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Korruption Deutsche halten wenig vom ehrbaren Kaufmann

Von wegen ehrbarer Kaufmann: In einer Umfrage von Transparency International hält jeder dritte Deutsche Wirtschaftsbosse für korrupt. Das Urteil über Politik und Verwaltung fällt weniger skeptisch aus.
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Viele Umfrageteilnehmer trauen deutschen Wirtschaftsbossen Bestechlichkeit zu. Quelle: dpa
Korruptionsbarometer von Transparency International

Viele Umfrageteilnehmer trauen deutschen Wirtschaftsbossen Bestechlichkeit zu.

(Foto: dpa)

BerlinFirmenbosse haben bei den Deutschen einen schweren Stand: Jeder dritte Teilnehmer einer Umfrage von Transparency International ist der Ansicht, dass alle oder die meisten Führungskräfte in der Wirtschaft in Korruption verstrickt sind, wie die Organisation am Mittwoch mitteilte. Weitere 43 Prozent äußerten die Auffassung, dass „einige“ Wirtschaftsbosse korrupt seien. Lediglich acht Prozent meinten, dass dieser Vorwurf auf keine Führungskraft in der Wirtschaft zutreffe.

Das Image der Manager ist damit deutlich schlechter als das von Politikern oder der Polizei. So schätzten von den 1500 Befragten lediglich sechs Prozent alle oder die meisten Parlamentsmitglieder als korrupt ein. Sieben Prozent sagten dies über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Mitarbeiter des Kanzleramts. Bei der Polizei hielten vier Prozent alle oder die meisten Bediensteten für korrupt.

Die größten Skandale in deutschen Konzernen
Branchenexperten: Telekom verliert weiter Umsatz im Festnetz
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Deutsche Telekom

Eigene Manager, Aufsichtsräte, Journalisten – sie alle wurden von der Deutschen Telekom bespitzelt. 2008 flogen die illegalen Aktivitäten auf, eine hohe Geldbuße gab es für den ehemaligen Staatskonzern aber nicht. Dafür wurde der ehemalige Leiter der Abteilung Konzernsicherheit zu über drei Jahren Haft verurteilt.

(Foto: dapd)
VW-Konzern legt besten Maerz aller Zeiten hin
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2005: Bestechungsskandal bei Volkswagen

Mit Reisen im Firmenjet und Luxus-Nutten brachte die Firmenleitung von Volkswagen seinen Betriebsrat auf Linie. 2005 wurde der Korruptionsskandal öffentlich, in dessen Folge auch der ehemalige Personalvorstand Peter Hartz, bekannt als der Namensgeber des Hartz-Konzept, zurücktrat. Auch gegen mehrere SPD-Politiker wurde Anklage erhoben.

(Foto: dapd)
Daimler verbessert Quartalsgewinn
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2010: Bestechungsskandal bei Daimler

Mal hat Daimler einem hohen Beamten in Turkmenistan eine gepanzerte S-Klasse im Wert von 300.000 Euro spendiert, mal Würdenträger in Indonesien in den Golfclub eingeladen. Als Strafe musste der Autohersteller 2010 in den USA insgesamt 185 Millionen Dollar zahlen. Über zehn Jahre wurden weltweit Regierungsbeamte mit Bargeld und Geschenken bestochen, um an lukrative Aufträge zu kommen - und das nicht nur im Ausland. Zur Zeit ermittelt die Staatsanwalt Stuttgart gegen Daimler-Mitarbeiter wegen Bestechung.

