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Konjunktur Die Autoindustrie bremst das deutsche Wirtschaftswachstum

Der Konjunkturdämpfer des dritten Quartals geht zu einem großen Teil auf das neue Abgasprüfverfahren WLTP zurück, haben Ökonomen ausgerechnet.
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Die Autoindustrie bremst das deutsche Wirtschaftswachstum Quelle: dpa
Auto-Produktion

Aufgrund des neuen Abgasmessverfahrens drosselten manche Hersteller ihre Fertigung.

(Foto: dpa)

BerlinDie genaue Wachstumszahl für das dritte Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt zwar erst Mittwoch früh. Doch alle Frühindikatoren haben zuletzt gezeigt: Die Konjunktur erlitt im Zeitraum Juli bis September einen spürbaren Dämpfer.

Einen großen Anteil daran hat die Autoindustrie. „Rein rechnerisch hat der Rückgang der Produktion in diesem Wirtschaftsbereich den Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um etwa 0,3 Prozent gedämpft“, stellen Ökonomen des Kieler IfW in einer Studie fest.

Die Ursache für den erheblichen Produktionsrückgang in der Automobilbranche im Sommer ist der neue internationale WLTP-Standard zur Abgasmessung. Die Umstellung auf diesen Standard zum 1. September haben  die deutschen Autohersteller nicht für alle Automodelle geschafft. Sie drosselten deshalb vor allem im August die Produktion, so das IfW.

Und das heftig. Allein im August wurden mit 310.000 Pkw in Deutschland etwa 31 Prozent weniger Autos hergestellt als im Vorjahresmonat. „Belastend hinzu kam die in diesem Monat ferienbedingt recht geringe Anzahl an Arbeitstagen“, so die Ökonomen. Die Folgen für die Konjunktur könnten sogar größer als 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gewesen sein: Denn auch die Zulieferer litten unter der geringeren Produktion.

Im September habe sich die WLTP-Bremse bereits wieder abgeschwächt: Die Anzahl der hergestellten Pkw lag nur noch 23 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insgesamt ist die Produktion im Bereich Kraftwagen und Kraftwagenteile im dritten Quartal damit um mehr als sieben Prozent zurückgegangen – während die Zulassungszahlen noch anstiegen. Die Produktion wurde also nicht mangels Nachfrage gedrosselt.

Die gute Seite der schlechten Nachricht lautet: Die ausgefallene Produktion dürfte großenteils nachgeholt werden. Nicht sofort in diesem Quartal, das schaffen die Fabriken gar nicht. Aber voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019: Da kann die Konjunktur mit einem Extraschub rechnen, so die IfW-Ökonomen.

Eine schwache Entwicklung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal bescheinigte am Dienstag auch ZEW-Präsident Achim Wambach der deutschen Konjunktur. Die für den ZEW-Index regelmäßig befragten Börsenprofis erwarten bislang für die nächsten Monate vorerst keine Wende zum Besseren.

Der ZEW-Index legte daher nur leicht um 0,6 Zähler zu, blieb aber mit minus 24,1 Zählern im negativen Bereich. „Die Experten gehen damit derzeit nicht von einer schnellen Korrektur der schwächeren Wirtschaftsentwicklung aus“, sagte Wambach.

Vergangene Woche hatten die fünf Wirtschaftsweisen ihre Wachstumsprognosen für 2018 spürbar auf 1,6 Prozent gesenkt. Für 2019 erwarten sie nur noch eine Zunahme des BIP um 1,5 Prozent. Sie sind damit pessimistischer als die Bundesregierung und führende Forschungsinstitute, die Mitte Oktober noch mit Wachstumsraten um 1,8 Prozent für beide Jahre rechneten.

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