Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Konjunktur Deutsche Unternehmen blicken pessimistischer in die Zukunft als Firmen anderer Länder

Eine weltweite Umfrage der HSBC zeigt, dass sich die Firmen hierzulande mehr als anderswo um Lieferketten sorgen. Sie sind auch mit Blick auf Klimaneutralität skeptischer.
03.12.2020 - 07:00 Uhr 1 Kommentar
Stärker als in anderen Weltgegenden zweifeln die Firmen hierzulande an wachsendem Erfolg im internationalen Handel. Quelle: imago stock&people
Geschäftszentrum in Hamburg

Stärker als in anderen Weltgegenden zweifeln die Firmen hierzulande an wachsendem Erfolg im internationalen Handel.

(Foto: imago stock&people)

Berlin Die Firmenlenker in Deutschland beurteilen ihre Geschäftsaussichten in und nach der Coronakrise deutlich skeptischer als Unternehmen in anderen Ländern. Nur 15 Prozent sagten in einer Umfrage, sie seien zuversichtlicher als ein Jahr zuvor. Das mag Corona geschuldet sein. Jedoch: In allen anderen Ländern Europas und in wichtigen Märkten wie in den USA und Asien ist die Zuversicht größer.

Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hat für die Geschäftsbank HSBC weltweit 10.368 Führungskräfte aller Branchen und Unternehmensgrößen befragt. In Deutschland waren 350 Firmen beteiligt.

Die Deutschen sind mit Blick auf ihre Geschäftsaussichten pessimistischer als die globale Konkurrenz – obwohl sie erwarten, dass sie etwas eher im Jahr 2022 zum Vorkrisenniveau zurückkehren können als Firmen anderer Länder. Entsprechend zurückhaltender sind sie bei den Investitionen: 59 Prozent wollen diese erhöhen – weltweit allerdings wollen dies 67 Prozent und in Europa 64 Prozent tun.

Auch die Unternehmensstrategien sind defensiver: Auf Platz eins steht die Kostenreduzierung, aber immerhin an zweiter Stelle Expansionspläne in neue Märkte und an dritter der Plan, die Produktqualität zu erhöhen. Die Absicht, in neue Fertigkeiten ihrer Arbeitnehmer zu investieren, folgt erst an vierter Stelle.

Allerdings: Bei der Umsetzung dieser Absichten sind deutsche Firmen schneller als die internationale Konkurrenz. 84 Prozent haben bereits in den letzten zwölf Monaten mit Umstrukturierungen begonnen.

Zudem sind die meisten Befragten überzeugt, dass technische Innovationen und mehr Unternehmergeist entscheidend für den Erfolg ihres Unternehmens in der Zukunft sein werden.

Skepsis gegenüber dem Trend zur Nachhaltigkeit

Stärker als in anderen Weltgegenden zweifeln die Firmen hierzulande an wachsendem Erfolg im internationalen Handel. 63 Prozent erwarten hier Wachstum – während es weltweit 72 Prozent sind.

Im Kontrast dazu steht allerdings ihr Verhalten: Weniger am internationalen Handel beteiligen wolle sich die wenigsten deutschen Firmen. Ihr Fokus liegt dabei allerdings klar im innereuropäischen Handel, wobei Frankreich und Österreich die bevorzugten Partnerländer sind.

Der Corona-Schock sitzt offenbar tief: 89 Prozent der befragten Unternehmenslenker machen sich Sorgen um ihre Lieferketten. Sie fürchten steigende Kosten, Instabilität und fehlende Flexibilität. Viele Firmen konzentrieren sich demnach stärker auf Zulieferer aus Europa. Wichtiger wird, dass Zulieferer schnell liefern können und dass sie fit im Umgang mit Digitaltechnologien sind. 44 Prozent der Befragten erwarten zudem, dass ein Umbau ihrer Lieferketten Kosten reduzieren wird.

Kantar und HSBC fragten die Unternehmenslenker auch, was sie vom Wandel der Wirtschaft zu Klimaneutralität, sozialer Teilhabe und nachhaltiger Unternehmensführung halten. 86 Prozent sagten, dass sich daraus vielfältige Geschäftsgelegenheiten entwickeln würden.

Trotzdem glauben aber nur 73 Prozent, dass die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit gut für ihr Geschäft ist – weltweit sind dies 86 Prozent. Nur drei Fünftel der deutschen Firmen haben sich Nachhaltigkeitsziele gesetzt – gegenüber drei Viertel der internationalen Konkurrenz. Dabei erwartet eine Mehrheit der Firmen auch in Deutschland, dass Regierungen und Konsumenten wahrscheinlich den Druck zu mehr Nachhaltigkeit erhöhen werden

Mehr: Welche Regionen in Deutschland am besten aus der Krise kommen.


Startseite
Mehr zu: Konjunktur - Deutsche Unternehmen blicken pessimistischer in die Zukunft als Firmen anderer Länder
1 Kommentar zu "Konjunktur: Deutsche Unternehmen blicken pessimistischer in die Zukunft als Firmen anderer Länder"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auch da gilt - wie in der Politik - um so schwieriger und gefährlicher man die Situation bzw. die Aussichten darstellt, um so kompromissbereiter ist das Personal.
    Wenn man doch gut durch die vermeintliche Krise kommt, um so besser kann man die eigene Leistung als genial verkaufen und wenn nicht, dann hat eben das Umfeld oder die Rahmenbedingungen (wie z.Z. Corona) die Schuld für eigene Leistung herzuhalten.
    Offensichtlich wirkt die German Angst als Stilmittel in Deutschland gut.
    Schließlich haben wir viel zu verlieren. Und wenn es dann doch klappt mit Steigerungszahlen u.ä. dann ist die Führung oder die Politik die Helden der Nation.

    Aber immerhin sind Expansionspläne mittlerweile auch weit verbreitet.
    Letztendlich sind wir gut aufgestellt, trotz der weltweit fast höchsten Steuer- und Abgabenbelastungen.
    Falls wir uns dann durch Sparsamkeit und hoher Steuereingänge wieder berappelt haben, machen wir eben mal eine Energiewende o.ä. und schon haben wir wieder eine hausgemachte Krise.
    Wäre ja sonst zu schön.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%