Konflikt mit China Merkel eröffnet Kampf um Rohstoffe

China bedroht mit dem Aufkauf wichtiger Rohstoffe in Osteuropa und Zentralasien zunehmend die Versorgung deutscher Industriekonzerne. Nun will Bundeskanzlerin Angela Merkel gegensteuern – und vor allem Russland an Deutschland binden.
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Vor dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) intensivere Kontakte zu den rohstoffreichen Ländern Osteuropas und Zentralasiens an. Quelle: DAPD

Vor dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) intensivere Kontakte zu den rohstoffreichen Ländern Osteuropas und Zentralasiens an.

HB BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch viel Raum für eine weitere Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zu Osteuropa sowie Zentralasien. „Wir haben noch viel Luft nach oben, was die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen angeht“, sagte Merkel am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft in Berlin. Handlungsbedarf gebe es für Deutschland insbesondere bei Kooperation mit den rohstoffreichen Ländern Zentralasiens.

Angesichts des zielstrebigen Vorgehens etwa von China in diesem Bereich müssten sich die Industrieländer und damit Deutschland dringendst mehr Gedanken um die langfristige Absicherung ihrer Versorgung mit Rohstoffen machen. „Hier müssen Wirtschaft und Politik noch enger und mehr miteinander sprechen“, sagte die Kanzlerin. Die Gründung einer deutschen Rohstoffagentur sei ein wichtiger Schritt, hier weiter voranzukommen.

Bundeswirtschaftminister Rainer Brüderle (FDP), der die Rohstoffagentur Anfang Oktober aus der Taufe gehoben hatte, war am Vortag deutlicher geworden und hatte die chinesische Rohstoffpolitik kritisiert. Es sei ein „unfreundlicher Akt“, dass bei sogenannten Seltenen Erden teilweise die Exporte eingestellt worden seien, sagte er in Schanghai. In Peking habe er mit dem Vorsitzenden der Reformkommission Zhang Ping darüber gesprochen. China nutze Engpass-Situationen als Vorteil. Brüderle kündigte für November einen „Rohstoffgipfel“ an, den er zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie veranstalten wolle.

Die Ausfuhrbeschränkungen durch aufstrebende Schwellenländer wie China haben zu einer Verknappung von Metallen geführt. Die Volksrepublik kontrolliert 97 Prozent des Marktes für Seltene Erden, die in kleinen Mengen unter anderem in Computern, DVD-Spielern, leistungsstarken Akkus, Hybrid-Akkus und Windturbinen eingesetzt werden.

Die Kanzlerin unterstrich auch die hohe Bedeutung, die die Partnerschaft mit Russland für Deutschland und die Europäische Union hat. Deutschland und die EU hätten „ein immenses Interesse“, Russland noch stärker an sich zu binden. Das beinhalte auch die Bereitschaft zu einem offenen Dialog. Die Modernisierungsstrategie für die Industrie sei ein Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg Russlands. Das Land dürfe sich nicht nur auf seine Rohstoffe verlassen. „Deutschland steht da als Partner zur Verfügung“, bot die Kanzlerin an. Dies gelte auch dafür, wenn sich Russland einmal stärker in Deutschland abseits des Rohstoffbereichs engagieren wolle.

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16 Kommentare zu "Konflikt mit China: Merkel eröffnet Kampf um Rohstoffe"

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  • @ceasar4441
    Die Wahrheit ist immer nackt, denn Sie braucht kein Gewand, um zu wirken.
    Aber wahrscheinlich verstehen sie das nicht, genauso wenig wie den mythologischen Hintergrund dieses begriffes.

    Übrigens benenne ich keine behauptungen, sondern Tatsachen, die Sie getrost selber nachrecherchieren können bei sowohl dem europäischen und deutschen Statistikamt und sowie auch diversen anderen Quellen im Zusammenhang mit der Europäischen Union.
    Geschichts- und Fachbücher sind auch hilfreich, wenn man sie zu nutzen vermag.

    bevor Sie also persönliche Angriffe gegen mich starten und zu beleidigungen ausholen, würde ich ihnen raten, erst mal ihre eigene bzw. europäische Geschichte besser zu verstehen. Da haben Sie anscheinend viel Nachholbedarf.

  • Auf einem bein kann man nicht stehen.
    Wir sind beim Erdgas bereits von Russland abhängig. Reicht das noch nicht? Wenn es nach Merkel geht, hängen wir unsere Zukunft bei Putin in die Garderobe. Einfältiger geht wohl kaum. Langsam dämmert es in berlin, dass wir bereits massiv ins Hintertreffen geraten sind. China hat Fakten geschaffen, die USA dito. Wir suchen jetz zusammen, was die uns übrig gelassen haben. Armes Deutschand.


