Kredit-Affäre Wulffs Anwälte sprechen den Bundespräsidenten frei

Christian Wulff hat alle Fragen und Vorwürfe an seine Anwälte übergeben, die nun detaillierte Antworten liefern. Sie sprechen ihren Mandanten nach allen rechtlichen Kriterien frei - lassen eine zentrale Frage aber offen.
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Rechtsanwalt Gernot Lehr. Quelle: dpa

Rechtsanwalt Gernot Lehr.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWie von Christian Wulff in seinem Fernseh-Interview angekündigt hat der Anwalt des Bundespräsidenten, Gernot Lehr, eine sechsseitige Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlicht. Die Kanzlei Redeker Sellner Dahs habe inzwischen etwa 450 Fragen einzelner Medienvertreter beantwortet, schreibt Lehr auf der eigenen Website. Dabei würden die bereits gegebenen Antworten auf immer wieder gestellte Fragen und Themenkomplexe zusammengefasst, heißt es.

Das Fazit der Anwälte ist eindeutig: Christian Wulff habe sich als Ministerpräsident Niedersachsen nichts zuschulden kommen lassen. Weder zwischen den Darlehen von Edith Geerkens und der BW-Bank noch den Familienurlauben bei Freunden einerseits und den Amtspflichten als niedersächsischer Ministerpräsident andererseits habe Zusammenhänge gegeben. "Die privaten Freundschaften von Herrn Wulff haben seine Amtsführung nicht beeinflusst," betont Lehr. Auch für eine Verletzungen von steuerrechtlichen Vorschriften gebe es keine Anhaltspunkte.

Weiterhin betont die Kanzlei, dass Wulff an "größtmöglicher Transparenz" gelegen sei. Die derzeit entscheidende politische Frage allerdings klammert Lehr aus: "Zu Fragen in Bezug auf Telefonkontakte mit dem Chefredakteur der Bild-Zeitung Mitte Dezember 2011 verweisen wir auf die öffentlichen Erklärungen des Bundespräsidenten."

In dem Fernsehinterview am Mittwoch hatte Wulff klar gestellt, bei seinem Anruf bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann sei es ihm nur um eine Verschiebung der Veröffentlichung eines Artikels über die Kreditaffäre gegangen. Dem widersprach die Bild-Zeitung diametral: "Das haben wir damals deutlich anders wahrgenommen. Es war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichterstattung zu unterbinden“, sagte Nikolaus Blome, Leiter des Hauptstadt-Büros der Bild-Zeitung im Deutschlandfunk.

Interview-Zusammenschnitt: "Ich habe nichts Unrechtes getan"

Ob der Anruf als Drohung verstanden werden könne oder nicht, sei vielleicht eine Geschmacksfrage, sagte Blome. „Aber klar war das Ziel dieses Anrufes, die Absicht und das Motiv, nämlich: diese Berichterstattung, diesen ersten „Breaking'-Bericht über die Finanzierung seines privaten Hauses, zu unterbinden.“

Wulff war in dem Interview gefragt worden, ob es nicht für einen Bundespräsidenten tabu sein müsse, unliebsame Berichterstattung verhindern zu wollen. „Ich habe nicht versucht, sie zu verhindern. Ich habe darum gebeten, einen Tag abzuwarten“, antwortete er.

Die Schlüsselbegriffe aus den Antworten von Bundespräsident Christian Wulff im Interview mit ARD und ZDF. Quelle: dpa

Die Schlüsselbegriffe aus den Antworten von Bundespräsident Christian Wulff im Interview mit ARD und ZDF.

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40 Kommentare zu "Kredit-Affäre: Wulffs Anwälte sprechen den Bundespräsidenten frei"

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  • mich würde mal interessieren, wie viele Rückfragen nach der Veröffentlichung der Zusammenfassung eingegangen sind, beantwortet werden diese nämlich offenbar nicht zeitnah!

  • Vorweg: Ich bin weder ein "Freund" der CDU - von Frau Merkel einmal ganz zu scheigen - bzw. von Herrn Wulff.

    An dieser Stelle muss aber, auch wenn man der CDU und den handelnden Personen äußerst kritisch gegenüber steht, doch ein ganz anderer Sachverhalt hinterfragt werden.

    Wenn angeblich Herr Wulff bereits am 16.12.2011 dem Redakteur der Bild-Zeitung gedroht haben soll - was dann absolut für unsere Demokratie nicht hinnehmbar sein sollte -, warum ist ein solcher grober Verstoß (die Pressefreiheit einzuschränken) nicht bereits am 17.12.2011, spätestens am 18.12.2011, publik gemacht worden???

    Welche schmutzigen "Spielchen" werden hier gespielt.

  • wenn ich mal in den Knast muss, lass ich mich von meinem Anwalt freisprechen. Geht doch nach Wulff, und der ist doch immerhin Jurist.

  • unlauterer Wettbewerb/ Toller WERBE SPRUCH:
    das Delikt ist einerlei, denn unser ANWALT spricht Sie frei!

  • Wulff will also in seiner "gesamten Amtszeit ein guter Bundespäsident sein".

    Wie will er dies nun schaffen?

    Fakt ist, dass er die ersten 1,5 Jahre ein nicht vorhandener Präsident war, man nichts, aber auch gar nichts von ihm hörte, außer Lindau!
    Dies ist ihm schon hoch anzurechnen, da, wie gesagt sonst absolute Sendepause dieses Herrn war.

