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Krise Staatliche Förderbank KfW bewilligt erste Corona-Notkredite

Deutsche Unternehmen können jetzt KfW-Sonderkredite beantragen. Der Staat übernimmt die Haftung von bis zu 90 Prozent. Banken verzeichnen eine hohe Nachfrage.
23.03.2020 Update: 23.03.2020 - 19:43 Uhr Kommentieren
Sonderkredite: KfW bewilligt erste Corona-Notkredite Quelle: dpa
KfW-Logo an der Zentrale in Frankfurt

In der Coronavirus-Krise ist am Montag ein Sonderkreditprogramm der staatlichen Förderbank KfW an den Start gegangen.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Köln Die staatliche Förderbank KfW hat die ersten Notfall-Darlehen für deutsche Unternehmen genehmigt. Die Kredite sollen nun schnellstmöglich durch die Hausbanken an die Firmen, die wegen der Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, ausbezahlt werden, wie die KfW am Montag mitteilte.

Schon gleich zu Beginn des Arbeitstages um 8.30 Uhr seien zwei Kredite bewilligt worden in der Kategorie bis zu drei Millionen Euro, fügte ein Sprecher hinzu. Weitere Angaben über die Anzahl der eingegangenen Kreditanträge soll es im Tagesverlauf geben.

„Die Banken und die KfW haben sich intensiv auf den heutigen Tag vorbereitet“, sagte KfW-Chef Günther Bräunig. „Noch nie haben wir ein Programm so schnell startklar bekommen. Der Bund übernimmt fast vollständig die Haftung und die Kreditmargen sind extrem niedrig.“

Die Sonderkredite stehen Firmen zur Verfügung, die wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus vorübergehend in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und Liquidität zur Überbrückung brauchen. Mit den Darlehen, die teilweise bis zu 90 Prozent durch den Staat garantiert sind, können Betriebsmittel und Investitionen finanziert werden.

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    Großes Interesse der Unternehmen

    Banken verzeichnen eine große Nachfrage. „Wir haben zahlreiche Liquiditätsanfragen von unseren Kunden bekommen und haben die Anfragen bereits platziert“, berichtet Dorothée Regazzoni, Leiterin Unternehmenskunden bei der französischen Großbank BNP in Frankfurt. „Noch sind nicht alle Fragen geklärt, aber wir nehmen alle beteiligten Parteien als sehr kooperativ und unbürokratisch wahr.“

    Auch die HypoVereinsbank meldet „eine sehr hohe Nachfrage nach den KfW-Förderkrediten – quer durch alle Branchen.“ Die Bank habe sich schon seit einigen Wochen auf ein hohes Antragsvolumen vorbereitet. „In dringenden Fällen können wir dank der Vorab-Zusagen der KfW Kredite über eine bankeigene Zwischenfinanzierung auch sehr kurzfristig oder unmittelbar nach der Zusage auszahlen“, heißt es aus München. In der aktuellen Situation zähle jeder Tag.

    Ein hohes Interesse sieht auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Ein Sprecher sagt, die Systeme liefen stabil. Als erste Sparkasse hat die Sparkasse Köln-Bonn die Liquiditätshilfen an Kunden ausgereicht.

    „Es kommt jetzt darauf an, den Unternehmen schnell und unbürokratisch zu helfen“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Die Auszahlung erfolgt schnellstmöglich, denn wir wissen, dass für viele Unternehmen jede Woche zählt.“ Die Prüfungen bei Darlehen von bis zu drei Millionen Euro wurden vereinfacht. Die Höhe der Notdarlehen ist nicht begrenzt. Sie stehen kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen zur Verfügung. Die konkreten Bedingungen können Firmen hier abrufen.

    In Finanzkreisen wird die Ausgestaltung der Hilfe gelobt: „Die KfW-Programme sind sehr flexibel. Sie orientieren sich stark an den 2008er-Programmen, werden aber noch pragmatischer gehandhabt“, sagt etwa Andreas Voglis, Co-Leiter Unternehmenskunden beim Düsseldorfer Geldhaus HSBC, mit Bezug auf die staatlichen Hilfen während der Finanzkrise.

    Die Bundesregierung sieht wegen der Coronakrise eine akute Gefahr von Liquiditätsengpässen bei den Unternehmen, was zu zahlreichen Insolvenzen führen kann und unzählige Jobs bedroht. Das Finanzministerium kalkuliert Regierungskreisen zufolge 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um sechs Prozent.

    Zusätzlich zu den KfW-Sonderkrediten will der Bund einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds aufsetzen, der Firmen Garantien von bis zu 400 Milliarden Euro geben soll. Für mehrere Millionen Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe sind außerdem Soforthilfen aus dem Nachtragshaushalt vorgesehen im Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro.

    Mit Material von Reuters.

    Mehr: Soforthilfen, Kredite, Stabilitätsfonds – Kabinett beschließt den riesigen Schutzschirm.

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