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Konsum Warum das Glühbirnenverbot nicht greift

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Und auch das zweite Ziel der Umweltprämie scheint erreicht: Es wurden mehr Kleinwagen verkauft und dadurch - so die Hoffnung der Politiker - die Umweltbilanz verbessert. Zum Vergleich: Ganz anders lief es bisher bei der Ökosteuer auf Benzin. Höhere Spritkosten haben kaum dazu beigetragen, dass die Deutschen kleinere Autos kaufen.

Allem Anschein nach kann der Staat durch Subventionen die Konsumenten effektiver beeinflussen als durch Verbote: "Preisherabsetzungen sind ungeheuer attraktiv", sagt Lucia Reisch. Und auch Rainer Kambeck bestätigt: "Monetäre Anreize wirken gut." Bei der Abwrackprämie sei der Erfolg allerdings nur kurzfristig: "Langfristig gesehen ist die Abwrackprämie volkswirtschaftlich fragwürdig", so Kambeck weiter. Die Folgen sind schon heute absehbar: Laut einer aktuellen Roland-Berger-Studie sind bis zu 90 000 Arbeitsplätze in der Automobilbranche in Gefahr, wenn die Abwrackprämie ausläuft.

Für wirtschaftlich sinnvoll hält auch Ingo Schoenheit die Auto-Subvention nicht. Allerdings sei sie ein deutliches Zeichen für die Entschlossenheit des Staates und habe die Stimmung belebt: "Die Abwrackprämie ist zwar ein Strohfeuer, aber sie symbolisiert auch, der Staat ist gewillt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen." Eine solche Symbolik konnte das Glühbirnenverbot nicht entfalten und wurde auch deshalb von den Verbrauchern abgestraft.

Eine Alternative zum rigorosen Verbot wäre eine Preiserhöhung auf die energieverschwendenden Lampen gewesen. "Auf höhere Preise müssen Verbraucher reagieren", sagte RWI-Experte Rainer Kambeck. Diese hätte man über eine Steuer erreichen können. Bei der Ökosteuer auf Benzin, Tabaksteuer auf Zigaretten und der Steuer auf die so genannten Alkopops hat der Staat das bereits versucht. Mit wechselndem Erfolg.

Die Alkopop-Steuer beispielsweise hatte das Ziel, den Konsum der süßen Alkoholika so teuer zu machen, dass es für Jugendliche nicht mehr erschwinglich war. Diese mischten fortan selbst Hochprozentiges mit Erfrischungsgetränken und umgingen die Steuer. "Wenn die Steuer das Verhalten so beeinflussen könnte, dass weniger konsumiert würde, dann wäre sie sinnvoll", so Kambeck. Sie würde allerdings wirkungslos, wenn das besteuerte Gut - wie in diesem Fall - so leicht zu ersetzen sei.

Und wenn sonst nichts hilft, sollten Politiker eine einfache Regel beherzigen: "Öfter mit gutem Beispiel vorangehen", empfiehlt Lucia Reisch. Das öffentliche Beschaffungswesen hat eine nicht zu unterschätzende Macht. Einerseits zeigt es den Bürgern, dass der Staat nicht nur über Nachhaltigkeit redet, sondern selbst nachhaltig konsumiert. Andererseits können so Märkte geschaffen werden, auf denen es sonst zu wenig Nachfrage gäbe.

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