Kostenkalkulation Windkraft ist deutlich billiger als Solarenergie

Die Energiewende ist vor allem auch eine Frage der Kosten. Eine davon lautet: Was ist günstiger - Windkraft oder Solarenergie? Nach Berechnungen des Handelsblatts ist die Antwort eindeutig.
13 Kommentare

Die Energiewende wird mit Windkraft- deutlich billiger als mit Solaranlagen. Das ergeben Berechnungen des Handelsblatts.

Wenn die Bundesregierung möglichst schnell und kostenbewusst Atomenergie durch Windkraft ersetzen will, müsste sie die Gesamtleistung der Windkraftanlagen auf etwa 55.000 Megawatt erhöhen. Diese Anlagen im Wind und im Meer könnten rund 120 Terrawattstunden Strom produzieren. Eine Photovoltaik-Anlage mit einer ähnlichen Nennleistung würde nur rund 50 Terrawattstunden Strom liefern. Außerdem sind die Investitionen in neue Solaranlagen deutlich teurer als die in Windräder: Rund 60 Milliarden für den Solarausbau stehen rund 30 Milliarden Euro für den Windausbau entgegen.

"Bei der Windenergie stehen Investitionen und Stromertrag in einem wesentlich günstigeren Verhältnis als bei der Energieerzeugung aus der Solarenergie" fasst Wolfgang Hummel, Energieexperte der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin, das Ergebnis zusammen. Deshalb gibt die Solarbranche jetzt mächtig Gas, um sich in der Öffentlichkeit ins rechte Licht zu rücken. In den nächsten Monaten gibt sie nach Handelsblatt-Informationen einen sechsstelligen Betrag für die PR-Kampagne "Unsere Zukunft braucht mehr Sonne" aus.

Startseite

13 Kommentare zu "Kostenkalkulation: Windkraft ist deutlich billiger als Solarenergie"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Milchmädchenrechnung, weil man Äpfel mit Birnen vergleicht: Photovoltaik kann jeder nutzen, Windenergie bleibt weitgehend das Geschäft der Konzerne. Die Erzeugungspreise haben mit den Strompreisen auch nur bedingt zu tun. Und Eigenverbrauch ist bislang auch typisch für Solaranlagenbesitzer, was die auch immer interessanter finden. Sie Branchenmeldung hier:
    http://independence.wirsol.de/wissen/eigenverbrauch-strompreis/2090

  • Hier wird immer nur über die Kosten des privaten Verbrauchs gestritten , ob 10 - 20 oder 50 € mehr für die Monatliche Stromrechnung angemessen ist. Über die Industrie wird sich keine Gedanken gemacht ,dabei sind wir alle direkt oder Indirekt von Wirtschaft und Industrie abhängig .
    Nun ich darf ihnen sagen gerade die Energieintensiven Industriebereiche werden sich das nicht mehr langen mit anschauen ,auch wenn sie es immer bestreiten oder nicht wahrhaben wollen - sie werden große teile der Produktion auslagern .
    Arbeitsplätze werden Exportiert !!! Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche !!!

  • Ob die PV-Anlagen 11 oder 13 GW liefern, ist doch völlig wurscht. Was liefern sie nachts, was liefern sie im Winter?

    Die Vergütung für Windstrom beträgt 9.2 Ct/kWh für 16 Jahre, wenn die Leistung der Anlage bei 100% des Referenzwertes liegt. Angeblich liegt sie meistens noch darunter.

    Was hat der Ausfall eines einzelnen Windrades mit der Frage einer allgmeinen Flaute zu tun?

    Was die Speicherkosten angeht, warten wir mal ab. Vielleicht sprechen wir uns nochmal in ein paar Jahren.

    Zitat: "Eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien wird es erst in 40 Jahren geben": Da ist Trittin aber anspruchsvoller. Nachdem Röttgen vorgelegt hat (alles regenerativ bis 2050), hat er nachgeschoben und gesagt: bis 2030 100% regenerativ.

    Im übrigen weiss auch ein Dinosaurier, dass die fossilen Energien eines Tages verbraucht sind, nachdem sie zuvor vermutlich unsäglich teuer geworden sind. Und dass deshalb auf die EE umgestellt werden muss. Das muss man aber nicht so schnell zu machen, dass man den Industriestandort D an die Wand fährt.

  • Deine Speicher-Argumentation ist allerdings lustig. Wind schwankt zwar, und wenn ein einzelnes Windrad kaputt ist, fällt die Produktion sogar auf Null! Das soll aber sogar bei Atomkraftwerken gelegentlich vorkommen, wenn auch mit etwas weitreichenderen Folgen.

    Die Stromproduktion aus Wind in Deutschland insgesamt fällt aber nie auf Null, sondern auf einen Minimalwert von etwas über einem Drittel der Durchschnittsleistung, weil in großer Höhe immer etwas Wind weht und ein regionaler Ausgleich stattfindet.

    Wir haben also lediglich beim auch heute schon erforderlichen Ausgleich von Angebot und Nachfrage in Zukunft etwas mehr zu tun. Und wie lösen wir das? Nicht durch lustige Li-Ionen-Batterien, noch nicht einmal in größerem Umfang durch preiswerte Druckluftspeicher oder Pumpspeicher in Skandinavien, sondern auf absehbare Zeit im Wesentlichen genau so wie bisher, nur in etwas größerem Umfang: Durch das Zuschalten flexibler Gaskraftwerke, wann immer die Nachfrage das Angebot übersteigt. Ganz unspektakulär. Eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien wird es erst in 40 Jahren geben, und so lange wird Gas (und natürlich Biomasse) neben einer zunehmenden Speicherung von Energie in preiswerten Druckluftspeichern und Pumpspeichern in Skandinavien eine wesentliche Rolle beim Bereitstellen des Angebots in Zeiten hoher Nachfrage und geringer Windproduktion spielen. Da Gaskraftwerke sehr billig sind, sind geringe Auslastungen auch nur mit sehr überschaubaren Mehrkosten je kWh verbunden, so dass die Gesamtkosten je kWh verbrauchten Stroms, die aus dem schwankenden Angebot an Windstrom resultieren, wohl um den Faktor 100 unter deiner Schätzung liegen dürften.

