Krise der FDP Westerwelle will um Parteivorsitz kämpfen

Tagelang hat FDP-Chef Westerwelle in der Öffentlichkeit geschwiegen. Vor der Abreise in den Weihnachtsurlaub macht er jetzt deutlich, dass er von Rücktritt nichts wissen will. Einige Spitzenliberale springen dem Frontmann zur Seite. Doch die neuen Umfragewerte sind nicht ermutigend.
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Denkt nicht an Rückzug: FDP-Chef Guido Westerwelle. Quelle: dpa

Denkt nicht an Rückzug: FDP-Chef Guido Westerwelle.

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HB BERLIN. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle will seine Partei trotz der teilweise heftigen Kritik auch ins neue Jahr führen. „Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt“, kündigte Westerwelle nach tagelangem Schweigen in der „Bild am Sonntag“ an. An einen Rückzug denke er nicht.

Der 48-Jährige ließ jedoch offen, ob er beim nächsten FDP- Parteitag im Mai wieder antreten wird. Zuvor findet eine Reihe von wichtigen Landtagswahlen statt, bei denen die FDP bangen muss. Nach einer neuen Umfrage käme sie derzeit weder in Baden-Württemberg noch in Rheinland-Pfalz ins Parlament.

Die Debatte um eine Ablösung Westerwelles setzte sich auch am Wochenende fort. Der hessische FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn legte seinem Bundesvorsitzenden nahe, beim traditionellen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart seinen Verzicht auf die Parteiführung bekanntzugeben. Die Hessen-FDP – einer der kritischsten Landesverbände – brachte wegen der anhaltenden Führungskrise auch einen Sonderparteitag ins Spiel. Aus anderen Landesverbänden kam zunächst jedoch keine Unterstützung.

Westerwelle gab sich vor dem Abschied in einen zweiwöchigen Ägyptenurlaub kämpferisch. „Ich arbeite daran, dass wir wieder auf Erfolgskurs kommen und werde dabei von einem großartigen Team unterstützt.“ Zugleich verwies er darauf, dass die FDP seit seinem Aufstieg an die Parteispitze 2001 „zehn erfolgreiche Jahre“ hinter sich habe. Erneut gestand der Außenminister aber auch Fehler ein.

Nach ihrem Rekordergebnis von 14,6 Prozent bei den Bundestagswahlen 2009 liegt die Partei in den Umfragen derzeit zwischen vier und sechs Prozent. Eine aktuelle Emnid-Umfrage in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg – wo im März gewählt wird – sieht die Partei nur bei vier Prozent.

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10 Kommentare zu "Krise der FDP: Westerwelle will um Parteivorsitz kämpfen"

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  • sie Täter oder Opfer sind!?
    Wer solch schwammige Rechhtssprechung zulässt, der sollte mal zum Arzt gehen. Aber wir Guido es schon zeigt, dass die nicht mal merken, dass keiner mehr zu ihnen steht! Weder zur Politik, Rechtssprechung, Gerechtigkeit, Gleichheit.
    Wenn man verloren hat ist man so fair und verlässt den Platz! Es kann nicht sein, wenn man bei jedem Match auch noch eine glasklare Niederlage diskutieren muss und der Verlierer nicht fair ist und trotz Niederlage den Pokal für sich beansprucht!
    So nicht Deutschland!!!!



    http://www.focus.de/finanzen/steuern/steuerfahndung/tid-20777/steuerhinterziehung-die-schlinge-wird-immer-enger_aid_582612.html

  • Tja, Mr. Westerwave, in der Opposition rummäckern und anderen an die Karre pi..... ist dann doch was anderes als selber Verantwortung und Entscheidungen zu tragen.
    Und überhaupt: Urlaub! Was ist denn das? Das haben Sie doch jahrelang in der Opposition gehabt. Jetzt werden Sie für arbeiten bezahlt. Oh, nein, sorry! Jetzt gilt es doch nur finanzielle Netzwerke (Hotelverband) für sich und ihren Liebsten zu knüpfen.
    Mr. Westerwave, Sie haben in der Tat schon verstanden, dass es ein Leben nach der Politik gibt. Manchmal kommt diese Zeit ganz schnell - hoffentlich!

  • Wie? Die dickdärme der Nation machen Urlaub?

  • Es gibt eine grosse, weite Welt, in der aufregende und interessante Dinge passieren. Und es gibt Deutschland und Guido Westerwelle.

  • Wie kann man sich nur so vorführen lassen, ob von den Amis oder der eigenen Partei, nein sogar vom Kleinbürgertum. ich glaube Herr Westerwelle steht auf sowas!?

