Kriminalität Frankfurt ist wieder Hauptstadt des Verbrechens

Frankfurt liegt bei der Kriminalität wieder auf Platz eins in Deutschland. Bundesweit geht die Zahl der Straftaten allerdings stark zurück.
Update: 22.04.2018 - 10:22 Uhr Kommentieren
In der Main-Metropole wurden im vergangenen Jahr 14.864 Straftaten pro 100.000 Einwohner erfasst. Quelle: dpa
Skyline von Frankfurt

In der Main-Metropole wurden im vergangenen Jahr 14.864 Straftaten pro 100.000 Einwohner erfasst.

(Foto: dpa)

BerlinFrankfurt am Main liegt bei den erfassten Straftaten deutschlandweit wieder auf Platz eins. Dort wurden im vergangenen Jahr 14.864 Straftaten pro 100.000 Einwohner erfasst, wie aus der jüngsten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervorgeht, die der „Welt am Sonntag“ vorliegt. Auf Frankfurt folgen Hannover (14.616 Straftaten) und knapp dahinter Berlin (14.558).

Im Vorjahr hatte Berlin noch auf dem ersten Platz gelegen, davor jahrelang Frankfurt. Insgesamt wurden alle 39 Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern ausgewertet.

Dresden liege mit 14 330 Straftaten auf Platz vier, schreibt die Zeitung. Die sächsische Landeshauptstadt habe damit Leipzig überholt, das bei der Kriminalität nun auf Platz fünf liege (13.900 Taten) . Die sicherste Stadt der Republik bleibt wie schon in den Vorjahren München mit 6627 registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner. Zweitsicherste ist Augsburg (7217 Taten).

Insgesamt sind in Deutschland 2017 fast zehn Prozent weniger Straftaten erfasst worden als im Vorjahr, wie die „Welt am Sonntag“ ebenfalls unter Berufung auf die Kriminalstatistik berichtet. Einen derart starken Rückgang bei der Kriminalität habe es seit fast 25 Jahren nicht gegeben.

Die Übersicht will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Holger Stahlknecht (CDU), am 8. Mai in Berlin vorstellen. Sie weise für das vergangene Jahr insgesamt 5,76 Millionen Straftaten aus, was gegenüber 2016 einer Abnahme um 9,6 Prozent oder um 610.542 Straftaten entspreche.

Vor „voreiligen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Sicherheitslage“ warnt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow der Zeitung. Es sei aber richtig, „dass wir seit der ersten gesamtdeutschen Kriminalitätsstatistik 1993 noch nicht einen solch hohen Rückgang zu verzeichnen hatten“.

Bereits bekannt war, dass die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche in Deutschland 2017 um mehr als ein Fünftel zurückgegangen ist. Die Polizei erfasste für 2017 insgesamt rund 117 000 versuchte und vollendete Wohnungseinbrüche, wie Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur auf Grundlage der Kriminalstatistiken der Länder ergaben.

Polizisten erschossen im vergangenen Jahr 15 Menschen bei Einsätzen in Deutschland, wie aus einer Umfrage unter den Innenministerien und Polizeibehörden der Bundesländer hervorgeht, über die die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet. 40 weitere Menschen seien verletzt worden. Meistens hätten die Beamten aus Notwehr oder zur Nothilfe gehandelt – weil sie ihr eigenes Leben retten oder Menschen in Lebensgefahr helfen mussten, hieß es von der Zeitung. Die genannten Zahlen liegen etwas höher als im Jahr 2016. Damals hatten Polizisten 11 Menschen erschossen und 28 verletzt.

So schreckt man Einbrecher ab
Alles abschließen
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Gekippte Fenster und offene Türen sind eine willkommene Einladung für jeden Einbrecher. Deswegen sollte man beim Verlassen der Wohnung immer daran denken, alles abzuschließen. Bei Nicht-Abschließen der Wohnungstür droht sogar ein Versicherungsausfall.

Keine Einstiegshilfe bieten
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Souterrain und Erdgeschoss sind wegen ihrer Bodennähe beliebte Ziele unter Einbrechern. Damit den Eindringlingen der Zugang zu höheren Etagen verwehrt bleibt, sollten mögliche Einstiegshilfen wie Mülltonnen oder Leitern vor Abreise weggeschlossen werden.

Mit Licht abschrecken
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Licht ist der natürliche Feind jedes Einbrechers. Mit Bewegungsmeldern und der Ausleuchtung von kritischen Bereichen macht man den Missetätern das Leben schwer.

Anwesenheit simulieren
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Wichtiges Indiz für Einbrecher bei der Zielauswahl: ein übervoller Briefkasten. Mit nachbarschaftlicher Postenleerung lässt sich hier entgegenwirken. Mit Hilfe von ein bisschen Technik lassen sich zudem Fernsehflimmern, Hundegebell oder auch Duschgeräusche im Haus vortäuschen.

Keine Urlaubspostings
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Soziale Netzwerke machen es Einbrechern leicht, mögliche Opfer auszukundschaften. Postings vom Sandstrand am anderen Ende der Welt sind also, vor allem wenn sie öffentlich mit der ganzen Welt geteilt werden, alles andere als ratsam. Ebenfalls ein absolutes „No-go“: auf dem Anrufbeantworter über die Dauer der eigenen Abwesenheit informieren.

Die Zustände an den Schulen in Deutschland haben sich nach jahrelangem Rückgang der Kriminalität wieder verschlechtert. Etliche Bundesländer registrierten für 2017 einen teils spürbaren Anstieg von Kriminalität und Gewalt, wie aus den Statistiken der Landeskriminalämter hervorgeht. Zu den Gründen gibt es noch keine Erklärung. Bundesweite Zahlen will das Bundeskriminalamt in einigen Wochen vorlegen. Unverändert ist die große Mehrzahl der Täter männlich und deutsch.

Der Anstieg der Schulstraftaten geht nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen auch einher mit einem Anstieg der gesamten Jugendkriminalität im Jahr 2017. Nach zehnjährigem Rückgang nahm die Zahl minderjähriger Tatverdächtiger in dem Flächenland um vier Prozent zu, die Zahl tatverdächtiger Kinder stieg um 21 Prozent. Die Gründe will das LKA untersuchen. Auch für den Wiederanstieg der Kriminalität an Schulen gibt es noch keine Erklärung.

Wie der Kriminologe Christian Pfeiffer der Deutschen Presse-Agentur sagte, könnte der Anstieg an einem geänderten Anzeigeverhalten liegen. In Zeiten großer medialer Aufregung über Gewalttaten würden Straftaten häufiger angezeigt. Auch wenn es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Ausländer handele, sei die Anzeigebereitschaft statistisch erwiesenermaßen höher. Mit einer nach dem Flüchtlingszuzug gestiegenen Zahl ausländischer Schüler könne dies möglicherweise den Anstieg erklären.

  • rtr
  • dpa
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