Konzernumbau Gabriel greift Eon-Spitze an

Eon plant massive Stellenkürzungen. Mit Sigmar Gabriel hat sich der Betriebsrat prominente Unterstützung für den Arbeitskampf geholt. Der SPD-Chef hat die erste Forderung ans Management dabei.
Update: 12.08.2011 - 17:28 Uhr 15 Kommentare
SPD-Chef Gabriel will die Beschäftigten von Eon unterstützen. Quelle: dapd

SPD-Chef Gabriel will die Beschäftigten von Eon unterstützen.

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DüsseldorfSPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Pläne des Energieriesen E.ON für einen massiven Stellenabbau scharf kritisiert. Betriebsbedingte Kündigungen wären ein „absoluter Tabubruch“, sagte Gabriel am Freitag in Düsseldorf, nachdem er an einer außerordentlichen Sitzung des Konzernbetriebsrats teilgenommen hatte. Der Großteil der Probleme bei E.ON sei durch Fehlentscheidungen des Managements hausgemacht, betonte Gabriel. Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi forderten von E.ON-Chef Johannes Teyssen Arbeitsplatz- und Standortgarantien. Die Arbeitnehmer erwarteten kurzfristig Klarheit, machte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott deutlich. „Danach entscheiden wir über Maßnahmen.“

Teyssen hatte am Mittwoch nach tagelangen Spekulationen angekündigt, beim größten deutschen Energiekonzern bis zu 11.000 Arbeitsplätze streichen zu wollen. Dem Betriebsrat zufolge sollen 50 bis 60 Prozent des Stellenabbaus auf Deutschland entfallen. Weltweit beschäftigt E.ON 79.000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es rund 35.000. E.ON steht wegen der Atomwende der Bundesregierung sowie Gewinneinbrüchen im Gashandel unter Druck.

Doch wie viele Stellen genau abgebaut werden sollen und welche Standorte auf der Kippe stünden, sei weiter unklar, beklagte Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer. „Die Belegschaft ist tief verunsichert.“ Der Aufsichtsrat werde wohl Ende Oktober oder Anfang November über konkrete Schritte entscheiden, sagten Ott und Prüfer. Die Belegschaftsvertreter müssten vorab informiert werden.

„Der Vorstand hat sich mit uns zu beraten“, unterstrich Prüfer. Bislang finde aber ein Dialog allenfalls über die Medien statt. Teyssen habe keine Versuche unternommen, die Arbeitnehmer mit ins Boot zu holen. Es drohe eine Konflikt, wenn sich dies nicht ändere, sagte Ott, der wie Prüfer im Aufsichtsrat sitzt.

Gabriel sagte, notfalls müssten die E.ON-Anteilseigner auf Dividenden verzichten, wenn damit ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden könne. Der ehemalige Bundesumweltminister warf dem E.ON-Management vor, einseitig auf Atomkraft gesetzt zu haben - obwohl der Konzern den rot-grünen Ausstiegsbeschluss aus dem Jahr 2002 mit unterzeichnet habe. E.ON habe vielmehr darauf gesetzt, dass die Bundesregierung aus Union und FDP den Atomausstieg kippen werde - was dann ja auch vorübergehend geschehen sei. Doch nun hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Energiewende nach der Atom-Katastrophe in Japan eingeleitet. E.ON sei der Bundesregierung „in die Falle gegangen“: „Jetzt haben wir den Salat.“ Der Konzern müsse nun endlich in erneuerbare Energien investieren. Gabriel forderte zudem einen Energiegipfel von Bund und Ländern mit den vier großen Versorgern - neben E.ON sind dies RWE, Vattenfall und EnBW.

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15 Kommentare zu "Konzernumbau: Gabriel greift Eon-Spitze an"

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  • Sollen doch die Schei$$-Sozen EON kaufen.

  • Ja, Herr Gabriel,
    ein Vorstand, der auch nur ein Mensch ist, wird dafür bezahlt, dass er Fehler korrigiert, die ihm unterlaufen. Auch wir Bürger müssen die Fehler der pol. Führung ausbaden. Der dt. Wähler hat sich gegen die Kernenergie entschieden und muss dafür die Folgen tragen. Strom wird ein bisschen mehr kosten, energieintensive Betriebe werden abwandern oder Lieferverträge mit ausl. Lieferanten abschließen, wie Daimler und mancher Arbeitsplatz wird abgebaut werden. H. Kretschmer hat bereits festgestellt, dass die klass. PKW´s auch Dinosaurier sind. Elektro_PKW´s haben eine deutlich niedrigere Wertschöpfung, da sind auch noch Arbeitsplätze in Gefahr. Auch die gut zahlende Chemieindustrie, bei der viele SPD Stammwähler noch arbeiten, wird sich überlegen müssen, wo Investitionen hinfließen sollen. Bitte jammern Sie auch nicht, wenn die Ölindustrie die 400 Mio. Strafzahlungen auf die Benzinpreise umlegen will. Wenn es keine Strafe gäbe, müssten die auch nichts umlegen. Also erst mal überlegen, ob man selber noch die richtige Politik macht.

