Konsequenzen gefordert Reichen-Studie schreckt SPD auf

In der Forbes-Liste der Milliardäre sind deutsche Namen dünn gesät. Doch der Eindruck täuscht: In Deutschland wimmelt es laut einer Studie von Superreichen. Das weckt Begehrlichkeiten - bei der SPD.
11 Kommentare
Nur Fiktion, aber dennoch sehr vermögend: Die Disney-Figur Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt. Quelle: ap

Nur Fiktion, aber dennoch sehr vermögend: Die Disney-Figur Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt.

(Foto: ap)

DüsseldorfAngesichts einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting, derzufolge es in der Bundesrepublik 839 Haushalte mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar gibt, fordert der Vorsitzende der schleswig-holsteinischen SPD, Ralf Stegner, Konsequenzen. "Dass in Deutschland arm und Reich immer weiter auseinanderklaffen, macht es zwingend, dass die mit den höchsten Einkommen und Vermögen mehr beitragen müssen zur Finanzierung des Gemeinwesens", sagte das SPD-Präsidiumsmitglied Handelsblatt Online. "Das bedeutet Vermögenssteuer und ein höherer Spitzensteuersatz, eine gerechtere Besteuerung großer Erbschaften und von Spekulationsgewinnen sowie ordentliche Mindestlöhne."

Konkret fordert Stegner eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 Prozent für Einkommen über 100000 Euro (Verheiratete: 200000 Euro) sowie einen dreiprozentigen "Reichensteuer"-Aufschlag. Ab einem Einkommen von 250000 Euro (Verheiratete: 500000 Euro) wären dann 52 Prozent Steuer fällig.

Der SPD-Politiker plädiert zudem für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer auf große Privatvermögen. Und auch bei der Besteuerung von Kapitaleinkünften sieht Stegner Handlungsbedarf. Er fordert eine Anhebung des Abgeltungssteuersatzes von 25 auf 30 Prozent.

Laut der Boston-Consulting-Untersuchung leben in Deutschland sogar mehr Superreiche als im Ölstaat Saudi-Arabien mit 826. Die meisten wirklich Wohlhabenden gibt es laut der Studie indes in den Vereinigten Staaten; hier schwimmen 2692 Haushalte im Geld.

Die Zahlen überraschen auf den ersten Blick, denn von deutschen Superreichen hört man gemeinhin eher wenig. Es tauchen nur ganz wenige Namen auf der jährlich erscheinenden Milliardärsliste des US-Magazin Forbes auf. Aldi-Mitgründer Karl Albrecht landete zuletzt auf Platz zwölf mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet 25,5 Milliarden Dollar; erst auf Platz 38 folgt dann mit dem Versandhaus-König Michael Otto ein weiterer Deutscher (16,6 Milliarden Dollar).

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Konsequenzen gefordert - Reichen-Studie schreckt SPD auf

11 Kommentare zu "Konsequenzen gefordert: Reichen-Studie schreckt SPD auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist heuchlerisch und zynisch, wenn Leute wie Herr Stegner nach Erscheinen von irgendeiner Studie von gerechterer Verteilung und größerer Beteiligung der Reichen und Superreichen faselt.

    Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich schon seit Jahren immer mehr.

    Siehe: www.reichtumsuhr.de

    Die SPD war in ihrer Regierungszeit mitverantwortlich dafür. Unter maßgeblicher Beteiligung der SPD wurden Löhne gedrückt, Spitzensteuersätze gesenkt und vieles mehr, das die Schere immer weiter geöffnet hat.
    Das alles weiß Herr Stegner auch.

  • Lächerlich - der Altkommunist Stegner kommt wieder mit den üblichen Begehrlichkeiten. Die "Reichen" sollen bluten, um dann bereits bei 100.000,-- EUR abzugreifen und damit die Leistungsträger unserer Gesellschaft zu bestrafen. Wenn diese dann dennoch etwas für das Alter zusammengespart haben, soll die Vermögenssteuer endgültig dafür sorgen, das alle gleicher werden. Nur nicht seine politische Klasse, die werden weiter ihr "Wandlitz" haben - gleicher werden nur die anderen.....

  • Einige hier scheinen ein sehr kurzes Gedächtnis zu haben: zur Gründungszeit unserer Republik war der Spitzensteuersatz über 60% und die Vermögensteuer wurde zu Recht erhoben! Die Vermögensteuer wurde ausgesetzt, der Spitzensteuersatz auf 42% abgesenkt, alles Maßnahmen, die ohne Not umgesetzt wurden. Auch die SPD war unter Schröder daran tatkräftig beteiligt, deswegen sollten die jetzt nicht so vollmundig auftreten! Auch die Gewerkschaften haben hier, bei Hartz IV, 1-Euro-Jobs, Lastenverschiebung in der Sozialversicherung und AN-Verleihung auf das Kläglichste versagt! Diese Steuergeschenke führten und führen zu Einnahmeausfällen i.H.v. zig Milliarden Euro pro Jahr! Man sollte auch nicht vergessen, dass ein normal verdienender Arbeitnehmer zusammen mit der SozVers auf eine Abgabenlast von über 50% kommt. Wer nun glaubt, er müsste sein Geld vor dem Fiskus in der Schweiz oder in Liechtenstein verstecken, handelt volkswirtschaftlich verantwortungslos, billig und schlicht ergreifend kriminell. Dass diese Steuergeschenke zu einer immer größer werdenden Kluft zwischen Vermögenden und Armen führt, ist Fakt. Und dass die Abgabenlast für kleine und mittlere Einkommen viel zu hoch ist, auch! Der Staat darf aber auch die Unternehmen nicht mit zuviel Abgaben belasten, damit genügend Kapital für notwendige Investitionen vorhanden ist.
    Trotz falscher Einnahmepolitik sprudeln Steuern und Abgaben in einer noch nie da gewesenen Höhe. Gleichwohl haben sich die Schulden auf über 2 Billionen erhöht, weil die Mehreinnahmen immer zu mehr Begehrlichkeiten in der Politik geführt haben, sei es im Bereich der Umverteilung von oben nach unten oder im Bereich der Subventionen. Das ist einfach nur stümperhaft!