  • Konflikt mit China: Merkel eröffnet Kampf um Rohstoffe.
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    Sehr schön. Sie hat schon viele Kampf-Fronten eröffnet.
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    Zitat von caesar 4441:
    Die Wahrheit ist so nackt ,daß von ihr nichts mehr übrig geblieben ist---

    Antw: richtig, bis auf ein weng....
    geblieben sind endlose Gipfelchen-und zahlreiche Reden -Vorhaben- Erklärungen- wir müssen- sollten- werden- aber alles in kleinen Trippelschrittchen.
    Währen die berliner Quasselbude redet und eine Agentur nach der anderen gründet handelt China. bis berlin ausgeredet hat, haben die Chinese alles aufgekauft, was die Welt zu bieten hat.
    Man muß ja schon fast lachen, jetzt merken sie, dass sie ohne Rohstoffe eigentlich nichts sind, verarbeiten kann man nur, was man bekommt und dann zur Verfügung hat. Andernfalls stehen die bänder still.
    Aber was soll´s, dann lagert man eben aus, nach China oder anderswo und holt die fertigen Waren zurück, der Arbeitslose hier in Deutschland ist ja dank Hartz 4 Wohltat kaufkräftig.
    Oder man bietet sie dann der restlichen EU um Kauf an.
    Das nennt man "strategisches handeln".
    Herr lass Hirn regnen !

  • @NudaVeritas:
    Die Wahrheit ist so nackt ,daß von ihr nichts mehr übrig geblieben ist.Wer das von NudaVeritas behauptete glaubt,dem ist nicht mehr zu helfen.

    @hbOkt2010:
    Seltene Erden gibt es weltweit außer China in ausreichenden Mengen auch an Land.Fa.Lynas in Australien sitzt auf einem ganzen berg.
    Das Problem ist die Verarbeitung.Die Trennung der SE ist sehr aufwendig.Die Kapazitäten ,die in Europa(Rhone Poulenc) ,USA (Molycorp) und Rußland vorhanden waren sind durch chinesisches Preisdumping systematisch vernichtet worden.ist die übliche chin. Strategie.Nur tote Konkurrenz belebt den Markt.

  • brüderle beschuldigte China eines "unfreundlichen Akts" und beleidigte damit seine Gastgeber. Dann sagte er, die Chinesen hätten ganz recht, ihre Währung nicht zu erhöhen, womit er wieder die bestrebungen der bundesregierung unterminierte. Man sollte ihm wirklich den Tolpatsch-Orden mit Eichenlaub und Schwertern verleihen. Si tacuisses, philosophus mansisses.

  • @Margit Steer und Deutscher Michel
    Da Sie sich so schön dafür einsetzen, dass die Deutschen sich innerhalb der EU nicht so viel gefallen lassen sollten und das eher die EU nach der Pfeife der Deutschen tanzen sollte, möchte ich Sie nur kurz darauf hinweisen, einige geschichtliche und wirtschaftliche Tatsachen nicht außer acht zu lassen.

    Es wäre auch angebracht, nicht so sehr auf den osteuropäischen Ländern rumzuhacken, dessen 40-jähriges Schicksal eines Terrorregimes durch die Sowjetunion - und damit auch die wirtschaftliche Rückständigkeit gegenüber Deutschland – die Deutschen direkt mit verschuldet haben.

    Sie möchten Deutschland gerne als „Opfer“ darstellen und in den Medien wird auch immer gerne wieder populistisch von Deutschland als Zahlmeister der EU gesprochen. Es scheint keiner dabei zu erwähnen, dass Deutschland auch der größte Nutznießer der EU ist. Die gesamte deutsche Wirtschaft ist von der EU abhängig, da der Löwenanteil der Exporte hier verkauft wird und außerdem auch viele produzierte deutsche Produkte (insbesondere in der Automobilindustrie) aus billigeren Ländern der EU kommen. Für die, die es bereits vergessen haben. Es waren 6 Länder, die sich in der Nachkriegszeit zusammengefunden haben, um die ersten Fundamente einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu setzen. Deutschland war eins davon und hatte besonders starkes interesse daran, mit anderen Ländern Europas zusammenzuarbeiten und sich entsprechende günstige Voraussetzungen zu schaffen, um seine eigenen Produkte zu profitablen bedingungen auf immer mehr Märkten verkaufen zu können und damit seine Wirtschaft anzukurbeln.