    Leider hat er nicht begriffen, dass er Deutschland mehr als geschadet hat, vor allem im Ausland lacht man über ihn.

    Dass er im gestrigen Interview auch noch meinte, dass er als Bundespräsident quasi ins kalte Wasser geworfen wurde, noch lernen muß, ist so was von lächerlich.

    Bekommt er jetzt eines Präsidentengehaltes nur noch eine Ausbildungsbeihilfe?

    Er ist so was von unfähig, dass man eigentlich nur Mitleid mit ihm haben kann und die Frage ist nun, wollen wir einen Bundespräsidenten, der keine Ehre, keine Moral zeigt, mit dem wir nur Mitleid haben??

    p.s. Dass er an seinem Sessel klebt, hat er wohl von Mutti Merkel gelernt, denn er ist wie sie, "kein Profil, klebt aber am Amt."

  • --Q Rapid

    Herr Köhler hat man schon geschlachtet, weil er sich gegen die FinanzMafia geäußert hat

    Strauss-Kahn unterschireb mit seinen Negativ-Äußerungen zum Terror der Bankster auch sein Todesurteil.

    Herr Steinbrück ist ein Bilderberger (eine Untergruppe der Rothischild-Mafia)

    Der Bilderberger Steinbrück als Kanzlerkandidat
    Dienstag, 21. Juni 2011 , von Freeman um 20:09

    Manchmal treten Vorhersagen schneller ein als man sie erwartet. Die langjährige Beobachtung zeigt nämlich, Politiker die bei der Bilderberg-Konferenz teilnehmen machen sehr oft einen steilen Aufstieg und landen in Führungspositionen. So auch Peer Steinbrück, den wir bei seiner Wanderung vom Paradiso Bergrestaurant als Bilderberg-Teilnehmer fotografieren konnten. Kaum aus St. Moritz zurückgekehrt und von einer Tournee um für sein Buch "Unterm Strich" zu werben, sowie vielen Vorträgen um sich unters Volk zu mischen, will der ehemalige Bundesfinanzminister wieder in die Spitzenpolitik zurückkehren und hat sich als Kanzlerkandidat der SPD angeboten.


  • Über mich lachen die nicht.
    Sondern über Leute wie Sie!

  • Danke Handelsblatt,
    dass es hier ein "Forum" zum Thema gibt. Täuscht mein Eindruck, dass es seit der Sarrazin-Diskussion weniger Foren zur Sammlung der "wahren Volksmeinung" gibt? Damals gab es einen deutlichen Widerspruch zur Tendenz in den Foren gegenüber der publizierten "Pressemeinung" bzw. der "Meinung der Politiker". Etwas direktes (kostenloses), unzensiertes Feedback der Bundesbürger zu den Presseartikeln kann nicht schaden, wo doch alle immer von der "Transparenz" sprechen. Dann zeigt sich schnell, ob die Presseberichte die Meinung der Mehrheit des Volkes treffen.
    Für mich ist die Debatte zum Bundespräsidenten komplett überzogen. Die wichtigen Themen (Verschuldung, Euro etc.) sind halt zu "sperrig" und "unverdaulich".
    Wenn an jeden Politiker oder Chefredakteur die gleichen "Moralmaßstäbe" wie an den BP angelegt werden würden, dann würde die Personaldecke aber schnell sehr, sehr dünn werden.
    Der Mann soll durchhalten!

  • Ministerpräsident Wulff nimmt Geerkens mit auf eine Auslandsreise und zwei Wochen später bekommt er den Kredit von den Geerkens. Allein deshalb müßte er zurücktreten, das ist zu 90% Korruption und zu 100% erweckt es den Anschein der Korruption. Ganz einfach.

  • Warum versuchen die Medien Herrn Wulff so zu diskreditieren???

    Was hat Herr Wullf wohl gemacht was den Medienmachern nicht gefällt???

    Gibt es vielleicht ein Medienmonopol und keiner weiss es?

    Wem gehören eigentlich die Medien AGs???

    Den Besitzern der privaten Banken???

    Gründen private Banken oder besser gesagt deren Besitzer eine "Gesellschaft A" im "Ausland A" und "Gesellschaft A" gründet im "Ausland B" eine "Gesellschaft B" etc. bis dann Gesellschaften xy nach Deutschland kommen und je 4,9% ( Ab 5% muss man es melden! ) einer Medien AG kaufen bis sie die versteckte Mehrheit haben und ihre Marionetten einsetzen???

    Wer die versteckten Finanzdiktatur verstehen will sollte unser Schuldgeldsystem analysieren.

    Die wichtigste Frage lautet:

    Wie entsteht Geld?????????

    Schaffen private Banken Geld aus dem nichts??

    Hat der Staat den privaten Banken das Monopol der Geldschöpfung erteilt?

    Spielt es eine Rolle was die Welt kosten, wenn private Banken Geld aus dem nichts schöpfen können?

    Gehört die Welt ( Medienkonzerne, Energiekonzerne, Lebensmittelkonzerne, Pharmakonzerne, etc. ) den Banken?

    Sind Politiker, Konzern- und Medienbosse nur Marionetten der globalen Hochfinanz ( Banken )???


    AUFWACHEN!!!!!!!!!!!!


    Weitere Infos finden Sie unter:

    www.steuerboykott.org


    Gib mir die Welt plus 5 Prozent:

    http://www.youtube.com/watch?v=_kcHxGfkQ3s

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