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Kommentar zur Ukraine-Krise Ein kleiner Schritt nach vorne

Das Gespräch zwischen Kanzlerin Merkel und dem russischen Präsidenten ist ein ermutigendes Signal. Ein Ergebnis ist aber nicht greifbar. Wladimir Putin muss sich auf den Westen zubewegen – und umgekehrt. Ein Kommentar.
20.10.2016 - 06:38 Uhr 7 Kommentare
Merkel  hat den Gesprächsfaden trotz aller Schwierigkeiten  nie abreißen lassen. Das macht sich doch noch bezahlt. Putin erklärte sich immerhin bereit, die Aussetzung der Luftangriffe in Syrien zu verlängern. Quelle: dpa
Es geht um Syrien

Merkel  hat den Gesprächsfaden trotz aller Schwierigkeiten  nie abreißen lassen. Das macht sich doch noch bezahlt. Putin erklärte sich immerhin bereit, die Aussetzung der Luftangriffe in Syrien zu verlängern.

(Foto: dpa)

Berlin Das Treffen zwischen Merkel und Putin hat keinen Durchbruch gebracht. Ein greifbares Ergebnis war nach der langen Zeit des Schweigens am Verhandlungstisch auch nicht zu erwarten. Doch das Gespräch zwischen der Kanzlerin und dem russischen Präsidenten ist ein ermutigendes Signal. Es habe eine „sehr klare und auch sehr harte Aussprache“ mit Putin gegeben, sagte Merkel.

Zwar sei man von einer Einigung „sehr weit entfernt“. Aber es wird geredet. Der russische Präsident habe die Verantwortung, Einfluss auf den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Merkel hat den Gesprächsfaden trotz aller Schwierigkeiten nie abreißen lassen. Das macht sich doch noch bezahlt.

„Wenn ein Russe sich im Recht fühlt, ist er unbesiegbar“
Treffen zur Ukraine-Krise in Berlin
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Am Mittwochabend treffen die Staatsoberhäupter Putin, Merkel, Hollande und Poroschenko in Berlin aufeinander. Besonders Putin fällt durch seine markanten Sprüche regelmäßig auf. Ein Überblick über die Zitate des russischen Präsidenten.

(Foto: dpa)
„Ich bin mir sicher, dass die Deutschen uns unterstützen werden bei der Wiedervereinigung.“
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Putin zur Einverleibung der Halbinsel Krim: Putin sieht Parallelen zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung, März 2014

(Foto: dpa)
„Sie haben für die Wiedervereinigung mit Russland gestimmt. So ist das. Punkt.“
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Putin bei einem Besuch auf der Krim über ein Referendum 2014, auf das die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel folgte, August 2015

(Foto: Reuters)
„Mit Höflichkeit und Waffen kann man viel mehr erreichen als nur mit Höflichkeit.“
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Putin bei der Begutachtung eines Panzerwagens in Moskau, November 2014

(Foto: dpa)
„Für Russland hat die Krim (...) große zivilisatorische und sakrale Bedeutung. So wie der Tempelberg in Jerusalem für die, die sich zum Islam oder zum Judentum bekennen.“
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Putin bei seiner Rede zur Lage der Nation in Moskau zur Bedeutung der Krim für Russland, Dezember 2014

(Foto: dpa)
„Ich begrüße diese Entscheidung der EU. Je weniger unsere Beamten und Unternehmenschefs ins Ausland reisen und je mehr sie sich stattdessen um die laufenden Geschäfte kümmern, desto besser.“
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Putin zu neuen Sanktionen der EU gegen Russland im Ukraine-Konflikt in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe, September 2014

(Foto: dpa)

Putin erklärte sich immerhin bereit, die Aussetzung der Luftangriffe in Syrien zu verlängern. Er habe seinen europäischen Partnern auch gesagt, dass Russland eine Beschleunigung der Arbeiten an einer neuen syrischen Verfassung vorschlage. Ein kleiner Schritt nach vorne. Immerhin.

Denn die Welt ist auf der Suche nach neuer Ordnung. Syrien, Ukraine, Islamischer Staat – das sind Begriffe, die das geopolitische Chaos in der Welt beschreiben. Und dieses Ringen um Einfluss geschieht nicht in klimatisierten Räumen. Der Kampf um die Vorherrschaft wird mit Gewalt ausgetragen. Nicht nur in Aleppo oder in Mossul. Auch in Deutschland ist der Terror durch den Islamischen Staat längst angekommen.

Am heutigen Donnerstag treffen sich in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Auch sie werden wieder über die Frage diskutieren, wie man mit dem russischen Präsidenten umgehen soll. Europa ist darüber zerstritten. Die Franzosen dringen auf neue Sanktionen. Die Bundesregierung mit den SPD-Ministern Gabriel und Steinmeier raten zu weiteren Gesprächen.

