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Kostenexplosion Merkels Strompreislüge

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Die Preise sind nach oben grenzenlos

Strompreise Privathaushalte

Entwicklung des Verbraucherpreisindex von 2000 bis 2012

2000=100

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Zu Beginn der Liberalisierung des Strommarktes 1998 summierten sich staatliche Steuern und Abgaben für alle Stromverbraucher auf 2,28 Milliarden Euro. 2012 ist der Wert etwa zehn Mal so hoch. Mit 14,1 Milliarden stellt die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien auch in diesem Jahr den größten Einzelposten der staatlichen Steuern und Abgaben dar.

Steuern und Abgaben machen bereits 45 Prozent der Stromrechnung eines durchschnittlichen privaten Musterhaushaltes mit drei Personen aus. Er zahlt 75 Euro im Monat, davon entfallen nur noch 41 Euro auf Beschaffung, Transport und Vertrieb des Stroms, also die eigentliche Leistung. 34 Euro sind Steuern und Abgaben.

Die Verzehnfachung der Steuern und Abgaben stellt lediglich den Beginn einer Entwicklung dar, die sich nach Einschätzung vieler Fachleute noch deutlich beschleunigen wird. Nach oben sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Der Grund: die Energiewende. Wenn die Bundesregierung ihre ehrgeizigen Ziele erreichen will, wird sie viel Geld umverteilen müssen, das sie zuvor bei den Stromverbrauchern einsammelt. So soll allein der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von derzeit 20 Prozent bis 2020 auf 35 Prozent und bis 2030 auf 50 Prozent steigen.

Das kostet. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Berechnungen und Szenarien zu diesem Thema. So kommt die Unternehmensberatung McKinsey in einem Anfang Mai vorgestellten Gutachten zu dem Ergebnis, dass sich die Kosten für die Energiewende zwischen 2011 und 2020 auf 175 Milliarden Euro summieren werden. Allein im Jahr 2020 werden die Stromverbraucher demnach Kosten von 21,5 Milliarden Euro tragen müssen, die nur durch den Umstieg auf die erneuerbaren Energien verursacht werden.

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99 Kommentare zu "Kostenexplosion: Merkels Strompreislüge"

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  • Wenn der Ökostrom dermaßen die Preise explodieren lässt, wie kann es dann sein, dass der Strom aus der Atomnation Frankreich um 25% teurer ist, als bei uns? Müsste der ach so billige Atomstrom aus Frankreich nicht viel günstiger sein, als unser teurer Ökostrom?

  • Die EEG-Umlage muss sehr wohl von der Industrie gezahlt werden. Nur bei einem extrem hohen Stromanteil an der Wertschöpfung gibt es eine Befreiung!

  • Es wurde zwar nicht direkt gesagt, dass die Energiewende nichts kostet - aber vielleicht ist Ihnen der Slogan: "Die Sonne schickt keine Rechnung" bekannt. Damit tourte ein gewisser Franz Alt lange durch die Lande und Medien. Diese Aussage wurde von der Mehrheit so verstanden: "Die Energierwende bringt keine Kosten mit sich.

  • Da gab es doch mal einen Mann, Theologe und Journalist, auch im öffentlich rechtlichen Fernsehen - der tourte einige Jahre durch die Republik mit einem griffigen Slogan: "Die Sonne schickt keine Rechnung". Seit einiger Zeit hört man nichts mehr von dem Herrn - ach ja, der Name: Franz Alt

  • Zu versuchen wären alternative Stromtarife wie "Billigstrom ab Windfarm, wo und wann er anfällt". Stromintensive Industrien wie Aluminiumhersteller sind es gewohnt, dorthin zu gehen, wo der Strom anfällt. Wieso nicht in den Norden?

  • Der Ausstieg aus der Kernenergie war sicher Merkels größter Fehler. Alle Vorteile der Agenda 2010 sind mit der momentanen Energie und Europapolitik wieder aufgebraucht.
    Die beste Alternative währen Gaskraftwerke in Kombination mit Fracking. Außerdem könnten die Netze nach Frankreich und Tschechien ausgebaut werden. Das gibt genug Luft für ein paar Jahrzehnte, bis die Anti-Atom Stimmung verflogen ist und wir eine neue Generation sicherer Kraftwerke aus China importieren können.

  • Die EEG-Umlage stellt doch nur einen Bruchteil der vom Staat verursachten Kosten dar! Hinzu kommen die "Netzentgelte", die Teile der Kosten der Schattenkraftwerke enthalten, die Brennelementesteuer und diverses andere Gedöns. So hat man viele Jahre lang politische Sabotage an den Kernkraftwerken geübt: beispielsweise hat nach mir zugetragenen Informationen die Atomaufsicht in Schleswig-Hollstein wiederholt das Wiederanfahren des KKW Krümmel nach Revisionen ohne Grund um jeweils einige Tage verzögert, wodurch alle Projektpläne der Betreiber und der beteiligten Zulieferfirmen (die bei einer Revision manchmal über 1000 Mitarbeiter in einem KKW haben) platzten und erhebliche Mehrkosten entstanden.

  • Kleine Korrektur: Für Endverbraucher sind die Stromkosten in Deutschland mittlerweile etwa VIERMAL so soch wie in Texas. In Dallas, TX, betragen sie nach unserer Recherche derzeit umgerechnet auf Euro und "brutto" 7 Cent pro Kilowattstunde.

  • Der Bundesbürger zahlt so oder so - entweder direkt über die Stromrechnung, oder indirekt über geringere Lohnsteigerungen oder gar den Verlust seines Arbeitsplatzes. Die richtige Rechnung ist also: bei 20 Milliarden Euro pro Jahr, verteilt auf 80 Millionen Bundesbürger, zahlt jeder - vom Baby bis zum Greis - 250 Euro PRO JAHR für die Energiewende.

  • die Nutzung der Erneuerbaren Energien muss Vorrang haben, wenn wir unseren Kindern nicht die Last unserer Resourcenverschwendung, das verpresste CO2 und den Atommüll hinterlassen wollen. Langfristig ist die Nutzung der Erneuerbaren sogar kostengünstiger, da nur die Anlagen gebaut werden müssen - danach aber keine Brennstoffkosten mehr zu zahlen sind. Kurzfristig müssen diese Anlagen aber gebaut werden. Dazu ist Geld nunmal notwendig. Und das müssen wir auch ausgeben, wenn wir uns am nächsten morgen vor unseren Kindern nicht schämen wollen.

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