Kommission nimmt Arbeit auf Endlager verzweifelt gesucht

Wohin mit dem deutschen Atommüll? Eine Kommission arbeitet an Kriterien für eine bundesweite Suche nach einem Atommüll-Endlager. Die Zeit drängt – doch schon jetzt ist von 2050 die Rede.
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Ein Schild warnt vor Strahlung im atomaren Zwischenlager in Gorleben. Quelle: dpa

Ein Schild warnt vor Strahlung im atomaren Zwischenlager in Gorleben.

(Foto: dpa)

BerlinAn dem Runden Tisch sitzen Leute, die sich eigentlich nicht riechen können. Im Streit um die Eignung Gorlebens als Atommüll-Endlager haben sie sich jahrelang mit Vorwürfen überzogen. Nun sollen sie gemeinsam die Kriterien für einen Neustart erarbeiten. In der ersten Sitzung am Donnerstag meint Bundestagspräsident Norbert Lammert: „Es gibt gemütlichere Aufgaben.“

Es ist eine „historische Chance“, sagt die Vorsitzende Ursula Heinen-Esser (CDU). Lammert appelliert, möglichst im Konsens Empfehlungen abzuliefern – dann würden sie auch eher umgesetzt. Und er hoffe, dass dies für die Mitglieder keine Dauerbeschäftigung für ihre verbleibende Lebenszeit werde.

Die Kommission soll bis 2016 zum Beispiel festlegen, ob für ein Endlager sowohl Salz- und Ton- als auch Granitgestein in Betracht kommt. Besonders Norddeutschland bietet viele Optionen. „Über kein untersuchungswürdiges Gestein verfügen nur das Saarland, Rheinland-Pfalz und Berlin“, heißt es in einer Greenpeace-Studie.

Die Zeit drängt. Am 11. November 2011 hatte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) den Neustart ausgerufen, nachdem seit 1977 nur der Salzstock in Gorleben im Fokus stand. „Es gibt eine weiße Landkarte – kein Tabu“, so Röttgen damals. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte eine Bewegung aller Bundesländer: „Das Zeug muss ja irgendwo hin.“

Dann folgte ein sehr zäher Prozess, bis im Juli 2013 endlich das Endlagersuchgesetz stand. Röttgens Nachfolger Peter Altmaier (CDU) bilanzierte: „Es war eine schwere Geburt, aber es war eine erfolgreiche Geburt.“ Nun müsse das Kind wachsen und gedeihen.

Doch das Kind, es gedieh nicht so recht. Noch immer ist unklar, wo die 26 ausstehenden Castor-Behälter aus der Wiederaufarbeitung im Ausland hin sollen. In das nahe dem Salzstock gelegene zentrale Zwischenlager Gorleben dürfen sie nicht mehr. Eine Konzession an Niedersachsen, um zu unterstreichen, dass keine Fakten mehr in Gorleben geschaffen werden. Umweltschützer argwöhnen, die neue Suche werde nur unternommen, um Gorleben dank eines Vergleichs mit anderen Optionen gerichtsfest als Endlager durchzudrücken.

Die Kommission sollte schon Anfang des Jahres starten, aus 24 Mitgliedern wurden 33. Umweltverbände wie Greenpeace zweifeln am ergebnisoffenen Charakter und boykottieren die Suche. Und weil man sich auch beim Vorsitz zerstritt, leiten Heinen-Esser und der Gorleben-Gegner Michael Müller (SPD) die Sitzungen im Wechsel.

Zwei Milliarden soll die neue Suche mindestens kosten
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8 Kommentare zu "Kommission nimmt Arbeit auf: Endlager verzweifelt gesucht"

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  • Ich möchte gerne wissen, wer diesen Artikel verzapft hat.
    Die Überschrift drückt schon die Unfähigkeit des Autors aus, denn von "Verzweiflung" kann wohl keine Rede sein, und sie wäre auch nicht angebracht. Ebensowenig "drängt die Zeit". Natürlich sollte man den radioaktiven Abfall sicher einlagern, bevor Naturkatastrophen oder Kriege die Zwischenlager betreffen. Panikmache hilft aber wenig weiter.

    Anstatt über die Querelen der Kommisionsmitglieder und lautstarker NGOs zu schwadronieren, wäre eine kritische Analyse der Kommissionszusammensetzung angebracht. Warum sind nur 8 wissenschaftliche Vertreter dabei? Sollte die Standortfindung nicht "ergebnisoffenen Charakter" haben? Erfahrungsgemäß fällt es Politikern sowie Industrie- und Gesellschaftsvertretern schwer, sich von dem beschränkten Vorstellungshorizont ihrer eigenen Lebensspanne zu lösen und in geologischen Zeiträumen zu denken. Das ist aber unbedingt notwendig für die Suche nach einem END-Lager, in dem der Abfall so lange verbleiben soll, bis die Spezies Mensch längst nicht mehr in der Form von heute oder vor 2000 Jahren existiert.

    Aber wie sollte man auch von einem Journalisten etwas erwarten können, wozu selbst geachtete Politiker und Gesellschaftsvertreter nicht im Stande sind...