    Mit anderen Worten: Im Vergleich zu den 3 Cent, die man durch den Wechsel des Stromanbieters sparen kann, praktisch nicht nachweisbar.

  • Schau an, ein Dinosaurier! Wir sollten dich unter Naturschutz stellen.

    Du irrst dich übrigens: Die PV-Anlagen produzieren aktuell schon morgens um 11 Uhr 11 GW, also mehr, als die (noch) nicht abgeschalteten AKW zusammen. Mittags sinds eher 13 GW.

    Dass PV im Moment nicht massenhaft ausgebaut werden sollte, hat Herbert ja schon gesagt. Und dass die Förderung für Wind an Land nur bei 5,02 Cent liegt, weißt du selbst. Ebenso, dass Atomenergie wegen der Überwälzung der gewaltigen Risiken auf die Allgemeinheit mausetot ist. Aber so was von mausetot. Die Leuten möchten halt einfach nicht ihr Trinkwasser aus dem Rhein beziehen, wenn etwas flussaufwärts nach einem Störfall in Biblis radioaktive Brühe in den Fluss fließt.

  • Wenn das nötig wäre, würden wir es vielleicht machen. Da es viel bessere und viel billgere Wege gibt, wählen wir lieber die.

  • Das ist doch klar!
    Der Wind bläst 24 Stunden x 365 Tage zwar mit Schwankungen.
    In Deutrschland haben wir gerade ma 2 Monate richtig Sonne
    mit 10 Stunden am Tag der Rest, 10 Manate, ist mager .

    Deshalb kann die Lösung nur Wind heißen + Umwandlung in Wasserstoff = Speicher. Heizung und Auto mit Brennstoffzellen, das ist die beste Lösung. Hierzu braucht man keine 3600 km langen Trassen quer durch Deutschland

  • Wir wollen mal festhalten:
    Ab 01.07. beträgt die Einspeisevergütung für PV-Strom immer noch satte 0.25 €/kWh, uns das für 20 Jahre garantiert.

    Für "Windkraftstrom" werden i. d. R 0.092 €/kWh vergütet.

    Eine kWh aus dem AKW kostet 3 Cent, aus Kohle ca. 5 Cent, ein Unterschied, der für Trittin & Co vernachlässigbar scheint (Bitte nicht mit der "Subvention Atomstrom" kommen, das Thema ist ausgelutscht).

    Was jedoch regelmässig und anscheinend recht absichtsvoll vergessen wird, dass Strom nicht nur gebraucht wird, wenn die Sonne scheint und/oder Wind weht. Die Speicherkosten dieser Energien kann man getrost mit 40 Cent/kWh ansetzen.
    Aktuelle Li-Ionen-Batterien liegen bei 80 Cent/kWh. Wenn man nur die Hälfte der mit Wind und PV erzeugten Energie einmal zwischenspeichern muss, könnte sich jeder ausrechnen, was das für den Strompreis bedeutet.

    Die meisten Grünne werden davor doch lieber die Augen verschliessen und sich daran aufgeilen, dass unsere PV-Anlagen in der sonnigen Mittagszeit 11 GW Strom erzeugen.

  • Was will man erwarten? Der Artikel kommt von den gleichen Jungs und Mädels, die vor einem Jahr Griechenlandanleihen zum Kauf empfohlen haben.
    Manche brauchen eben etwas länger....

  • Damit keine weiteren Missverständnisse auftreten:

    Wir brauchen die Windenergie, weil sie derzeit die eindeutig preisgünstigste neue Form der Energieerzeugung ist, an guten Standorten onshore sogar bereits heute günstiger als alle alten Formen der Energieerzeugung.

    Und wir brauchen die Photovoltaik, weil sie hohe Akzeptanz besitzt, bereits mittelfristig ein enormes Potenzial hat und ihre heute noch relativ hohen Kosten in atemberaubendem Tempo sinken. Ein Preisrückgang um den Faktor drei in den vergangenen fünf Jahren bei gleichzeitigem Preisanstieg um den Faktor drei bei der Kohle zeigt sehr eindrucksvoll, wohin die Reise geht. Darum brauchen wir schon heute einen gewissen Ausbau der Photovoltaik, z.B. um 1 GW pro Jahr, um durch verlässliche Nachfrage in vernünftiger Größenordnung weitere Preisrückgänge zu induzieren. Und wir brauchen den massenhaften Ausbau, sobald die Kosten neuer Photovoltaikanlagen den Kosten neuer Windkraftanlagen ungefähr entsprechen.

    Klar ist, dass der massenhafte Ausbau in den letzten beiden Jahren wirtschaftlich unvernünftig war und die Akzeptanz der Energiewende gefährdet. Und klar ist auch, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Nettostromverbrauch heute höher wäre, wenn die Mittel für diesen Ausbau in kapitaleffizientere erneuerbare Energien geflossen wären.

    Dass die Photovoltaiklobby lieber weiter 10GW pro Jahr zubauen würde, ist ebenso wenig überraschend wie die Tatsache, dass die Atomlobby gern selbst in zehn Jahren noch Atomstrom verkaufen würde. Besonders relevant ist beides nicht.

    Wir brauchen die Energiewende – und zwar so schnell wie möglich. Und wir brauchen zu ihrer Umsetzung Leute, die rechnen können.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%