Kredit- und Medienaffäre Der endlose Kampf um das Ansehen Wulffs

Kanzlerin Merkel hat Christian Wulff erneut den Rücken gestärkt. Die SPD warnt angesichts der Kredit- und Medienaffäre des Bundespräsidenten aber vor einem weltweiten Glaubwürdigkeitsverlust. Die Causa Wulff geht weiter.
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Kanzlerin Angela Merkel steht Christian Wulff trotz Kritik weiterhin zu Seite. Quelle: dapd

Kanzlerin Angela Merkel steht Christian Wulff trotz Kritik weiterhin zu Seite.

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Berlin/HannoverBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Bundespräsident Christian Wulff trotz der Kredit- und Medienaffäre erneut ihr Vertrauen ausgesprochen. In einem Interview der „Bild am Sonntag“ sagte Merkel auf die Frage, wie viel Zukunft Wulff habe: „Unser Bundespräsident wird viele weitere wichtige Akzente für unser Land und unser Zusammenleben setzen.“ Einer Direktwahl des Bundespräsidenten erteilte die Kanzlerin eine Absage: „In den USA oder Frankreich, wo der Präsident direkt gewählt wird, ist das Amt mit viel mehr Macht ausgestattet“, sagte Merkel. „Der Bundespräsident hat in Deutschland eine ganz andere Rolle, zu der, wie ich finde, die Wahl durch die Bundesversammlung sehr gut passt.“ Sie gebe ihm „größte Legitimität und Autorität“, die Bundesrepublik sei damit „über Jahrzehnte gut gefahren“.

Die hingegen SPD befürchtet, dass die Kredit- und Medienaffäre von Bundespräsident Christian Wulff dem Ansehen Deutschlands in der Welt schaden wird. „Deutschland ist für viele Länder ein Vorbild, was die Sauberkeit der Politik und die Unabhängigkeit ihrer Verantwortungsträger angeht“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier der „Welt am Sonntag“. „Die Debatte um Wulff nimmt Deutschland sicherlich einiges von diesem Nimbus.“ Fast noch schmerzlicher sei der hierzulande schon eingetretene Schaden, sagte Steinmeier: „Allzu viele Bürger sehen sich in ihrem Vorurteil bestätigt, dass Politiker weniger auf die Zukunft dieses Landes als vielmehr auf den eigenen Vorteil ausgerichtet sind.“ Bei der Aufarbeitung der Affäre besteht aus Steinmeiers Sicht zudem die Gefahr, dass sich zwischen Politik und Wirtschaft ein „absolut neurotisches Verhältnis“ entwickelt. Politik werde nicht besser, wenn sich die Akteure beider Seiten künftig aus dem Weg gehen.

Der SPD-Politiker bekräftigte erneut, dass die Entscheidung über einen Rücktritt nach den bisher nicht ausgeräumten Vorwürfen allein bei Wulff liege. „Aber er muss sich im Klaren sein: Die Kernaufgabe des Bundespräsidenten besteht darin, moralische Orientierung zu geben. Es wird ein langer Weg für Christian Wulff, die moralische Autorität zurückzugewinnen, die er dafür braucht. Wenn er auf dem unsicheren Grund seiner bisherigen Antworten bleibt, dann ist dieser Weg zu lang.“ Der Kern des öffentlichen Vorwurfs bestehe darin, dass Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident einen Kredit von einer halben Million Euro „zu unverträglich guten Konditionen“ bekommen habe.

„Zur Herkunft und zu den Hintergründen dieses Kredits sind nahezu alle Fragen offen. Es ist unverständlich, dass der Bundespräsident seine öffentlichen Auftritte nicht genutzt hat, um diese Fragen zu beantworten“, sagte der SPD-Politiker, der unter Gerhard Schröder Chef der Staatskanzlei in Hannover gewesen war.

Der umstrittene Immobilienkredit ist nicht das einzige Thema, das Wulff derzeit beschäftigen dürfte. Zuletzt ging es zudem um die Frage, ob die damalige Landesregierung die umstrittene Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" unterstützt hat. Neuesten Informationen zufolge soll die niedersächsische Landesregierung unter dem früheren Ministerpräsidenten Christian Wulff den umstrittenen Nord-Süd-Dialog stärker unterstützt haben als bislang bekannt. Die Norddeutsche Landesbank (NordLB), die zu mehr als 50 Prozent dem Land gehört, beteiligte sich „Zeit Online“ zufolge zweimal finanziell und direkt an der Ausrichtung der Lobby-Veranstaltung.

