Kosten der Energiewende Die grüne Rechnung

Die Große Koalition trat mit dem Ziel an, die Kosten der Energiewende zu senken. Tatsächlich steigen sie – auf 28 Milliarden im Jahr. Die EEG-Reform von 2014 reicht wohl nicht aus. Politik und Industrie sind alarmiert.

Energiewende kostet Stromkunden 28 Milliarden Euro

BerlinSigmar Gabriel (SPD) kann sehr eindringlich sein. Es müsse endlich eine „wirksame Kostenbremse“ im Energiesektor her, forderte der Bundeswirtschaftsminister Anfang 2014. Bei privaten sowie gewerblichen Konsumenten sei „mittlerweile die Schmerzgrenze überschritten“. Bei einem weiteren Kostenanstieg „haben wir mit Zitronen gehandelt“, befand er.

Anderthalb Jahre später steht fest: Ja, es ist offenbar tatsächlich mit Zitronen gehandelt worden. Die Kosten für die Energiewende steigen weiter. Das ermittelte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die Forscher errechneten für das Handelsblatt, dass die Energiewende künftig insgesamt 28 Milliarden Euro im Jahr koste.

Bei der EEG-Umlage hat das IW eine "Kernumlage" von 5,957 Cent ermittelt, die von der eigentlichen Umlage von 6,17 Cent abweicht. Die Kernumlage enthält allein die prognostizierten Kosten für 2015 - ohne Verrechnungen mit dem Vorjahreskonto. Analog wurde bei der KWK- und der Offshore-Umlage verfahren. Bei den Netzentgelten hat das IW versucht, den Anteil zu ermitteln, der aus dem Netzentwicklungsplan und der Verteilnetzstudie des Bundeswirtschaftsministeriums folgt. Kosten, die der Finanzierung des Bestandsnetzes dienen, bleiben unberücksichtigt. Hinzu kommen die Kosten für die Umsetzung der am 1. Juli verabschiedeten Eckpunkte (Kapazitätsreserve, Erhöhung KWK-Förderung). Zum Vergrößern der Grafik bitte auf die Lupe klicken.
Energiewende – die Rechnung

Bei der EEG-Umlage hat das IW eine "Kernumlage" von 5,957 Cent ermittelt, die von der eigentlichen Umlage von 6,17 Cent abweicht. Die Kernumlage enthält allein die prognostizierten Kosten für 2015 - ohne Verrechnungen mit dem Vorjahreskonto. Analog wurde bei der KWK- und der Offshore-Umlage verfahren. Bei den Netzentgelten hat das IW versucht, den Anteil zu ermitteln, der aus dem Netzentwicklungsplan und der Verteilnetzstudie des Bundeswirtschaftsministeriums folgt. Kosten, die der Finanzierung des Bestandsnetzes dienen, bleiben unberücksichtigt. Hinzu kommen die Kosten für die Umsetzung der am 1. Juli verabschiedeten Eckpunkte (Kapazitätsreserve, Erhöhung KWK-Förderung). Zum Vergrößern der Grafik bitte auf die Lupe klicken.

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