das Gedanken- und Meinungsdiktat von Lucke verhindern. Darum tritt Fr. Petry auch gegen Lucke und seinen meinungsvorschreibenden Weckruf an.

  • Und nun die glorreichen Alternativen:
    - Lucke = Hochschullehrer, Beamter
    - Petry = Pfarrersfrau, Privatinsolvenz
    - Lindner = „Unternehmer“ mit Hang zum „insolvenznahen“ -> https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Lindner

    Ich würde vermutlich nie in meinem Leben SPD wählen. Aber eine Alternative die für mich die nahende Hyperinflation wirksam bekämpfen kann, sehe ich auch nicht...

    Was machen?

  • Diese übr Nacht eineleitete Energiewende von Merkel ar dr größte Schachsinn aller Zeiten.
    Und arum muß das nur der Bürger zahlen?
    Straßenbau sollen wir zahlen, Stromabbau sollen wir zahlen, was noch?
    Planwirtschaft regiert hier mittlerweile. So ist es, wenn man eine DDR-Regierung hat

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