Krankenversicherung: Krankenkassen wegen stark steigender Mitgliederzahlen in Sorge
Die Zusatzbeiträge für gesetzliche Krankenkassen soll steigen.
Foto: imago images/Kirchner-MediaBerlin. Der starke Mitgliederzuwachs in diesem Jahr bereitet den gesetzlichen Krankenkassen zusätzliche Sorgen um ihre ohnehin desaströse Finanzlage. Bis September wuchs der Mitgliederbestand der Kassen insgesamt um 700.000 auf 73,8 Millionen, wie aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet. Die Zahl ist demnach so stark gestiegen wie seit 20 Jahren nicht.
„Ein großer Teil davon sind Flüchtlinge aus der Ukraine, die am 1. Juni ins Hartz-IV-System überführt worden und nun gesetzlich krankenversichert sind“, sagte Andreas Storm, Chef der Krankenkasse DAK-Gesundheit, dem Handelsblatt. „Dies ist ein wichtiger Solidarbeitrag der Krankenkassen“, sagte Storm. „Allerdings rechnen wir mit Mehrkosten von rund einer Milliarde Euro für das Gesamtsystem.“
Wie groß die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine unter den Neumitgliedern genau ist und wie viele davon wiederum Arbeitslosengeld II empfangen, lässt sich aus den Daten des Gesundheitsministeriums nicht herauslesen. Klar aber ist: Die durchschnittlichen Behandlungskosten liegen laut Bundesgesundheitsministerium im Schnitt rund 250 Euro pro Monat über dem Zuschuss, den die Kassen für Arbeitslosengeld-II-Empfänger erhalten. Dadurch entstehen den Kassen schon jetzt rund zehn Milliarden Euro Mehrkosten pro Jahr.