Konjunktur Bund und Länder nehmen mehr an Steuern ein

Die Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort: Vor allem durch mehr Lohnsteuereinnahmen haben Bund und Länder Zuwächse verzeichnen können. Auch die Umsatzsteuereinnahmen stiegen an - um fast sechs Prozent.
Update: 24.03.2015 - 10:50 Uhr 5 Kommentare
„Die deutsche Wirtschaft ist gut in das erste Quartal gestartet“, heißt es im Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. Quelle: dpa

„Die deutsche Wirtschaft ist gut in das erste Quartal gestartet“, heißt es im Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums.

(Foto: dpa)

BerlinDie gute Konjunktur hat Bund und Ländern im Februar üppige Einnahmezuwächse beschert. Mit 45,7 Milliarden Euro nahmen sie sechs Prozent mehr Steuern ein als ein Jahr zuvor, wie das Bundesfinanzministerium am Dienstag mitteilte.

Getragen wurde der Zuwachs von den Lohnsteuereinnahmen, die um 6,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro zulegten. Darin spiegeln sich die hohe Beschäftigung und die jüngsten Tarifsteigerungen wider. Die Umsatzsteuereinnahmen kletterten um 5,8 Prozent auf 20,9 Milliarden Euro. Dahinter stehen die hohen Konsumausgaben.

Damit stieg in den ersten beiden Monaten das Steueraufkommen insgesamt um fünf Prozent. Die gemeinschaftlichen Steuern legten dabei um 3,6 Prozent zu, die Bundessteuern um 9,2 Prozent und die Ländersteuern um 18,7 Prozent. Reine Gemeindesteuern bleiben in der monatlichen Statistik des Ministeriums außen vor.

Von der Konjunktur erhoffen sich die Beamten weiteren Rückenwind für die Einnahmen: „Die deutsche Wirtschaft ist gut in das erste Quartal gestartet“, heißt es im Monatsbericht. Die jüngsten Daten signalisierten, dass sich die Erholung fortsetze.

So habe sich die Lage am Arbeitsmarkt abermals verbessert: Der Jobaufbau habe sich beschleunigt, und die Zahl der Arbeitslosen sinke weiter. Dabei schiebe die billige Energie die Inlandsnachfrage an, da die Kaufkraft der Verbraucher nach dem Verfall des Ölpreises zulege und viele Firmen bei den Kosten entlastet würden. Auch die Bundesbank hatte sich zu Wochenbeginn positiv zu den Konjunktur-Aussichten geäußert.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Konjunktur - Bund und Länder nehmen mehr an Steuern ein

5 Kommentare zu "Konjunktur: Bund und Länder nehmen mehr an Steuern ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ist doch prima, da hat unsr Staat noch ein bißchen mehr um Banken zu retten und Länder zu retten.
    Es glaubt doch wohl keiner, dass auch nur ein Cent für Deutsche ausgegeben wird oder hir im Lande was getan wird, wie z. B. endlich mal wieder Wohnungsbau

  • Ergänzung nach Auswertung des Monatsberichts des Finanzministeriums.
    Die Lohnsteuern bis Februar betrugen. 28,57 Mrd. Euro
    Veranlagte Einkommensteuern 0,986 Mrd. Euro
    Nichtveranlagte Steuern vom Ertrag 2,120 Mrd. Euro (meist Handwerk und Gewerbe)Abgeltungssteuer 2,465 Mrd. Euro
    Körperschaftssteuer nach Erstatt. minus 0,421 Mrd. Euro
    Steuern vom Umsatz 37,168 Mrd. Euro

    Von den fast 71 Mrd. Steuereinnahmen bis Februar haben die reichste Million Deutscher immerhin etwas mehr als eine Milliarde Euro Abgeltungssteuer gezahlt. Rechnet man ihnen noch 5 Prozent der Umsatzsteuer hinzu, sind es doch fast 3 Milliarden Euro. Nimmt man die reichsten 5 Prozent, rund 4 Millionen Deutsche vom Baby bis zum Greis, bei angenommenen 10 Prozent der Umsatzsteuern, dann werden ganz gewiss fast 5 Milliarden Euro oder 7 Prozent aller Steuern bezahlt. Demgegenüber hat der Bund allein 5 Milliarden Euro Zuweisungen und Zuschüsse an Unternehmen gezahlt. Die Erstattungen an Körperschaftssteuer von 421 Millionen nicht mitgerechnet. Der Bund hat weiterhin 2,6 Milliarden Euro an Käufen für Sachausgaben gegeben und über 500 Millionen an Investitionen den Unternehmen bezahlt. Wenn die reichsten Deutschen von den 5 Mrd. Euro Steuern über 8 Mrd. Zuschüsse, Sachkäufe und Investitionen erhalten haben, wie viel bleibt dann für Infrastruktur, Bildung und Forschung, Gesundheit und Altersvorsorge übrig? Wo lassen die Arbeitnehmer ihre Jugend und ihre Gesundheit? Richtig! Die bleiben in der Firma , in der sie arbeiten.
    Fragt doch mal euren Bundestagsabgeordneten.

  • @ Peter Noack,
    endlich wird die Wahrheit sachlich erklärt.
    Hinzu kommt die Vorteilsnahme im Amt u.a. durch Pensionen die mit keiner Beitragszahlung erreichbar sind und der Einfachheit halber von und für die sich Begünstigten direkt aus dem Steuersäckel entnommen werden.
    Eigenverantwortung gilt halt nur für die Anderen!
    Eine Demokratie ist nicht die beste Staatsform aber die sinnvollste, dies im krassen Gegensatz zur parlamentarischen Demonkratie.

  • Die gestiegenen Steuereinnahmen sind wohl das überzeugendste Argument für die Abschaffung des Soli, der 25 Jahre nach der Wiedervereinigung jede Berechtigung verloren hat.

  • Es ist wohl jedem klar, dass die Arbeitnehmer mit ihre Lohnsteuern und als Konsumenten mit den meisten Umsatzsteuern als Endverbraucher, nicht nur den größten Anteil an den steigenden Steuereinnahmen des Staates haben, sondern auch deren Anteil an den gesamten Steuereinnahmen des Staates zugunsten der Unternehmenssteuern und der Unternehmer- und Vermögenseinkommensteuern, steigt. Auch das ist eine Verteilung zugunsten der Reichen. Damit sind nicht die Millionen Handwerker und Gewerbetreibenden gemeint, die oft nicht einmal ein Arbeitnehmereinkommen erwirtschaften.
    Noch eins: Diejenigen, die die wenigsten Steuern bezahlen, schreien am lautesten, wenn es um mehr Unterstützung für ihre Unternehmen geht. Man muss nur die Verbände hören.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%