  • Nur unsinnige Kosten für immerwährende Suche.2020 ist ca. Ende mit der Atomkraft uns bis 2050 lässt man sich Zeit mit der Suche. Warum weigert man sich den Atommüll ins Weltall zu schicken? Warum schickt man den Müll nicht nach Polen? Die bauen neue Atomkraftwerke und müssen demnach die Lösung schon haben!

  • Deutschland ist offenbar das einzige Land weltweit, das sich auf Atom-Energie eingelassen hat. Jetzt haben wir Probleme, die kein anders Land der Erde zu haben scheint. Es kann aber auch sein, dass andere Laender auch Atom-Anlagen betreiben, aber nicht so doofe Politiker haben.

  • Die sollen endlich aufhören nach einer ENDLÖSUNG zu suchen.
    Wir müssen einen Weg finden, den Müll UNSCHÄDLICH zu machen.

  • Das „Endlagersuchgesetz“ wurde so formuliert und die Gremien so besetzt, dass sicherlich kein Endlager gefunden wird.
    Politisch gesehen möchten sich die bürgerlichen Politiker das „Problem“ vom Halse halten. Für die Grünen Politiker wäre die Inbetriebnahme eines Endlagers ein Desaster weil damit die erfolgreichste Ökosaga Deutschlands verschwinden würde.
    Für die Gesellschaft bedeutet dieses Spektakel sinnlose Kosten die von den Versorgern über Strompreise und entgangene Dividenden (Die Versorger befinden sich weitgehend in staatlichen Händen) an die Bevölkerung weitergegeben werden.
    Die Radioaktivität radioaktiver Abfälle klingt exponentiell ab. In den ersten Jahren sind beispielsweise Reste aus der Wiederaufbereitung sehr radioaktiv, nach ein paar Jahrhunderten vergleichbar mit den cadmiumhaltigen Abfällen der Solarzellenproduktion. Die jahrzehntelange Zwischenlagerung an der Erdoberfläche maximiert die eigentlich geringen Risiken.

  • Man hat sich in D in der Tat bereits sehr früh Gedanken zur Entsorgung radioaktiver Abfälle gemacht.

    Bereits in den 60er Jahren hat man radioaktive Abfälle im Meer versenkt. Heutzutage ist dies international nur mehr für flüssige radioaktive Abfälle zulässig. Die Meere enthalten von Natur aus ca. 70 Mrd. to radioaktiver Substanzen. Bei einem jährlichen Anfall von einigen 100to Trockenmasse ist dies eine sehr sinnvolle und preiswerte Methode für die Entsorgung Leicht- und Mittelradioaktiver Abfälle.
    In den 60er Jahre hat man in der BRD das ehemalige Salzbergwerk Asse für ½ Mio. DM gekauft. Man hat dort sehr erfolgreich die Einlagerung Leicht- und Mittelradioaktiver Abfälle getestet. Diese Anlage ist Vorbild für die WIPP Anlage in den USA wo man besonders problematische Plutoniumhaltige Abfälle aus militärischen Quellen einlagert.
    In der DDR hat man den Salzstock Morsleben erschlossen und dort Leicht- und Mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle war geplant. Nach der Wiedervereinigung wurde das Lager für Leicht- und Mittelradioaktive Abfälle zugelassen. Der grüne Umweltminister Wolfram K, den man sicherlich als Erfinder der „Ungelösten Endlagerfrage“ bezeichnen kann, hat diese Anlage skandalisiert und geschlossen.
    Gorleben ist als unverritzter Salzstock geologisch/technisch gesehen ideal. Man hat diesen Salzstock für 1,6 Mrd. € untersucht und nichts gefunden was dagegen spricht. Vom Verstande her spräche nichts dagegen diesen auszubauen und mit der Einlagerung zu beginnen.

  • Sie haben mit Ihrer Kritik an den sinnlosen Kosten dieses Oekospektakels völlig recht.

    Wenn man die Schikanen die der Kernenergie auferlegt werden auf die Oelförderung/Verbrennung auferlegen würde, wäre nicht mal die Oelförderung in Saudi Arabien rentabel.

    Deutschland ist mit 100erten Salzstöcken gesegnet die sich gemäss der Geologen ideal für die Deponierung chemotoxischer und radiotoxischer Abfälle eignen. So werden in Herfa Neurode jährlich 200000 to Giftmüll aus dem In- und Ausland, der teils als gefährlicher als der ökoreligiös dämoniserte Atommüll bewertet wird zu Kosten von ca. 1500 €/to entsorgt.
    Wenn man Gorleben nach dem Bergrecht errichtet hätte und betreiben würde, ca. 2 Mrd. €, oder 0,01c/kWh, könnte man der Gesellschaft Kosten in Milliardenhöhe ersparen.


  • Warum wurde der Müll produziert, bevor ein Endlager gefunden wurde? Wer kommt für die Kosten auf? Ist der Atomstrom dann immer noch günstig?

    Wir müssen so schnell wie möglich aufhören, sinnlos Rohstoffe zu verbrennen um Strom zu generieren. Es geht auch ohne Verbrennen.
    Die fossilen Energieträger kosten uns unseren gesamten Wohlstand!
    Verbrennung von Kohle/Atom = Wohlstandsvernichtung!!!

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