Konservative geben Kanzlerin kontra Merkel spaltet mit Islam-Bekenntnis die Union

Angela Merkel räumt dem Islam einen festen Platz in der deutschen Gesellschaft ein – und erntet dafür heftigen Widerspruch in den eigenen Reihen. Auch die AfD-Spitze kritisiert das Islam-Bekenntnis der Kanzlerin scharf.
Update: 13.01.2015 - 16:18 Uhr 110 Kommentare
Muslime beim Gebet: Für die Kanzlerin gehört der Islam zu Deutschland. Doch nicht alle in der Union sehen das so wie sie. Quelle: Imago

Muslime beim Gebet: Für die Kanzlerin gehört der Islam zu Deutschland. Doch nicht alle in der Union sehen das so wie sie.

(Foto: Imago)

BerlinSpitzenpolitiker von CDU und CSU haben der Aussage von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wonach der Islam zu Deutschland gehöre, deutlich widersprochen. „Es bleibt bei dem, was ich 2011 gesagt habe“, sagte der ehemalige Innenminister und heutige Unions-Fraktionsvize, Hans-Peter Friedrich (CSU). dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Damals hatte Friedrich bei seinem Amtsantritt erklärt: „Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich aus der Historie nirgends belegen lässt.“ Menschen mit islamischem Glauben gehörten zu Deutschland, aber die Leitkultur in Deutschland sei die christlich-jüdisch-abendländische Kultur.“

Im Deutschlandfunk betonte Friedrich überdies, dass der Islam als Religion nicht grundlegend für die historische und kulturelle Prägung Deutschlands sei. Tatsache sei aber, dass die Muslime zu Deutschland gehörten, sagte der CSU-Politiker.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier stützt dagegen die Äußerung Merkels. „Der Islam ist Realität in Deutschland“, sagte der CDU-Bundesvize dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe). „Und deshalb gehört er auch zu Deutschland.“

Im Jahr 2010 war Bouffier noch deutlich kritischer. Damals sagte er, der Islam gehöre nicht zum „Fundament unseres Landes“. Weiter sagte Bouffier: „Wenn der Islam zu Deutschland gehören will, muss er sich auch aus Deutschland beziehungsweise Europa heraus entwickeln.“

Ähnlich wie Friedrich äußerte sich der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU). „Deutschland hat eine christlich-jüdische, keine islamisch geprägte kulturelle Tradition“, sagte Bosbach dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Mit Blick auf Merkels Islam-Bekenntnis fragte er, welcher Islam gemeint sei. Gelte das auch für seine islamistischen oder salafistischen Strömungen? „Auch die Scharia gehört ganz gewiss nicht zu Deutschland, sie steht in weiten Teilen in einem krassen Gegensatz zu den grundlegenden Prinzipien unserer Rechtsordnung“, betonte Bosbach.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß, der wie Bosbach dem konservativen Berliner Kreis in der CDU angehört, räumte zwar ein, dass in Deutschland vier Millionen Muslime lebten, und es auch unbestritten sei, dass „im Land, in dem die Idee der Aufklärung geboren wurde“, mehrere Religionen nebeneinander friedlich bestehen könnten. „Aber die Wurzeln unseres Landes sind in erster Linie und vor allem von der christlich-jüdischen Tradition geprägt“, sagte Bareiß dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Dies sind die Grundlagen unserer Werte und unserer Geschichte.“

Die Kanzlerin und Bundespräsident Joachim Gauck nehmen heute Abend an einer Mahnwache am Brandenburger Tor teil, zu der unter anderem der Zentralrat der Muslime in Deutschland aufgerufen hat.

Gehört der Islam tatsächlich zu Deutschland?

Noch deutlicher geht der „Konservative Aufbruch“ in der CSU auf Distanz zu Merkel. „Mit ihrer pauschalen und undifferenzierten Aussage zum Islam befördert Kanzlerin Merkel die Befürchtungen einer zunehmenden Islamisierung unseres Landes“, sagte der stellvertretende Sprecher des „Aufbruchs“, David Bendels, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Denn „der Islam“ umfasst keineswegs nur die Millionen friedlichen, friedliebenden und unseren verfassungsrechtlichen Wertekonsens respektierenden Muslime in Deutschland, sondern alle Facetten einer Religion, die dort, wo sie zur vollen Entfaltung kommt, leider immer wieder verlässlich ihre totalitären und menschenverachtenden Züge zeigt.“

Bei einem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu hatte Merkel am Montag erklärt: „Der frühere Bundespräsident Wulff hat gesagt, der Islam gehört zu Deutschland. Das ist so. Dieser Meinung bin ich auch.“

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110 Kommentare zu "Konservative geben Kanzlerin kontra: Merkel spaltet mit Islam-Bekenntnis die Union"

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  • Kompliment an das Handelsblatt. Hier fühlt man sich nicht bevomundet und für dumm verkauft, sondern wirklich informiert. Kritische und nonkonforme Kommentare werden zugelassen und nicht wegzensiert wie in vielen etablierten Medien.
    Der Islam gehört zu Deutschland wie die Reeperbahn nach Mekka (Akif Pirncci)

  • Das Kolchosen Weib wirkt geistig verwirrt.
    Die ständigen Kniefälle im Ausland u. Pegida haben sie ausgemergelt. Kohl hat Recht ... rumlungern u. aussitzen.