    Herr Westerwelle hier ist ihr Pendant, gemeinsam könnten Sie den Durchbruch schaffen.
    Die Parallelen sind verblüffend!

    http://www.clipfish.de/special/supertalent/video/3421450/supertalent-2010-stefan-chone-und-die-flugente/

  • Das Problem aller Parteien in Deutschland: Sie wissen, dass sie nur durch Lügen an die Macht kommen können. Die Wähler, die alle anderen Parteien nicht wählen wollten, hatten als einzigen Ausweg zwischen garnichts wählen oder doch zur Wahl gehen, ihr Kreuz bei der FDP gemacht und wurden gnadenlos von Westerwelle verraten. Diese Partei ist unten durch. Und selbst wenn sie ihren Vorsitzenden austauschen. Die Partei wird keine Stimmen zurückgewinnen. Wenn sie doch nur eine einzige Sache für ihre Wähler aus dem gemeinen Volk umgesetzt hätten. Aber die Hotelbranche war der FDP nunmal wichtiger. Die anderen waren nur das Stimmvieh. Die FDP ist also keine Alternative mehr für Wähler, die weder rot noch grün noch schwarz wählen wollen. Wer braucht die FDP-Lügner noch? Sie sollen sang- und klanglos von der Politbühne abtreten. Selbst das Geschreie in der Opposition hatten sie nur inszeniert. Sie wussten, dass sie in der Koalition mit der CDU/CSU nichts erreichen können. Wären sie ehrlich gewesen, hätten sie sich nie zur Regierung stellen dürfen. So war der Verrat am Wähler vorprogrammiert und damit das Ende der FDP. Ob Westerwelle oder wer immer da den Vorsitz macht. Es bleibt eine Partei der Nichtsnutze.

  • Einer der Vorwürfe von Wolfgang Kubicki in der vorletzten Woche lautete: Die Parteispitze schottet sich von der basis ab und nimmt nicht wahr, was an der basis passiert. Die Parteispitze hat darauf Kubicki in allgemeiner Form kritisiert, diesen Vorwurf aber nicht deutlich zurückgewiesen. Sollte tatsächlich die Parteispitze ein Kommunikationsproblem mit ihrer basis haben, dann wäre das Problem durch den Rücktritt von Herrn Westerwelle nur teilweise gelöst, dann müssten noch mehr Leute gehen.

  • Guido Westerwelle hat durch die Art seines Auftretens und Verhandelns ganz offensichtlich erhebliche und zunehmende Akzeptanzprobleme innerhalb der politisch interessierten Öffentlichkeit und auch innerhalb seiner eigenen Partei. bei Entscheidungen innerhalb der Regierungskoalition, im Parlament als auch bei der Arbeit in seinem Ministerium kann ich den Willen zur Durchsetzung liberaler Grundpositionen kaum erkennen.
    Sein Ministerkollege brüderle gibt dagegen ein deutlich besseres bild ab - bei der Opelrestrukturierung und anderen wichtigen ökonomischen Entscheidungen hat er Standfestigkeit gezeigt und nicht wohlfeile Kompromisse gesucht.
    Westerwelle braucht jetzt sicherlich erst einmal Abstand von der Tagespolitik und ein gutes Ohr für seriöse und kompetente berater.
    Die FDP insgesamt ist gefordert, sich mit den bewährten liberalen Grundprinzipien wieder engagiert und deutlich in die gesellschaftliche Diskussion einzuschalten - das würde der Entwicklung in Deutschland und in Europa nutzen... es wird Zeit...........

  • Zehn erfolgreiche Jahre

    war Hr. Westerwelle in der Opposition. Etwas über ein Jahr war er mit an der Regierung. Die bilanz ist: Westerwelle ist prima in der Opposition aber schlecht in der Regierung.
    Wenn die FDP wieder für 10 Jahre eine Oppositionspartei bleiben will, dann sollte sie fest zu ihrem Hr. Westerwelle stehen. Der weiss wie Opposition geht.

  • Westerwelle: "ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt".

    iss klar, Guido!
    Hier bestätigt sich für mich wieder "the secret" - Das Gesetz der Anziehung.
    Man zieht immer das an, was man selbst denkt uns ausstrahlt und gekommt genau das mehrfach wieder zurück, das ist ein universelles Gesetz und nicht änderbar und gilt auch für egozentrische Leichtmatrosen der Politik.
    Wieviel Masochist steht nun in einem homophilen Westerwelle?
    Man sollte selbstkritisch erkennen, wenn es vorbei ist und man das Vertrauen bei Parteimitgleidern und dem Wähler verloren hat.
    "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".
    Man wird dann zurückgetreten, anstatt es aus eigenem Antrieb heraus zu tun.

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