    Die Erweiterung der EU hat für die deutsche industrie einen riesigen Absatzmarkt geschaffen. Heute wird immer noch 70% des deutschen Exports innerhalb der EU erwirtschaftet, trotz der Tatsache, dass China immer mehr an bedeutung für den Export gewinnt (insbesondere in den letzten 2 Jahren). Weiterhin hat Deutschland die ehemaligen Ostblockländer für sich entdeckt, um dort schön billig zu produzieren und damit die Margen seiner Produkte zu steigern. Wie sie sehen, ist das immer ein doppelseitiges Spiel. Die deutschen Unternehmen haben wirtschaftlich betrachtet jedoch im europäischen Vergleich am meisten von der EU profitiert. Also bitte den ball mal flach halten.

    Ein Punkt sollte auch nicht vergessen werden. Die EU, bzw. die ersten Ansätze davon, sind unter anderem aus der Tatsache hin entstanden, dass Deutschland im letzten Jahrhundert zwei Weltkriege angezettelt und viel Chaos und Leid in Europa verursacht hat. Man hat Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen und aktiv eine stärkere europäische Zusammenarbeit angestrebt, damit Deutschland nicht zum dritten Mal auf die brillante idee kommt, etwas Krieg zu spielen. in Europa sollte es nie wieder Krieg und Zerstörung geben, das war die idee der Gründungsväter. Nur hat Deutschland nach Ende des 2WK nie wirklich irgendwelche Reparationszahlungen an die Länder geleistet, welches es angegriffen hat. Warum ist denn z.b. Polen heute in seiner wirtschaftlichen Entwicklung Deutschland weit unterlegen? Weil es dem Erdboden gleichgemacht wurde und danach über ein halbes Jahrhundert unter Einfluss des sowjetischen Terrorsystems war.
    Sie können sich als Westdeutsche übrigens darüber freuen, dass sie nicht das Schicksal Ostdeutschlands, Polens und anderer Ostblock-Staaten erleben mussten. Es ist einzig den Amerikanern zu verdanken, dass in Deutschland heute nicht russisch gesprochen wird und das Deutschland heute eine Wirtschaftsmacht statt einem unbedeutenden Ländle in Europa ist. Wäre nicht der Marshall Plan und die Präsenz der Amerikaner in Europa, hätte die Sowjetunion Deutschland wie eine Kakerlake überrollt. Und dann hätten Sie von ihrem heutigen Wohlstand und Freiheit nur träumen können.

  • Seltene Erden gibt es genug in 5000 mtr. Teife des Pazifiks. Klar ist aber, daß der Abbau teuer wird und das Ökosystem belastet.
    Die Chinesen machen das, was die USA immer schon gemacht hat. Sie streben die Weltherrschaft an.

  • Eröffnen ist gut.Den Krieg mit China haben die USA schon lange eröffnet.Frau Merkel hat jetzt entsprechende Aufträge von der WEltregierung erhalten und führt diese pflichtgemäß aus.
    Darf ich daran erinnern,daß die Pipeline Nabucco angeblich geplant ist um die Abhängigkeit von russischem Gas zu vermindern.
    Übrigens hatten deutsche Firmen viele Jahrzehnte Zeit sich Rohstoffe weltweit zu sichern.Das wurde gröblichst vernachlässigt.Jetzt kommt die Rechnung.

  • Ja Angie, jetzt wird gekämpft. Zunächst werden für alle Rußland- und Chinabesucher die Wörter Freiheit, Demokratie und sozial verboten. Den Staatsmännern dort ist per Kniefall zu huldigen und bei dieser Gelegenheit sind seltene Erden zu grabschen.
    Wählen Sie Diktatur, da werden Sie geholfen.

  • Sehr geehrte Frau Steer,
    hierbei geht es darum, dass Russland viele Rohstoffe zu entsprechenden Kontitionen nach China verkauft. Wenn wir natürlich schlafen und uns einbilden, dass wir allein die bedingungen festlegen können, müssen wir uns nicht wundern, wenn der Weltmarkt anders entscheidet.
    natürlich spielen hier auch noch die EU und Polen sowie die Ukraine eine Rolle - zumeist aber eine negative. Um in der EU auf diesem Gebiet Ordnung zu schaffen, sollte Frau Merkel den Herrn baroso einmal kurz und bündig mitteilen, entweder es läuft so wie wir es wirklich dringend brauch oder wir zahlen bis dahin keine beiträge an die EU. Eine andere Sprache versteht die Quasselbude doch sowieso nicht. Demokratie ist ja ganz gut und schön, aber wenn jeder überall mitquatschen will, kommen wir überall zu spät.
    bei Rohstoffen in Russland kann ich nur einen Rat geben - nicht kleckern sondern klotzen und dann gibt es auch in der Politik weniger Probleme.

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