  • @ Marco

    Sie haben Wirtschaft noch nicht wirklich verstanden. Absolute Zahlen bei Gewinn sagen nichts über die Wirtschaftlichkeit aus.

    Die Anleger wollen eine Mindestrendite, die mindestens die sicheren Zins einer z.B. Deutschen Staatsanleihe erreicht. Ein Unternehmen wie E.ON bindet Kapital durch die Anlagen (wie z.B. Kraftwerke) in höhe von ca. 150 Mrd. Euro. Um wenigstens 3% Rendite zu erwirtschaften muss E.ON schon 5 Mrd. Euro Gewinn machen.

    Wird die Rendite nicht erreicht, könnte man das Geld auch zur Bank bringen und risikolos Gewinn machen. Die Folge ist entweder komplette Deinvestition und Kohle zur Bank, oder Gewinne erhöhen durch Kosten senken oder Preise erhöhen.

    Fazit: E.ON macht es richtig, leider auf Kosten der Belegschaft. Die Politik trägt hier eine enorme Mitschuld.

  • War Herr Gabriel nicht der Obermotzer gegen die Energiekonzerne? Daß Herr Gabriel weder Ahnung von einem Atomkraftwerk hat noch von einem Energieunternehmen hat er schon vielfach unter Beweis gestellt.
    Jeder Dummkopf konnte ahnen daß die Konzerne sich neu aufstellen müssen und dadurch Stellen wegfallen.
    Herr Gabriel kann ja eine Auffanggesellschaft vorschlagen in der die Mitarbeiter dann in Zeitarbeitsfirmen versklavt werden oder in den vielgelobten neu entstandenen Arbeitsplätzen der Solarindustrie untekommen, letzter sind dummerweise aber nur in China entstanden.
    Vom Totengräber der Arbeitsplätze zum Retter der Arbeitsplätze. Einfach nur zum Ekeln solche Typen.

  • Eine Unternehmung ist dazu da, Gewinne zu machen und nicht Leute zu beschäftigen.

  • Warum muss eigentlich Gabriel hier seinen populistischen Senf dazugeben. E.On is nix Staat is Privat. is Demokratie nix Sozialismus. Gabi, wenn Du regierst kannst Du das ja wieder einführen. so lange darf E.On machen was der Aufsichtsrat genehmigt. Und ja im Aufsichtsrat sitzen Vertreter der Arbeitnehmer

  • Wie verblendet sind denn hier die Kommentatoren!!! Mir ist doch der Gabriel egal, aber ein Unternehmen wie Eon, welches die letzten Jahre durch völlig überzogene Strompreise Milliarden-Gewinne erwirtschaftet hat und auch im letzten Jahr trotz Gewinnrückgang immer noch mehr als 2 Milliarden Euro verdient hat, sollte sich seiner sozialen Verantwortung bewusst sein!

    Und wir als Stromkunden müssen gegebenenfalls reagieren und Eon boykottieren und den Anbieter wechseln!

  • Gabriel? Ist das nicht der Pop-Beauftragte der SPD?

  • Wäre ich EON, würde ich auch ins Ausland gehen. EON ist mit seiner Energie-Politik so nicht willkommen und man sollte doch gehen, wenn man unerwünscht ist.

    Im Ausland wird man das know how von EON mehr zu schätzen wissen. Warum sich mit dem dt. Michel herum ärgern? Besonders Russland weiß dt. know how sehr zu schätzen, darum ist ja auch der SPD Schröder dort aktiv im Aufsichtsrat von einen russischen Energiekonzern.

  • Medienwirksam stellt sich nun Gabriel wieder auf die Seite der "kleinen " Leute.
    Er vergißt völlig, dass er mit Schuld ist.
    Es werden noch mehr Arbeitslose werden durch diesen völlig übereilten und nicht durchdachten Atomausstieg.
    Da braucht Gabriel sich nun nicht so betroffen geben, das ist pure Heuchelei
    Aber der dumme Michl wird das wieder nicht begreifen.
    Und wo waren die Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat, als die Maßnahme beschlossen wurde?

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