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Konzept Bundesregierung plant Online-Renten-Check

Noch muss man Einsicht in seine Rentenakten aufwendig beantragen, das könnte sich nun ändern. Die Bundesregierung plant offenbar ein digitales Portal.
Update: 19.03.2019 - 15:10 Uhr Kommentieren
Die Bundesregierung plant eine Online-Ansicht für die Rentenunterlagen. Quelle: dpa
Rente

Die Bundesregierung plant eine Online-Ansicht für die Rentenunterlagen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Bundesregierung arbeitet an ihrem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, die Bürger transparent und umfassend über ihre individuellen Rentenansprüche zu informieren. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wird dafür ein neues Online-Portal geplant.

Ziel ist, Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie aus Betriebsrenten und privater Altersvorsorge in einer übersichtlichen Information zusammenzuführen. Die Bürger sollen so leichter erkennen können, ob sie im Alter ausreichend abgesichert sind oder weitere Vorsorge treffen müssen.

Zahlreiche derzeit geführte Debatten über Altersarmut drehen sich um die gesetzliche Rente, lassen aber ergänzende Vorsorgeformen wie Betriebs- oder Riester-Renten außen vor.

Das zuständige Bundessozialministerium bestätigte auf Anfrage, gemeinsam mit dem Finanzministerium ein Forschungsvorhaben zum Thema in Auftrag gegeben zu haben, das in Kürze abgeschlossen und veröffentlicht werden soll.

Ziel sei die „Entwicklung der konzeptionellen Grundlagen für die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation“, teilte das von Hubertus Heil (SPD) geführte Ressort mit.

Schon heute informierten die verschiedenen Anbieter und Träger der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge ihre Versicherten regelmäßig über die voraussichtlichen Versorgungsansprüche. Die aktuell zur Verfügung gestellten Informationen wiesen aber untereinander deutliche Unterschiede in der Darstellung auf.

Sie seien für die Versicherten nur sehr bedingt geeignet, einen Gesamtüberblick über die bereits erreichten oder zu erwartenden Versorgungsleistungen im Alter zu erhalten. „Vor allem sind die Informationen nicht immer leicht verständlich und liegen nicht zu einem gleichen Zeitpunkt vor“, teilte das Ministerium mit.

Hier soll die neue einheitliche Information Abhilfe schaffen. Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Altersvorsorgeprodukte und Versorgungszusagen und einer großen Zahl von Anbietern handele es sich aber um ein „sehr herausforderndes Projekt“. Das soll auf Basis der in Kürze erwarteten Forschungsergebnisse vorangetrieben werden. Organisatorische Fragen stellten sich ebenso wie verwaltungstechnische und rechtliche. Auch der Datenschutz müsse gewährleistet werden.

Die Deutsche Rentenversicherung unterstützt das Vorhaben. Wichtig sei, dass die Information vollständige, verständliche, verlässliche und vergleichbare Informationen aus allen drei Säulen aufweise, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Zudem dürfe sie nicht hinter die durch die Renteninformation der Rentenversicherung gesetzten Standards zurückfallen.

Auch müsse der Schutz personenbezogener Daten jederzeit gewährleistet sein. „Die Rentenversicherung ist mit den anderen Anbietern von Altersvorsorgeprodukten im Gespräch und wird dieses neue Produkt aktiv mitentwickeln“, sagte der Sprecher weiter.

Derzeit verschickt die Deutsche Rentenversicherung an ihre rund 31 Millionen Versicherten einmal im Jahr eine Renteninformation über die erworbenen Anwartschaften und die Höhe der künftig zu erwartenden Altersrente. Die Renteninformation oder eine Rentenauskunft mit Versicherungsverlauf kann aber jederzeit auch online angefordert werden.

Darüber hinaus haben Versicherte Ansprüche aus insgesamt knapp 16,6 Millionen Riester-Verträgen, von denen aber nach Schätzungen gut ein Fünftel ruhend gestellt ist – das heißt, es werden keine Beiträge mehr geleistet.

Nach dem alle vier Jahre erstellten Alterssicherungsbericht der Bundesregierung existierten zudem 2015 rund 20,4 Millionen Anwartschaften auf Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge. Von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 25 bis unter 65 Jahren hatten so insgesamt mehr als 70 Prozent einen Anspruch auf eine betriebliche oder private Zusatzrente.

Der rentenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, mahnte die Bundesregierung, den Worten nun schnell Taten folgen zu lassen. „Es darf nicht nur bei einem Forschungsvorhaben bleiben. Sonst vertuen Union und SPD eine große Chance“, sagte Vogel. Über die Hälfte der Bevölkerung könne laut Umfragen ihr Einkommen im Alter nicht richtig einschätzen. „Wir brauchen daher maximale Transparenz bei der Altersvorsorge“, forderte der FDP-Politiker.

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