(Foto: dpa)
Germany Deutsche Bank Earns
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2011: Deutsche Bank, der Auslöser der Finanzkrise

Schauplatz New York: Wegen der Pleite von fünf US-Genossenschaftsbanken während der Finanzkrise musste die Deutsche Bank 145 Millionen Dollar zahlen. Das Finanzinstitut hat in einem außergerichtlichen Vergleich der Zahlung zugestimmt – für schuldig bekannte sich die Deutsche Bank allerdings nicht. Ihr wurde vorgeworfen, den Genossenschaftsbanken riskante Produkte angeboten zu haben – ohne diese ausreichend über die Risiken aufzuklären. Nach einem Bericht des US-Senats soll die Bank auch wegen dieser Verkaufspraktiken neben Goldman Sachs und den Ratingagenturen einer der Hauptauslöser für die Finanzkrise gewesen sein. Damit hat die Deutsche Bank vor allem in den USA einiges Vertrauen seiner Kunden eingebüßt. Dass die Deutsche Bank auch im Libor-Skandal von der US-Staatsanwaltschaft vorgeladen wurde, macht die Lage nicht besser.

(Foto: dapd)
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Eon und Gaz des France

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes warf  Eon und Gaz de France (GDF) eine „Ausbeutung der Verbraucher“ vor – die Folge war eine Kartellstrafe von jeweils über 550 Millionen Euro. Die beiden Konzerne sollen sich beim Bau einer Pipeline Mitte der 1970er-Jahre illegal abgesprochen haben.

(Foto: AFP)
huGO-BildID: 18957379 ARCHIV - Zementsaecke der Firma HeidelbergCement liegen am 7. August 2007 im Werk in Leimen bei Heidelberg. Der Baustoffherstel
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2003: Das Zementkartell um Heidelberg Cement

Sie trieben die Preise immer weiter künstlich in die Höhe: 2003 enttarnte das Bundeskartellamt das sogenannte Zementkartell. Heidelberg Cement muss die höchste Strafe zahlen – 170 Millionen Euro Bußgeld.

(Foto: ap)
Henkel veroeffentlicht Jahresergebnis
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Henkel

Die Henkel AG wirbt für ihr Waschmittel Persil. Die Geschäftspraktiken des Konsumgüterriesen seien aber nicht immer sauber – meint das französische Kartellamt: Henkel soll Absprachen mit Wettbewerbern getroffen haben, deshalb über 92 Millionen Euro Strafe zahlen. Der Düsseldorfer Konzern will gegen das Urteil aus dem vergangenen Jahr klagen. 

(Foto: dapd)

„Das Ideal des ehrbaren Kaufmanns scheint für viele aus der Zeit gefallen“, erklärte die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller. In Unternehmen versagten selbst die besten Vorkehrungen gegen Korruption, „wenn Integrität nicht von der Unternehmensleitung vorgelebt wird.“

Die Umfrageergebnisse sind Teil des Globalen Korruptionsbarometers 2016, für das Transparency International in 42 Ländern in Europa und Zentralasien fast 60.000 Menschen befragen ließ.

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland dabei am besten ab vor Schweden und der Schweiz. Korruption oder Bestechung nannten nur zwei Prozent der Deutschen als eines der drei wichtigsten Probleme, denen sich ihr Land gegenübersehe. In der früheren Sowjetrepublik Moldau waren es mit 67 Prozent die meisten, gefolgt von Spanien mit 66 Prozent. In Russland sah mehr als jeder dritte Befragte Korruption oder Bestechung als eines der Hauptprobleme für das Land.

In der Gesamtauswertung wurde neben dieser Frage noch berücksichtigt, wie die Bürger die Bemühungen der Politik gegen Korruption wahrnehmen und ob sie Politiker als korrupt betrachten. Auch wurde bewertet, ob Befragte schon einmal Bestechungsgeld gezahlt haben und ob es ihrer Meinung nach als „sozial akzeptiert“ gilt, Korruption zu melden.

Während auch hier Deutschland, Schweden und die Schweiz am besten abschneiden, sind die Schlusslichter auf Grundlage der Einschätzung der eigenen Bürger Russland, Serbien und die Ukraine. Russland war erst am Dienstag von einer Korruptionsaffäre um Ex-Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew erschüttert. Er soll im Zusammenhang mit einem Geschäft in der Ölbranche Schmiergeld angenommen haben. Uljukajew wurde daraufhin festgenommen, abgesetzt und unter Hausarrest gestellt.

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  • afp
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