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Krankenhäuser Unklarheit über die Zahl der Intensivbetten in Deutschland

Die Krankenhausgesellschaft geht von mittlerweile 40.000 Intensivbetten aus. Beim zentralen Register sind allerdings aktuell nur knapp 24.000 gemeldet.  
05.04.2020 - 15:54 Uhr 1 Kommentar
Krankenhäuser sollen die Anzahl ihrer Intensivbetten verdoppeln. Quelle: dpa
Intensivstation

Krankenhäuser sollen die Anzahl ihrer Intensivbetten verdoppeln.

(Foto: dpa)

Berlin Ausreichend Betten auf den Intensivstationen – vor allem solche mit Beatmungsgeräten – sind die zentrale Ressource zur Verhinderung von massenhaften Todesfällen durch Covid-19. Die Bundesregierung hatte schon vor Wochen die Parole ausgegeben, die Zahl der registrierten Betten möglichst schnell zu verdoppeln – vor Beginn der Krise waren es 28.000. 

Mitte vergangener Woche verkündete denn auch der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, er schätze, dass inzwischen knapp 40.000 Intensivbetten zur Verfügung stehen – von denen etwa 15.000 bis 20.000 frei seien. Dem widerspricht nun das zentrale Register für Intensivbetten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi): „Wir können die Zahl von 40.000 Intensivbetten in keinster Weise bestätigen“, sagte eine Sprecherin des Divi dem Handelsblatt. 

Nach den täglichen Meldungen der Krankenhäuser an das Divi gab es am Freitagnachmittag 13.346 Betten, die mit allen Arten von Intensivpatienten belegt waren, 10.074 waren frei. Das wären zusammen nicht einmal die 28.000, die laut amtlicher Statistik auch schon vor der Coronakrise zur Verfügung standen. Auch davon „musste man schon rund zehn Prozent abziehen, die wegen Personalmangel nicht benutzt werden konnten“, so die Divi-Sprecherin weiter, „in der Kinder-Intensivmedizin waren es sogar 20 Prozent“. Von den 13.346 belegten Intensiv-Betten dienen aktuell auch „nur“ 2680 der Behandlung von Corona-Patienten. Von diesen müssten  83 Prozent beatmet werden. 

Von den rund 1160 Krankenhäusern mit Intensivstation melden mittlerweile immerhin 1119 ihre Kapazitäten an das Divi. Allerdings ist unklar, ob sich dahinter teilweise Mehrfachmeldungen verbergen, weil große Kliniken mehrere Intensivabteilungen haben. Voraussichtlich kommende Woche soll die Meldung der Kliniken auch gesetzlich vorgeschrieben sein. Das sieht es ein Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium vor, teilte die Divi mit. 

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    Bisher war die Meldung freiwillig. Daher mahnte auch das Robert Koch-Institut, das ebenfalls an Divi beteiligt ist, seit Wochen die Kliniken, ihre Daten auf jeden Fall an die Divi zu melden. Denn dabei geht es nur in zweiter Linie um Statistik, viel wichtiger noch ist das Zentralregister für die Arbeitsteilung der Kliniken: Nur wenn klar ist, wo möglichst in der Nähe noch Betten frei sind, können Patienten aus überlasteten Häusern auch schnell dorthin verlegt werden. 

    Ab diesem Montag soll die Datenlage der Divi deutlich aussagekräftiger werden - derzeit zieht das Register auf eine neue Datenplattform um und spezifiziert zugleich seine Abfragen bei den Kliniken. Verwirrung gab es zuletzt vor allem um eine weitere zentrale Kennzahl, und zwar die der Intensivbetten in den Kliniken, die „maximal in den nächsten 24 Stunden frei werden“ - das sind aktuell 9573. Diese Angabe wurde vielfach so verstanden, dass diese Bettenzahl noch zu den gut 10.000 freien Betten hinzu kämen.

    Das ist jedoch nicht so, korrigierte die Divi-Sprecherin Falsch-Meldungen aus den vergangenen Tagen. Es handele sich lediglich um eine Prognose der Kliniken, wie sich die Zahl der aktuell freien Betten innerhalb der nächsten 24 Stunden entwickeln werde. Wer also etwa erwarte, dass sich die Zahl der Intensivpatienten wegen mehrerer anstehender Verlegungen auf normale Stationen reduziere, melde dann für den nächsten Tag eine höhere Zahl freier Betten.

    Mehr: Die Zahl der Intensivbetten wird laut dem RKI nicht reichen.

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    1 Kommentar zu "Krankenhäuser: Unklarheit über die Zahl der Intensivbetten in Deutschland "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Bei solch großer Unsicherheit über die Fakten - Anzahl der Intensivbetten und deren Verfügbarkeit - wundert es doch sehr, mit welcher "Sicherheit" die Politik Statements abgibt, daß wir die Situation im Griff haben. Es stellt sich vielmehr heraus, daß wir kaum etwas im Griff haben!

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