Das Bild Russlands ist in all dieser europäischen Uneinigkeit ein sehr gemischtes. Beim Iran-Konflikt etwa war Putin sehr kooperativ. Es hat zudem Fortschritte im Ukraine-Konflikt gegeben, auch wenn das Minsker-Abkommen noch lange nicht umgesetzt ist. Und in Syrien. Da wird es nur mit und nicht gegen Russland ein Lösung geben. Libyen nicht zu vergessen, auch wird spielt Putin eine zentrale Rolle.

Das alles mag für die Hardliner eine bittere Erkenntnis sein. Doch an der Wirklichkeit kommt niemand vorbei. Der Westen muss sich auf Russland zubewegen und umgekehrt. Ohne Kooperation und Kompromissbereitschaft wird keine Krise überwunden. Weder die in der Ukraine noch in Syrien.

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7 Kommentare zu "Kommentar zur Ukraine-Krise: Ein kleiner Schritt nach vorne"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Kartoffelsack aus der Uckermark ist gegen Putin eine Lachnummer.

  • Es wird nur Ruhe geben, wenn die beiden Volksgruppen der Uukrainer und Russen endlich ihr eigenes Land bekommen. Alles andere ist scheinheiliges Herumgeeiere um die Wahrheit.

  • @Herr Josef Schmidt
    "Wer ist verantwortlich dass das Minsker Abkommen nicht umgesetzt ist?"

    Man müsste diese Frage überhaupt nicht stellen, wenn die Maidan-Unruhen nicht wohlwollend vom Westen - dazu gehören natürlich auch Merkel und Steinmeier - gesehen, vielleicht sogar unterstützt worden wären. Hier nahm die Misere ihren Lauf.

    Oft drängt sich bei mir der Gedanke auf, dass die genannten Personen bestimmte Handlungen nur vornehmen, um eine gewisse Existenzberichtigung dem Publikum vorzugaukeln, bei den Bürgern bekannt unter ABM.

  • es zeigt uns allen mal wieder dass Deutschland kaum auf eigenen Beinen steht. Wir werden beeinflusst anstatt uns klar gegen Sanktionen zu stellen, welche uns überhaupt nicht weiterbringen und uns auch schaden...
    Steinmeier ist der Einzge der es begriffen hat, für mich ein wahrer Diplomat, der versucht, die Russen zu verstehen.
    Wir maßen uns an dieses riesige Land zu verstehen, welches seit dem Fall des eisernen Vorhang nur an Land verloren hat, von der Krim mal abgesehen.
    Ein großes stolzes Land welches nur einstecken musste und abgegeben hat. Jetzt sichert Russland völlig legitim seine Interessen und hilft in Syrien sogar der Assad-Regierung, was m.E. der einzig richtige Schritt ist.

    Ich begreife es einfach immer noch nicht wie man aus Irak, Afghanistan und Lybien einfach nicht lernt und die hiesigen Machthaber nach wie vor versucht mit dem Motto "nach mir die Sinnflut" abzusägen und die Länder ihrem Chaos zu überlassen.
    Aber was rede ich, wäre Saddam nicht sinnlos weggebomt worden, hätten wir das Problem in Syrien jetzt vermutlich überhaupt nicht...
    Russland hat es begriffen, es ist ja auch eigentlich nicht schwer...

  • Das Herr Putin mit Raute redet zeigt doch, dass nicht dahinter ist, er ist halt höflich.

  • Die Raute kann selbst nichts erreichen.
    Sie kann nur die Brocken nehmen, die Putin ihr hinwirft und das dann als Fortschritt verkaufen.
    Weitere Sanktionen werden von der USA ja schon angekündigt und unser 51. Bundesstaat steht schon bereit, diese in Europa durchzuboxen.

    Bin mal gespannt, wenn jn Mossul Zivilisten sterben werden (und das werden sie), werden dann auch Sanktionen gegen die USA diskutiert? Denn die USA führt den Bombenabwurf und den Raketenbeschuss durch.

  • Wer ist verantwortlich dass das Minsker Abkommen nicht umgesetzt ist ? Warum wird hier nicht berichtet wer was nicht tut ?

    Putin soll Einfluss auf Assad nehmen ? Und USA, Saudi Arabien und alle anderen die die Al Nusra und andere Terroristen bewaffnen und "beraten" sollen auf die Terroristen keine Einfluss nehmen ?

    Einfach eine schlechte Show und auch schlechte und einseitige Berichterstattung. Mal wieder nur Bruchstücke berichten was einem in den eigenen Kram oder besser gesagt dem NATO und USA Kram passt.

    Putin mach weiter und schick die Terroristen in die Hölle und zeig den Amis wo der Hammer hängt.

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