Die NordLB habe das Treffen 2007 und 2009 als Sponsor unterstützt, sagte eine Sprecher der Bank am Freitag.

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25 Kommentare zu "Kredit- und Medienaffäre: Der endlose Kampf um das Ansehen Wulffs"

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  • O-Ton Wulff über sich und Gleaseker: „Wir sind siamesische Zwillinge".

  • Wegen der gebetsmühlenartigen Ehrenbekundundungen für Wulff - aus welchen Gründen auch immer - entziehe ich der Kanzlerin mein Vertrauen und werde nach 60 Jahren erstmals nicht mehr CDU wählen. Soll sich unsere heranwachsende Jugend an dem Vorbild von Wulff orientieren?

  • Da mangelt's an allem.

    Die Hoffnung liegt auf den Piraten - weil wir von denen noch nichts wissen.

  • Hätte WulffAnstand und nru einen Funken Charakter, wäre er schon längst abgetreten.
    Wulff ist das allerbeste Beispiel dafür, dass heutige Politiker eben weder Anstand noch Charaktr haben
    In Deutschland ist in den letzten 25 Jahren jeder Anstand, Moral und Ethik verlore gegangen.
    Es etabliert sich imemr mehr eine Republik der Ungebildeten, aber der Geld- und Zocker-"Eliten"
    Das einsitge Volk der Denker udn Dichter wird zum ekelhaften Land der Ungebildeten und leider zur Bananenrepublik

  • Das habe Sie sehr gut gesagt.
    Für Frau Merkel gibt es ja kein Volk und ein Deutsches schon gar nicht.
    Merkel ist die späte Rache Honeckers

  • Wie viel Macht der BP hat ist doch ersichtlich. Ein abwählen geht nicht ohne 2/3 Mehrheit der Abgeordneten. Nur
    Wulff selber kann zurück treten. Wenn es dann einmal ein schwarzes Schaf als BP gibt, kann der sich im nu mit Reden und Taten ziemlich viel Macht anhäufen und die Mehrheit des Volkes auf seine Seite bringen. Darum gibt es keine demokratische Direktwahl sondern Parteisoldaten sind gefragt die weiter der Partei dienen. Das Land wird sich verändern, Wulff ist der Schornstein einer Politischen Gesellschaft durch den der gesamte Schmutz endlich mal
    sichtbar wird. Dafür und nur dafür kann ich ihm danken.

  • @ Baier : >Frau Merkel profitiert im Augenblick von der Wahrnehmung ihrer Haltung gegen weitere Schulden in Europa. Sobald sie dem Druck der Südländer nachgibt, wird ihr auch die Causa Wulff auf die Füsse fallen.<

    Süddeutsche heute: >SPD sucht Antwort auf Merkels Popularität<

    Die Antwort ist ganz einfach: Die Deutschen lehnen (quer durch alle Parteien) zu ca. 75% weitere Verschuldung zugunsten GR und anderer PIIGS-"Mitglieder" entschieden ab, weil sie um ihre eigene und die Zukunft ihrer Kinder und Enkel fürchten. Noch sind Merkel/Schäuble (scheinbar ?!) die letzten Bollwerke gegen weitere drastische und GG-widrige Schuldenübernahmen durch Deutschland. Die SPD und die Grünen sind seit Monaten ausdrücklich für (!) alles, was unsre Bürgschaftsschulden weiter anwachsen lässt, nicht zuletzt sind sie ausdrücklich f ü r EUROBONDS.

    Warum stellt sich also die SPD (siehe oben) so saudumme Fragen ? Unglaubliche Naivlinge !!!

  • Merkel fährt fort: "Wenn Sie nicht genügend Brot haben, sollen Sie doch Kuchen essen."

  • @ Bietchekoopen,
    gut fangen wir an:
    Es gibt keine Rente mehr für diese Personen, da der Ehrensold für eine immer geringer einzustufende Ethik der "erste Personen" im Staat irgendwoher kommen muss.

  • Das ist das, was heutzutage für seriös gehalten wird: ein Niedersachse, der sich durch Sender schleimt, weil er nun mal der BuPrä ist: der Bundespräservativ.

    Wen interessierts.

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