  • Das Kolchosen Weib aus der Uckermark ist geistig verwirrt u. total überfordert.
    Der Dicke aus Oggersheim hat sie richtig chrackterisiert. Rumlungern u. aussitzen.

  • IM Erika wird fallen ... wie Honecker.
    Dann bleibt nur noch der Schwätzer IM Larve. Freunde nennen ihn auch den Gauckler!

  • Der Islam gehört zu Deutschland wie das katholische Hochamt zu Mekka.

    Das weiß das ehemalige FDJ-Mitglied und die evangelische Pfarrerstochter Angela Kasner nur zu gut. Oder will das Merkel im türkischstämmigen Milieu für die Wahl 2017 einfach nur Stimmen abfischen?

  • "Mich interessiert das nicht. Ich will eher wissen: wo kommen sie her? Was führte zur extremen Einstellung? Wie finanzieren sich solche Organisationen? Wer steht dahinter? Wer liefert Waffen? Was ist deren Ziel?"

    1. Mal wissen wir wo sie herkommen …. durchweg aus dem nahen Osten und islamistisch geprägten Ländern Afrikas. Oder zumindest wurden sie dort letztendlich ausgebildet bzw. radikalisiert. Was zu deren extremen Einstellung führte oder führt interessiert mich wiederum nicht im Geringsten …. Wer sich nicht an unseren Werten orientiert und unsere Gesetze respektiert hat auch keinen Anspruch auf Verständnis, geschweige denn Toleranz …. und was das Ziel des Islams ist, dürfte wohl nun hinreichend bekannt sein: die Weltherrschaft über die Andersgläubigen!

  • Ich habe die Kommentare sehr wohl gelesen und kann den Großteil 1:1 unterschreiben!

    " ... Kriminalität und Brutalität hängen nicht von der Religion ab sondern wesentlich von Erziehung und Umwelt, ..."
    …. nein, die ganzen ethnischen Konflikte haben nichts mit der Religion zu tun. So gesehen gebe ich Ihnen Recht, denn der Isalm ist eine radikal fundamentalistische Ideologie, …. mit der Ziel der Weltherrschaft. Mit den anderen großen Konfessionen gibt es bei weitem keine solchen Probleme! Und was Kriminalität und Brutalität angeht, ist Erziehung und Umwelt (typisches Opferrollen-Denken) eher ein Herkunftsproblem, sprich die Nationalität. Sie müssen sich nur die Gewaltstatistiken oder die TV-Sendung Aktenzeichen XY anschauen …. Tötungsdelikte und Raubmorde gehen zumeist auf das Konto von Muslime, Südländer oder Osteuropäer ….. wenn mal ein deutscher Namen auftaucht, dann meisten in Verbindung mit Betrugsfällen oder Wirtschaftskriminalität.

  • "Merkel spaltet.."

    Nein, nicht nur Frau Merkel !

    Seit Rot/Grün, mit allen parasitären "Volksvertretern", nicht alle aber zu viele, die durch kranke deregulierte Lobby-Gesetzte und dadurch, nicht durch seriöse Leistung bestechliche Millionäre wurden, gefährden unsere Demokratie und den Frieden in Europa !!!

    Die schädliche Abgeordneten-Liste muss verboten werden, sonst werden wir diese Parasiten nicht los, auf demokratischem Weg !

    Nicht ohne miesen Grund wurde diese Liste u.a. eingeführt !!!

  • Das ist ein gutes Statement. Allerdings muss man sich fragen, warum man sich Leute genötigt sehen, dies hier abzugeben. Die Trennung ist doch schon sehr lange eine Selbstverständlichkeit. Beängstigend!

    Religionen haben dem Mengen in bestimmten Territorien als Gesetze gedient. Sie haben meiner Meinung nach so gut wie gar nichts mit den Worten der Propheten zu tun. Wer an deren Worte glaubt, braucht keine Religion und schon lange keine Dogmen. Die Lehren bilden die Grundlagen der Ethik, welche die Gesetze nicht hergeben aber an den Menschen in der Kinderstube herangetragen werden.

    Es gab schon Ansätze: Ethik in der Schule. Dort können die Grundlagen aller wichtiger Propheten und Meilensteine gelegt werden. Die positive Essenz für eine gesunde Gesellschaft.

    Realität ist aber, dass unterschiedliche Religionen in selbstdefinierten Namen von Prophet X, Y oder Z eigene Machtinteressen verfolgen. Die Schar soll wachsen.

    Wir haben in der BRD die einmalige Gelegenheit, neue Wege zu gehen. eine multikulturelle Gesellschaft kann nur mit einem gemeinsamen Ethikverständnis funktionieren. Da, wie bereits erwähnt, die Politik von der Relidion getrennt ist, steht dem eigentlich nichts im Wege.

  • Es freut mich für Sie, dass Sie schreiben können, dann sollte die Fähigkeit des Lesens ebenfalls gegeben sein. Also lesen Sie doch einfach mal ein paar der Kommentare, dann erübrigt sich Ihre Frage!

    Kriminalität und Brutalität hängen nicht von der Religion ab sondern wesentlich von Erziehung und Umwelt, z.T. auch ggf. von genetischer Disposition.

    Allerdings ist Religion, welcher Art auch immer, sehr oft die Ursache von Konflikten und das seit Anbeginn der Tage.

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