  • Zitat Handelsblatt:
    "Die meisten wirklich Wohlhabenden gibt es laut der Studie indes in den Vereinigten Staaten".

    Das ist so nicht richtig, wenn man es auf die Einwohnerzahl bezieht. Während das Bevölkerungsverhältnis zwischen Deuschland und USA 1:3,8 ist, liegt der Wert bei den Superreichen bei 1:3,25

    Das ist ein erheblicher Unterschied.

    Die klaffende Schere, die Umverteilung, das fortgesetzte Lohn-, Sozial- und Rentendumping, Klientelpolitik und einseitige Inanspruchnahme des Staates für Bankenkrisen und Transferzahlungen in den Euroraum sind auch der wesentliche Grund, warum in der Bundesrepublik - trotz deutlich steigender Produktivität! - ein immer größer werdender Bevölkerungsanteil Altersarmut, Kinderarmut und sozialen Verelendung preis gegeben wird.

    Meiner Überzeugung nach ist es nicht überraschend, dass in dieser Zeit mit einem gewissen Baron zu Guttenberg, dank Gnade der Geburt rund 400 Millionen Euro schwer, mit Hilfe von ihrerseits milliardenschweren Verlegern alias Friede Springer, Liz Mohn und Hubert Burda ein "privater Vermögensverwalter" auf den deutschen Kanzler-Thron gehoben werden sollte.

    Wo die Hauptursache für die Schieflage in diesem Land fußt, wird am besten aus dieser kombinierten Vermögens- und Schuldenuhr deutlich.

    Siehe ----> http://tinyurl.com/665k3b9

    Schockierend auch die kurze Ansprache von Professor Jarass im ZDF.

    Siehe ---> http://is.gd/NF7jJI

  • Ralf Stegner sollte sich überlegen ob er nicht besser in einer Partei wie Die Linken aufgehoben ist. Dort fände er sicher ein warmes Plätzchen im linksextremen Flügel.

  • Hat die SPD wieder ein Thema wiedergefunden, dass noch nicht von den Grünen belegt ist. Es ist doch schon jetzt so, das die großen Einkommen jede Möglichkeit nutzen um ihr Geld zu verstecken. warum "verschreckt" man sie weiterhin mit solchen Debatten anstatt ihnen Anreize zu geben ihre Steuern in Deutschland zu zahlen. Alle Steuern runter, Subventionen streichen, Grundfrebetrag deutlich erhöhen.

  • Sorry, aber wie sinnvoll ist es, wenn man einerseits die superreichen geißelt und andererseits davon spricht, den Spitzensteuersatz ab 100 000€ von 42% auf 49% zu erhöhen?
    Wer ist denn nun der böse Feind? Der Superreiche auf seiner Südsee-Insel oder der 100tsd-€-Mann im Hamsterrad, der in Zukunft noch mehr strampeln darf? Vielleicht sollte man sich als Politiker auch mal an die eigene Nase fassen und darüber nachdenken, ob man vielleicht mit dem aktuellen Etat auskommen kann und ob es wirklich so sinnvoll ist, das dt. Steuergeld in ganz Europa zu verteilen!? Dieser Populismus ist unverschämt.

    Freundliche Grüße!

  • Allein Stegners Kommentar sorgt schon dafür, daß wieder mehr Geld in die Schweiz abfließt.
    Sozis glauben, daß jemand der Geld hat, es jemand anderen weggenommen hat - irgendwie. Das ist ein Irrtum. Wenn jemand reich ist, dann deswegen weil er ein Produkt oder Dienstleistung anbietet, die viele anderen vorteilhaft erscheint, von denen andere überzeugt sind, daß es hilft.
    Ein Reicher, wie z.B. Aldi-Gründer, ist jemand der andere bereichert, sonst bleibt man nicht dauerhaft reich. Desto mehr solche Persönlichkeiten in unserem Land leben, desto mehr Chancen für alle. Allerdings auch desto mehr Vermögensunterschiede! Aber der Vermögensunterschied sagt ja nichts aus über Lebensqualität. Die Aldi-Kassiererin kann sich ein sehr gutes Leben, ohne jegliche Mangelerscheinung leisten. So ein Niveau war vor 70 Jahren hier fast unvorstellbar. Vermögensunterschiede sind kein Kriterium. Entscheidend ist allen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu ebnen. Die nötigen Mittel dafür systematisch außer Landes zu treiben, durch die Dämonisierung Unternehmerpersönlichkeiten ist falsch. Ich mag mein Land, aber wenn USA flexibler ist, dann Auf Wiedersehen.

  • Noch mehr Steuern in Deutschland zahlen damit wir noch mehr Rettungspakete schnüren können für Länder die jetzt schon auf ihr Recht zum Steuerdumping pochen? Für Länder die sich auf die Transferunion als Einkommensmodell spezialisieren?
    Sehen Sie auch wie ich das da an dieser Logik etwas falsch ist?

    Ich denke weniger Steuern macht eher Sinn, wir brauchen einen schlanken Staat sonst wird der Staathaushalt immer wieder zum Raubgut.

  • Besserer Vorschlag für die nimmersatten Schmarotzer in der
    Politik:
    100 % Abgaben auf Einkommen und Vermögen.
    Das nach Auffassung der Politik Lebensnotwendige kann ja
    dann über Bezugscheine an die Bevölkerung verteilt werden.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%