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Konjunktur Deutsche Industrie mit unerwartetem Auftragsschwund

Die deutsche Industrie hat im November entgegen den Erwartungen von Ökonomen einen unerwarteten Auftragsrückgang verzeichnet. Grund ist die schwache Auslandsnachfrage.
08.01.2020 Update: 08.01.2020 - 09:45 Uhr Kommentieren
Die Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten ist aus den Euro-Ländern um 3,3 Prozent gesunken, die aus dem Rest der Welt um 2,8 Prozent. Quelle: dpa
Industrie

Die Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten ist aus den Euro-Ländern um 3,3 Prozent gesunken, die aus dem Rest der Welt um 2,8 Prozent.

(Foto: dpa)

Berlin Das Neugeschäft schrumpfte um 1,3 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 0,3 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte es noch ein Plus von revidiert 0,2 (bisher: minus 0,4) Prozent gegeben, im September von 1,0 Prozent.

„Damit fällt auch der Ausblick der Industrie für das neue Jahr verhalten aus“, sagte die Konjunkturexpertin des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), Katharina Huhn, zu der Entwicklung.

Während die Bestellungen aus dem Inland im November um 1,6 Prozent zulegten, sanken die Aufträge aus dem Ausland um 3,1 Prozent. Dabei fiel die Nachfrage aus den Euro-Ländern um 3,3 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 2,8 Prozent. Eine schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und das Brexit-Chaos haben die exportabhängige Industrie zuletzt in die Rezession gedrückt und die gesamte Wirtschaft belastet.

Wichtige Konjunkturindikatoren haben sich aber stabilisiert. So legte der Ifo-Geschäftsklimaindex - der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft – zuletzt zu. „Der Ausblick für die Industriekonjunktur hat sich etwas verbessert“, betonte das Ministerium deshalb. Für das zu Ende gegangene vierte Quartal rechnen viele Experten erneut nur mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent.

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    „Jetzt kommen im Nahen Osten auch noch militärische Konflikte hinzu“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, angesichts der Eskalation zwischen den USA und dem Iran. „Das verheißt für den deutschen Auftragseingang vorerst nichts Gutes.“

    Dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge gingen 2018 etwa 51 Milliarden Euro an deutschen Exporten in die Region einschließlich der Türkei und Ägypten. Die Rezessionsgefahr sei keineswegs gebannt, warnte Gitzel daher. In den kommenden Monaten sei lediglich „eine blutleere Aufwärtsbewegung“ bei der deutschen Industrieproduktion zu erwarten, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

    Mehr: Deutsche Unternehmen im Iran hatten sich schon länger mit einer schwierigen Situationen abfinden müssen. Bis zuletzt hatten sie Hoffnung auf eine Entspannung.

    • rtr
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