Kredit-Berichterstattung Wulff soll sogar Friede Springer angerufen haben

Um zu verhindern, dass Details zu seinem Hauskredit bekannt werden, soll der Bundespräsident nicht nur den Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, sondern auch die Springer-Mehrheitsaktionärin Friede Springer angerufen haben.
Update: 02.01.2012 - 19:07 Uhr 79 Kommentare
Auch ein angeblicher Anruf bei Springer-Mehrheitsaktionärin Friede Springer half Wulff nicht. Quelle: dapd

Auch ein angeblicher Anruf bei Springer-Mehrheitsaktionärin Friede Springer half Wulff nicht.

(Foto: dapd)

BerlinUm eine Berichterstattung über seinen zinsgünstigen privaten Immobilienkredit zu verhindern, hat Christian Wulff wohl nichts unversucht gelassen. Auch bei der Springer-Mehrheitsaktionärin Friede Springer soll er angerufen haben, berichtet das Online-Magazin Cicero Online. Dieser Anruf soll für Wulff jedoch nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben. Das Telefonat mit Friede Springer soll vielmehr mit ihrer kühlen Auskunft geendet haben, dass die Witwe des Verlagsgründers keinen Einfluss auf ihre Chefredakteure zu nehmen pflege.

Wulffs Anruf bei „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann, über den zuvor mehrere Medien berichtet hatten, hat die „Bild“-Zeitung inzwischen bestätigt. Wie die „Bild“ (Dienstag) berichtet, hatte Wulff versucht, Diekmann direkt zu erreichen. „Als das nicht gelang, hinterließ der Bundespräsident eine längere Nachricht auf der Handy-Mailbox des Chefredakteurs.“ Der Bundespräsident habe sich „empört über die Recherchen zu dem Hauskredit“ gezeigt und mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen „Bild“-Redakteur gedroht, schreibt die Zeitung. Wenige Tage später habe Wulff Diekmann in einem Telefonat persönlich um Entschuldigung für Ton und Inhalt seiner Mailbox-Nachricht gebeten. „Deshalb hat die „Bild'-Zeitung nach breiter redaktioneller Debatte davon abgesehen, eigens über den Vorfall zu berichten“, hieß es weiter.

„Bild“ berichtet weiter, dem Bundespräsidenten sei vor Veröffentlichung des Artikels Gelegenheit zu einer ausführlichen Stellungnahme gegeben worden. Wulff habe diese zunächst abgegeben, aber am 12. Dezember kurz vor Redaktionsschluss zurückgezogen. Zwei Tage nachdem der Artikel über den umstrittenen Privatkredit dann am 13. Dezember in der Zeitung erschienen sei, habe Wulff erneut Diekmann angerufen und um Entschuldigung für Ton und Inhalt seiner Äußerungen auf der Handy-Mailbox gebeten.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte Wulff persönlich bei der „Bild“-Zeitung versucht, die erste Veröffentlichung von Recherchen zur Finanzierung seines Privathauses zu verhindern. Dies berichtete zunächst die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) widmet sich dem Vorgang in ihrer Montag-Ausgabe noch ausführlicher. Demnach drohte Wulff am 12. Dezember dem „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann den „endgültigen Bruch“ mit dem Springer-Verlag an - für den Fall, dass diese „unglaubliche“ Geschichte tatsächlich erscheine. Dies war einen Tag bevor „Bild“ den ersten Bericht zur umstrittenen Hauskauf-Finanzierung durch das befreundete Unternehmer-Ehepaar Geerkens veröffentlichte.

Nach SZ-Informationen rief der Bundespräsident Diekmann aus Kuwait an, erreichte den Chefredakteur aber nicht, weil dieser in New York weilte. Er habe um ein Gespräch mit Diekmann gebeten. Dabei sei auch die Formulierung „Krieg führen“ gefallen.

Offiziell äußerte sich der Springer-Verlag bisher nicht zu dem Vorgang. „Bild“ ließ sich von der Veröffentlichung der Recherchen nicht abbringen, wonach der damalige niedersächsische Ministerpräsident Wulff 500 000 Euro bei den Geerkens' geliehen hatte. Über die versuchte Einflussnahme des Bundespräsidenten im Dezember berichtete das Blatt nicht. Laut SZ bedauerte Wulff in einem weiteren Anruf bei Diekmann seine früheren Äußerungen.

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79 Kommentare zu "Kredit-Berichterstattung: Wulff soll sogar Friede Springer angerufen haben"

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  • Das regelt an sich schon der Wortlaut in § 331 StGB ++Vorteilsnahme++, denn der Tatsächliche §§ zum Amtsmissbrauch ist 1943 aus dem StGB gestrichen worden.
    Man könnte es unter Umständen mit dem § 839 BGB
    ++Haftung bei Amtspflichtverletzung++ , denn dort heißt es:

    >> (1) Verletzt ein Beamter vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht, so hat er dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Fällt dem Beamten nur Fahrlässigkeit zur Last, so kann er nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Verletzte nicht auf andere Weise Ersatz zu erlangen vermag. <<

    Ob es so anwendbar ist, ist dann natürlich eine Interpretationssache, denn der Beamte (der BP) hat einem Dritten (nämlich dem Bürger als solchem) einen Schaden in verschiedener Form zugefügt, wobei einer auf jeden Fall finanziell ist.

  • Eine sehr gute Idee, die ich dann sodann umgesetzt habe:

    "Herr Wulff,

    in Anbetracht der wohl unbestreitbaren Tatsachen möchte ich mich einem Politiker aus der Regierungskoalition anschließen und Sie auffordern, Ihr Amt als Bundespräsident niederzulegen und mit Würde und Anstand zurückzutreten und dabei auf den Ehrensold zu verzichten, was in dieser durch Sie selbst verursachte Situation eine logische Konsequenz darstellt.

