Kongress der Jungen Union Merkel appelliert an Zusammenhalt

Bei ihrer Rede beim Kongress der Jungen Union kann sich Angela Merkel einen Seitenhieb gegen den scheidenden JU-Rekordvorsitzenden Philipp Mißfelder nicht verkneifen. Sie hofft auf den Zusammenhalt der Generationen.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (r, CDU) und der JU-Bundesvorsitzenden Philipp Mißfelder stehen beim Deutschlandtag der Jungen Union in Inzell (Bayern) nach der Rede der Kanzlerin auf der Bühne. Die Junge Union wählt am während der Tagung unter anderem einen neuen Vorsitzenden. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (r, CDU) und der JU-Bundesvorsitzenden Philipp Mißfelder stehen beim Deutschlandtag der Jungen Union in Inzell (Bayern) nach der Rede der Kanzlerin auf der Bühne. Die Junge Union wählt am während der Tagung unter anderem einen neuen Vorsitzenden.

(Foto: dpa)

InzellBundeskanzlerin Angela Merkel hat die Generationen zum Zusammenhalt aufgerufen. Jede Generation habe ihre Aufgabe, sagte die CDU-Vorsitzende am Freitagabend bei einem Kongress der Jungen Union im bayerischen Inzell. An die Jugend appellierte sie: „Gestalten Sie Ihr Leben. (...) Veränderung kann zu etwas Wunderbarem führen.“ Sie stimmte Jung und Alt aber auf große Anstrengungen ein, damit der Zusammenhalt nicht „außer Rand und Band“ gerate. Sie pochte erneut auf einen höchst sensiblen Umgang mit Sterbehilfe: „Ich bin überzeugt, dass wir da eine sehr restriktive Haltung haben sollten.“

Merkel bekannte erneut, dass ihr die Zustimmung zur Rente ab 63 schwer gefallen sei. Nach Ansicht in weiten Teilen der JU wurde mit der Rente ab 63 und der von der Union durchgesetzten Mütterrente die Generationengerechtigkeit aufgekündigt.

Wie Merkel konservative Positionen schleift
DGB wirbt für Mindestlohn für alle
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Arbeit

Koalitionsvertrag Union/FDP 2009: „Einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn lehnen wir ab.“

Koalitionsvertrag Union/SPD 2013: „Mit einem gesetzlichen Mindestlohn ... sorgen wir für faire Löhne.“

Quelle: „Spiegel“-Recherchen, HB-Recherchen

Rentenpaket
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Rente

Angela Merkel in der „Zeit“ am 11. Juli 2013: „Die schrittweise Einführung der Rente mit 67 ist unvermeidlich. Veränderungen, wie sie die Sozialdemokraten jetzt schon wieder wollen, wären falsch. Dabei weiß ich, dass mehr als die Hälfte der Deutschen die Rente mit 67 nicht gut findet.“

Merkel in der „Passauer Neuen Presse“ am 22.05.2014 zum Rentenpaket der Großen Koalition, das auch die Einführung der Rente mit 63 beinhaltet: „Unser Rentenpaket ist eine Politik der Gerechtigkeit gegenüber älteren Müttern ebenso wie gegenüber Menschen, die in ihrem Leben besonders lange gearbeitet haben.“

Frauenquote
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Frauenquote

Merkels Sprecher, Steffen Seibert, am 02.02.2011: „Es wird keine gesetzlich verpflichtende Quote geben.“

Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vom 14.12.2013: „Wir wollen den Anteil weiblicher Führungskräfte in Deutschland erhöhen. Deshalb werden wir zu Beginn der 18. Wahlperiode des Deutschen Bundestages Geschlechterquoten in Vorständen und Aufsichtsräten in Unternehmen gesetzlich einführen.“

Wehrpflicht wird früher verkürzt
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Wehrpflicht

Parteitagsbeschluss April 2000: „Wir setzen uns für die Erhaltung der allgemeinen Wehrpflicht ein.“

Parteitagsbeschluss November 2010: „Wir sehen eine sicherheitspolitische Notwendigkeit für die allgemeine Wehrpflicht nicht gegeben.“

Atomkraftwerk Isar
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Energie

Wahlprogramm 2002: „Ein Ausstieg aus der Kernenergie löst nicht die Klimaproblematik, sondern verschärft sie und schafft eine Abhängigkeit Deutschlands vom Ausland.“

Wahlprogramm 2013: „Mit einer Versorgung, die auf erneuerbare Energien und einen geringeren Energieverbrauch setzt, schützen wir unsere Umwelt und fördern den Klimaschutz.“ 2011 hatte die schwarz-gelbe Regierung nach der Fukushima-Katastrophe den Atomausstieg bis 2022 beschlossen.

Leutheusser fordert Schäuble zur Gleichstellung der Homo-Ehe auf
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Homo-Ehe

Erfurter CDU-Leitsätze APRIL 1999:  „Wir respektieren den Willen, in Partnerschaften ohne die rechtlichen Bindungen einer Ehe zu leben. Eine rechtliche Gleichstellung solcher Lebensformen mit der Ehe würde unserem Leitbild von Familie widersprechen.“

Wahlprogramm 2013: „Die Diskriminierung anderer Formen der Partnerschaft, auch gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften, lehnen wir ab, (weil) auch in solchen Beziehungen Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind.“

Schreibschrift vom Aussterben bedroht
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Bildung

CDU-Beschluss November 2000: „Die Hauptschule muss in der gesellschaftlichen Wahrnehmung aufgewertet werden.“

Parteitagsbeschluss November 2011: Es gebe „eine schwindende Bereitschaft, Kinder an der Hauptschule anzumelden“. Die CDU wirbt für „attraktive Schulformen“, die Haupt- und Realschule „unter einem Dach“ bieten.

Dem scheidenden JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder dankte Merkel für dessen zwölfjährige Rekordamtszeit - und erinnerte zugleich an seinen Ausrutscher 2003. Der heute 35-Jährige hatte damals infrage gestellt, ob 85-Jährige noch auf Kosten der Solidargemeinschaft künstliche Hüftgelenke bekommen sollten. „Du hast nach anfänglichem unglücklichen Start verstanden, dass die Generationen zusammenhalten müssen“, sagte Merkel. Sie lobte, dass die JU heute eine gute Beziehung zur Senioren Union pflege. Sie werde mit dem nächsten JU-Vorstand genauso gut zusammenarbeiten wie mit den vorherigen Gremien.

Es kommt zur Kampfkandidatur
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