Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Containerhafen Duisburg

Der Warenaustausch wird drastisch sinken.

(Foto: dpa)

Konjunktur IWF erwartet schwerste Wirtschaftskrise seit Großer Depression 1929

IWF-Chefin Georgieva nennt die Coronavirus-Pandemie „eine Krise wie keine zuvor“. Künftig will der Fonds auch Staaten mit nicht tragfähigen Schulden helfen.
09.04.2020 - 14:45 Uhr Kommentieren

Berlin Die Corona-Pandemie hat 170 der 189 Mitgliedstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) in die Rezession gestürzt. 160 von ihnen hatten noch vor drei Monaten gute Aussichten auf Wirtschaftswachstum.

IWF-Chefin Kristalina Georgieva kündigte am Donnerstag in Washington an, dass der Fonds in seinem Konjunkturbericht „World Economic Outlook“ am kommenden Dienstag den schlimmsten wirtschaftlichen Niedergang seit der Großen Depression 1929 beschreiben werde.

Der IWF sieht seine Aufgabe darin, notleidenden Staaten mit Liquidität durch die Krise zu helfen. „Wir stellen Kredite über eine Billion Dollar für unsere Mitgliedstaaten bereit“, sagte Georgieva. Die Notfallkredite wurden auf 100 Milliarden Dollar aufgestockt.

Und – sehr ungewöhnlich für den IWF, der sonst immer auf die pünktliche Bedienung seiner Kredite achtet – kündigte Georgieva an, „unseren Werkzeugkasten zu überholen“. Das Ziel sei, dass auch Staaten mit nicht tragfähigen Schulden IWF-Mittel für den gezielten Kampf gegen Corona bekommen können.

Aufgestockt wird deshalb auch der Katastrophenbeistandsfonds für Schuldenerleichterungen: Mit den reichen Industriestaaten arbeite man daran, diesen „CCRT“-Fonds auf 1,4 Milliarden Dollar aufzustocken, um Staaten Schuldenerleichterungen gewähren zu können. Dass Notkredite nötig sind, zeigt die hohe Zahl von Staaten in Finanzkrisen: Bereits 90 Länder haben den IWF um Finanzhilfen gebeten.

Vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer haben laut Georgieva meist nicht die Mittel, ihre Gesundheitssysteme ausreichend auszustatten für die Pandemie. Sie warb deshalb erneut dafür, dass reichere Staaten den ärmsten Entwicklungsländern bilaterale Schulden erlassen.

„Jeder fünfte Betrieb in Deutschland könnte insolvent gehen“

„Das Jahr 2020 wird katastrophal“, sagte die IWF-Chefin. Bisher erwarte der Fonds, dass 2021 eine weltweite Wirtschaftserholung einsetzen werde. Allerdings sei dies keineswegs sicher. Der IWF forderte deshalb, dass die Finanzminister und Notenbankchefs bei ihrem virtuellen Frühjahrstreffen kommende Woche ein gemeinsames Vorgehen gegen die Pandemie verabreden.

Der IWF setzt dafür vier Prioritäten:

  • Erstens müssten alle Staaten die Verbreitung des Virus eindämmen und die Gesundheitssysteme stärken.
  • Zweitens sollten sie mit großzügigen Hilfen Firmen und Arbeitnehmer durch die Krisenzeit helfen. Bereits bisher hätten die Staaten weltweit acht Billionen Dollar dafür bereitgestellt.
  • Drittens müssten alle darauf achten, das die Banken nicht in großen Stress durch ausfallende Kredite geraten und daraus eine Finanzkrise entsteht.
  • Und viertens müssten alle Staaten für den Wiederaufschwung planen.

Für Staaten ohne Inflationsdruck sollten die Notenbanken weiter für billiges Geld sorgen. Und die Regierungen sollten den Konsum stimulieren. Beim Exit aus dem Stillstand sollten alle Staaten schrittweise nach sorgfältigen Plänen vorgehen.

Mehr: Die Entwicklungen in der Coronakrise im Liveblog.

Startseite
Mehr zu: Konjunktur - IWF erwartet schwerste Wirtschaftskrise seit Großer Depression 1929
0 Kommentare zu "Konjunktur: IWF erwartet schwerste Wirtschaftskrise seit Großer Depression 1929"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%