    Mit freundlichen Grüßen "

    Der Text kann gerne übernommen werden,ich lege kein Wert auf ©

  • Daran kann man sehr gut erkennen, das Herr Wulff in seiner gesamten Zeit als Politiker nichts gelernt hat. Insbesondere fehlt Ihm ein ausgeprägtes Rechtsbewusstsein, das Ihm wohl irgendwie abhanden gekommen sein muß.
    Wer sich so in der Öffentlichkeit präsentiert, die man auch noch repräsentieren soll, muß man sich über den Unmut der nicht wundern. Hätte Herr Wulff gleich von Anfang an Nägel mit Köpfen gemacht, wäre alles halb so wild geworden, doch durch seine Verschleierungstaktik - die er zudem nicht einmal beherrscht - hat er sich wahrlich keine neuen Freunde gemacht.

    Ich kann nur wiederholen was ein Politiker der Regierungskoalition schon gefordert hatte:

    Herr Wulff, zeigen Sie wenigstens jetzt einmal Würde und Anstand, treten Sie selbst zurück und verzichten auf Ihren Ehrensold.

    Ansonsten wird man Ihnen das Leben zur Hölle machen, da bin ich mir ziemlich sicher. Und alle werden mitmachen, bis Sie gehen werden, selbst wenn Sie Kritiker mit Strafanzeigen bedrohen, was Sie dann nur noch lächerlich erscheinen lässt.

  • Hoffentlich verschwindet Wulff bald.

  • Ich stell mir das Gespräch so vor:
    Christian: "Mensch Friede, überleg doch mal, wenn der Kai so einen Scheiß schreibt, bin ich weg vom Fenster..."
    Friede:" Mensch Christian, der Kai braucht doch Schlagzeilen! Und Leser! Ist doch auch meine Kohle!"
    C: "Mensch Friede, jetzt sag im doch, er soll aufhören. Ich erreich nur seinen AB."
    F:"Mensch Christian, der Kai ist im Ausland, wenn der Bundespräsident anruft, ist dochnicht so wichtig. Die Story steht sowieso schon, wie immer."
    C:"Ihr seid doof!"
    14 Tage später....
    Kai:"Mensch, das auf der Mailbox, dass ist doch der Christian, der hat mich doch klar mit dem Messer bedroht und gesagt, ich soll nichts schreiben lassen. Also Messer geht garnicht..."
    usw...

  • Blödsinn! Allerdings ist der Beamtenapparat deshalb so angestiegen, weil sich die Regulierungsansprüche der Politik ins Unermessliche gesteigert haben

  • Die Facetten der Affäre:
    Ein hölzern, ungeschickt armes Würstchen, das doch so froh war, endlich einmal einen Posten mit ordentlich Einkommen innezuhaben.
    Eine geldgeile Alte aus Hamburg, die mit Ihren schreibenden Charakterschweinchen noch jede Sau durchs Dorf zu treiben vermag.
    Eine Kanzlerin, die nach dem beleidigten Sparkässler und dem hölzernen Bengele jetzt nicht wirklich weiß, was sie machen soll.
    Ein Bundestagspräsident, der vergessen hat, wer wirklich die Macht im Staate hat. Es sind nicht die Gewählten, sondern die Medienschaffenden. (Wie lange halten Sie sich eigentlich noch auf dem Posten, Herr Lammert, so frech wie Sie sind und das hohe Gut Pressefreiheit angreifen?)
    Eine Opposition, die sich schadenfroh die Hände reibt, in der aber nicht wirklich jemand der Präsidentenmörder sein will.
    Ein Koalitionspartner unfähig, zerstritten, kakophon, so wie man sie eben kennt.
    Dass ein Machtwechsel stattfinden wird, ist jetzt so gut wie klar, aber wer soll´s machen?

    Der Einzige, der Bild, Bild am Sonntag und die Glotze beherrschte, war ...?

    Wer könnte das jetzt sein?

    Es entsteht in der Tat der Eindruck die schreibende, filmende und sendende Zunft habe ihr Vergnügen und ihren Lebensunterhalt darin gefunden, jede Regierung zu zerschießen - ohne Rücksicht auf unser Land und sein Schicksal.

  • Wulff hat sogar die Frieda angerufen!
    Ach du meine Güte, Sie wissen wirklich nicht mehr was Sie schreiben sollen oder? Jetzt hat der Herr Bundespräsident aus Angst in den Guttenbergstrudel zu geraten sogar die Frieda angerufen! Wissen Sie was, mich hat er auch angerufen! Oh nein, jetzt muss es zurücktreten oder? Meines Erachtens ist das keine Pressefreiheit mehr, sondern Methoden aus dem Mittelalter: Pranger, Hetze, Verleumdung bis zum Fall des Opfers... Man kann nur jedem wünschen nicht in das Visier von Ihnen zu geraten. (Spiegelmethoden, pfui)

  • @wolf

    sind sie es, Herr Wulff??? :D

  • Nach 3 Wochen findet man bei der Bild Zeitung die Wulf Nachrichten auf dem Anrufbeantnworter. Man kann hier wohl nur noch von einer ekelhaften Medienkampange sprechen. Warum kommen die Fakten nicht gleich auf den Tisch? Die Korruptesten unter allen sind doch die Journalisten. Mal sehen wie lange das hier stehen blebt. Hauptsache die Auflage stimmt.

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