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Konjunktur Export bricht im ersten Halbjahr ein – aber Juni-Zahlen machen Hoffnung

Nach dem Tiefpunkt im April erholt sich der deutsche Export im Juni weiter. Vom Vorkrisenniveau ist er allerdings noch deutlich entfernt. Auch die Industrieproduktion zieht wieder an.
07.08.2020 Update: 07.08.2020 - 11:00 Uhr Kommentieren
Im Juni setzte sich die im Mai begonnene Erholung des Exports fort. Quelle: dpa
Schiffe werden im Containerhafen Duisburg beladen

Im Juni setzte sich die im Mai begonnene Erholung des Exports fort.

(Foto: dpa)

Wiesbaden Die Coronakrise hat tiefe Löcher in die deutsche Exportbilanz des ersten Halbjahres gerissen. Der Wert der Warenausfuhren brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent auf 576,8 Milliarden Euro ein, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. 

Im Juni setzte sich die im Mai begonnene Erholung fort. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Exporte kräftig um 14,9 Prozent. Es war der stärkste Anstieg im Vormonatsvergleich seit Beginn der Zeitreihe 1990. Dennoch liegen die Ausfuhren noch 16,0 Prozent unter dem Vorkrisenniveau im Februar 2020. 

Im Vergleich zum Juni 2019 verringerten sich die Ausfuhren um 9,4 Prozent auf 96,1 Milliarden Euro. Die Importe sanken um 10,0 Prozent auf 80,5 Milliarden Euro.

Der April hatte bislang den Tiefpunkt markiert. Zeitweise Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten hinterließen tiefe Spuren. Zuletzt spürten die deutschen Exporteure die Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern. In der Branche machte sich nach einer Umfrage des Ifo-Instituts im Juli vorsichtiger Optimismus breit.

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    Für das Gesamtjahr rechneten der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zuletzt mit einem Rückgang der Ausfuhren um 15 Prozent. Neben dem Privatkonsum zählt der Export zu den Stützen der deutschen Konjunktur.

    Nils Jannsen vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) meint dazu: „Die deutsche Wirtschaft ist auf Erholungskurs. Nach dem konjunkturellen Zwischenspurt in den Sommermonaten wird die weitere Erholung aber wohl deutlich mühseliger werden. Nachdem die Industrieproduktion ihren Tiefpunkt im April erreicht hatte, ist sie nun mit einem Plus von 11,1 Prozent im Juni den zweiten Monat in Folge deutlich aufwärtsgerichtet.

    Die Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich diese recht kräftige Erholung zunächst fortsetzen wird. So legten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt um fast 30 Prozent zu. Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal kräftig steigen. Gleichwohl wird die wirtschaftliche Aktivität dann noch spürbar unter dem Vorkrisenniveau liegen und die Erholung wohl an Tempo einbüßen.“

    Deutsche Industrie erholt sich weiter

    Auch die aktuellste Zahlen zur Industrieproduktion bestätigen einen positiven Trend. Im verarbeitenden Gewerbe sei die Fertigung im Juni im Monatsvergleich um 8,9 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten mit einem etwas schwächeren Zuwachs um 8,2 Prozent gerechnet. Am Donnerstag hatten bereits die Auftragseingänge in der Industrie Grund zum Optimismus gegeben.

    Der Anstieg im Juni war der zweite in Folge. In den Monaten März und April war die Produktion wegen der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie stark gefallen.

    Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Gesamtherstellung im Juni um 11,7 Prozent rückläufig. Das Vorkrisenniveau wird immer noch klar unterschritten: Im Vergleich zu Februar liegt die Gesamtproduktion 12,1 Prozent niedriger.In der Automobilindustrie ist die Produktion im Juni laut Bundesamt mit 54,7 Prozent zum Vormonat weiter stark angestiegen. Sie liegt in der deutschen Schlüsselindustrie aber noch gut 20 Prozent niedriger als im Februar. Im Februar waren die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie noch nicht in Kraft.


    Mehr: Trotz Corona-Pandemie legt Chinas Außenhandel weiter zu


    • dpa
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