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Kommunalwahl OB-Stichwahlen in NRW – „Kampf um Mitte zwischen CDU und Grünen“

Bei den Oberbürgermeister-Stichwahlen haben die CDU und die Grünen in vielen Großstädten Erfolge verbucht. Die SPD verteidigte dagegen die „Herzkammer der Sozialdemokratie“.
27.09.2020 Update: 27.09.2020 - 22:47 Uhr Kommentieren
In Düsseldorf gewann der CDU-Politiker die Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Geisel von der SPD. Quelle: dpa
Stephan Keller

In Düsseldorf gewann der CDU-Politiker die Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Geisel von der SPD.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Ergebnisse der Oberbürgermeister-Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen haben nach Ansicht des CDU-Vorsitz-Kandidaten Norbert Röttgen auch bundespolitische Relevanz. Denn es sei erkennbar, dass der Kampf um die Mitte gerade in den großen Städten entscheidend für Siege und Verluste sei, sagte er der „Rheinischen Post“ (Montag). „Dieser Kampf wird mittlerweile zwischen der CDU und den Grünen ausgetragen“, sagte Röttgen. „Wir müssen daraus für die Bundestagswahl lernen, weil wir die größten Überschneidungen der Wählerschaft mit den Grünen haben.“ Für die Bundestagswahl müsse die CDU „nicht grüner als die Grünen werden, aber besser“.

Während die SPD ihre „Herzkammer“ Dortmund verteidigte, eroberte die CDU das Rathaus in Düsseldorf zurück und stellt nun erstmals wieder in der Landeshauptstadt eines großen deutschen Flächenlandes den Oberbürgermeister. In vielen anderen Städten dominieren die CDU oder die Grünen. Die SPD-Spitze sieht im Ausgang der Stichwahlen Licht und Schatten. „Wir freuen uns riesig mit Thomas Westphal, der Dortmund gegen einen CDU-Kandidaten verteidigt hat“, sagte der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans der „Rheinischen Post“ (Montag). „Bitter sind dagegen zweifellos die Wahlausgänge in Düsseldorf und Wuppertal.“

In der einzigen nordrhein-westfälischen Millionenstadt Köln gewann Amtsinhaberin Henriette Reker gegen den SPD-Herausforderer Andreas Kossiski. Reker war im Wahlkampf von den Grünen und der CDU unterstützt worden. Grünen-Politiker Uwe Schneidewind wurde zum neuen Oberbürgermeister von Wuppertal gewählt. Der 54-jährige gemeinsame Kandidat von Grünen und CDU setzte sich gegen Amtsinhaber Andreas Mucke (SPD) mit 53,5 Prozent der Stimmen durch. Auch in Aachen konnten sich die Grünen mit Sibylle Keupen gegen die CDU durchsetzen. Auch Bonn wird in Zukunft grün regiert.

In Dortmund siegte der SPD-Kandidat Thomas Westphal mit 52 Prozent der Stimmen. Das Duell in der größten Stadt des Ruhrgebiets war mit Spannung verfolgt worden: Der CDU-Mann Andreas Hollstein hatte im ersten Wahlgang zwar rund zehn Prozentpunkte Abstand zu Westphal. Doch die in Dortmund deutlich gestärkten Grünen – im ersten Wahlgang noch mit eigener Kandidatin – hatten für diesen Sonntag eine Wahlempfehlung für Hollstein abgegeben und sie mit ihrem Wunsch nach einem Politikwechsel im Rathaus begründet. Seit 1946 stellt die SPD in Dortmund permanent den Oberbürgermeister.

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    CDU gewinnt in Düsseldorf, Oberhausen, Münster und Mülheim

    In Düsseldorf gewann der CDU-Politiker Stephan Keller die Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Geisel von der SPD. Der 50-jährige Stadtdirektor von Köln lag nach Auszählung von 438 der 454 Stimmbezirke am Sonntagabend uneinholbar bei knapp 55,4 Prozent. Geisel kam auf 44,6 Prozent. Er gestand seine Niederlage ein und beglückwünschte seinen Herausforderer. Sechs Jahre nach der Übernahme durch die SPD kommt das Oberbürgermeister-Amt in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt damit wieder in CDU-Hand.

    Weitere Erfolge verbuchte die CDU in den Ruhrgebietsstädten Oberhausen und Mülheim und im bürgerlichen Münster: Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz bekam 62,1 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer Thorsten Berg (SPD) lediglich 37,9 Prozent. Oberhausen war jahrzehntelang eine Hochburg der SPD. In Mülheim gewann Marc Buchholz gegen die SPD-Politikerin Monika Griefahn. Die Studentenstadt Münster wird ebenfalls weiterhin von einem CDU-Politiker regiert: Markus Lewe behauptete sich in der Stichwahl mit 52,6 Prozent der Stimmen gegenüber dem Grünen-Kandidaten Peter Todeskino.

    Mehr: SPD verliert nach NRW-Kommunalwahl auch bundesweit

    • dpa
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