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Konjunkturbericht Bundesbank: Deutsche Wirtschaft dürfte im Sommer „sehr kräftig“ wachsen

Wegen der Coronakrise ist die deutsche Wirtschaft im Rekordtempo eingebrochen. Für das laufende Quartal sagt die Bundesbank wieder Wachstum voraus.
17.08.2020 Update: 17.08.2020 - 13:07 Uhr Kommentieren
Die Bundesbank rechnet für den Sommer mit starken Wachstum. Quelle: dpa
Konjunktur

Die Bundesbank rechnet für den Sommer mit starken Wachstum.

(Foto: dpa)

Berlin Die Konjunktur zieht der Bundesbank zufolge derzeit stark an und löst sich damit vom Corona-Schock der vergangenen Monate. „Nach dem starken Einbruch im ersten Halbjahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal 2020 sehr kräftig wachsen“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

„Die deutliche und breit angelegte Erholung der gesamtwirtschaftlichen Leistung, die bereits nach dem Tiefpunkt im April einsetzte, wird sich aus heutiger Sicht fortsetzen.“ Der Weg zurück zur Normalität sei aber noch weit. „Ungeachtet der fortschreitenden Aufholbewegung wird das Vorkrisenniveau jedoch im Sommervierteljahr und darüber hinaus noch erheblich verfehlt.“

Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal wegen der Coronakrise im Rekordtempo von 10,1 Prozent eingebrochen. Im März und April standen Teile der deutschen Wirtschaft faktisch still. Ähnlich verhielt es sich in vielen anderen großen Volkswirtschaften, was den Außenhandel drastisch belastete. Die Fachwelt sagt für das laufende Quartal wieder Wachstum voraus.

Nach Einschätzung der Bundesbank dürften sich im Zuge der Erholung in der Industrie die Ausrüstungsinvestitionen beleben. Ein solider Beitrag zur Belebung insgesamt sei auch von den Ausgaben der Verbraucher zu erwarten. Ausschlaggebend dafür sei, dass die pandemiebedingten Einschränkungen erheblich gelockert worden seien. Zudem stabilisiere sich die Lage am Arbeitsmarkt etwas.

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    Allerdings sei die Virus-Pandemie international in vielen Ländern bislang noch nicht eingedämmt. „Dies beeinträchtigt die deutschen Exporte.“ Zudem dämpfe die hohe Unsicherheit im Hinblick auf den weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens die Investitionsbereitschaft der Firmen im In- und Ausland.

    Dies wiederum dürfte „einer umfassenden Erholung der Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen im Wege stehen“, erläuterten die Bundesbank-Experten. Bis eine effektive medizinische Lösung - etwa eine Impfung - verfügbar sei, bleibe auch „die Wirtschaftsaktivität in einigen heimischen Dienstleistungsbranchen eingeschränkt“. 

    EU-Verschuldung „bedenkliches Novum“

    Kritisch äußerte sich die Bundesbank zu der geplanten gemeinsamen Verschuldung der Europäischen Union (EU) . Die umfangreiche Schuldenfinanzierung sei ein „bedenkliches Novum“, schreiben die Währungshüter in ihrem neuen Monatsbericht vom Montag.

    „Eine Kreditaufnahme auf der EU-Ebene ist in den EU-Verträgen eigentlich nicht vorgesehen.“ Um Haftung und Kontrolle in der Balance zu halten, wäre ein deutlich stärkerer Integrationsgrad in der EU erforderlich, mahnt die Bundesbank. Derzeit ist die Finanzpolitik weitgehend Sache der EU-Staaten.

    Die EU-Staaten hatten sich im Juli auf einen mehrjährigen Finanzrahmen verständigt, der auch einen schuldenfinanzierten Extrahaushalt zur Bewältigung der Corona-Folgen umfasst. Dieser sieht sowohl Kredite als auch nicht rückzahlbare Zuschüsse für einzelne EU-Länder vor.

    Wenngleich die Bundesbank dieses solidarische Vorgehen grundsätzlich gutheißt, moniert sie, „dass sich für die wachstumsfördernde Wirkung von EU-Mitteln in der Vergangenheit ein gemischtes Bild zeigte.“

    Darüber hinaus weisen die Währungshüter darauf hin, dass die Kreditaufnahme der EU mit Kosten verbunden sei. „Die EU-Schulden werden die künftigen europäischen Steuerpflichtigen belasten, selbst wenn die Schulden nicht in den nationalen Statistiken abgebildet sind.“ Zins und Tilgung seien weiterhin von den Mitgliedstaaten zu erbringen. „Diese neuen Verpflichtungen aus den EU-Schulden sollten deshalb in die Bewertung der nationalen Staatsfinanzen einfließen.“

    Mehr: Japans Wirtschaft schrumpft im Rekordtempo

    • rtr
    • dpa
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