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Krisenpolitik unter Beschuss „Bald kauft die EZB auch alte Fahrräder auf“

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Geteiltes Echo bei Ökonomen

Doch danach sieht es auch nach einer gemeinsamen Erklärung von Deutschland und Frankreich nicht aus. Im Gegenteil: Noch während die EZB und die nationalen Notenbanken am Montag Bonds italienischer und spanischer Provenienz kauften, wurde in Paris und Berlin das ganze Ausmaß der Krise sichtbar: Denn zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Elyseepalast herrscht bei der Frage einer Aufstockung des EFSF Uneinigkeit: Von der Spree kommt ein klares „Nein“, von der Seine hingegen ein „Oui“.

Der Notenbank in Frankfurt bleibt angesichts dieser Differenzen kaum etwas anderes übrig, als in die Bresche zu springen und die von der Politik gelassene Lücke nolens volens zu füllen. Aber: „Die EZB hat zwar durchaus starke Werkzeuge, die Schuldenkrise nicht weiter eskalieren zu lassen, aber sie kann sie nicht lösen“, gibt Howard Archer vom Analysehaus IHS Global Insight zu bedenken. Die EZB kann zwar Anleihen von Problemländern kaufen und diese damit stabilisieren helfen, doch damit hat es sich dann auch. Ifo-Chefvolkswirt Kai Carstensen sieht die EZB auf einer schwierigen Gratwanderung: „Was sie macht, ist zwar momentan hilfreich, sendet über die kurze Sicht hinaus aber ein falsches Signal.“ Die EZB spiele für die Politik den Nothelfer, womit ihre Unabhängigkeit weiter Schaden nehme. „Die Politik lässt alles immer so lange anköcheln, bis es anbrennt. Dann kommt die EZB“, formuliert es Carstensen.

IMK-Direktor Gustav Horn sieht darin hingegen keinen Verlust der Unabhängigkeit. Im Gegenteil: „Von ganz entscheidender Bedeutung ist es, dass die Zentralbanken hinter den Regierungen stehen und ihre Staaten, Währungen und auch Staatsanleihen schützen“, sagte der Ökonom des gewerkschaftsnahen IMK-Instituts zu Reuters TV. „Die Notenbanken haben de facto unbegrenzte Macht, was Aufkäufe angeht. Sie sind die Herrinnen des Geldes und sie können notfalls so viel Geld drucken, wie es bedarf.“ Wenn die Notenbanken „glaubwürdig“ ankündigten, dass sie ihre Mittel einsetzen, könne dies auf Dauer zur Beruhigung der Märkte beitragen, sagte Horn.

Während die Währungshüter Euro um Euro für Papiere ausgeben, die sonst keiner mehr will, sinkt zugleich ihr eigener Stern und sie braucht ihr Kernkapital auf: ihre Glaubwürdigkeit. Bislang argumentierte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet stets, die Anleihekäufe dienten nicht dazu, Länder mit Finanzproblemen zu stützen, sondern würden sicherstellen, dass die Geldpolitik der EZB auch am Markt ankommt.

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43 Kommentare zu "Krisenpolitik unter Beschuss: „Bald kauft die EZB auch alte Fahrräder auf“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich empfinde es als Zumutung, dass die Handelsblatt als eines der letzten einigermaßen seriösen Finanzzeitungen jetzt schon die Ansichten des linkspopulistischen unseriösen gewerkschaftsnahen IMK-Instituts verbreiten. Die die immer für Staatsverschuldung und Lohnerhöhungen auch zur Unzeit sind, wollen jetzt noch Lösungsvorschläge unterbreiten? Lächerlich!

    Natürlich ist die Unabhängigkeit der EZB nicht gegeben. Es ist zuviel Geld für den realen Markt da, die Kleinanleger zahlen es jetzt schon mit Billigzinsen und durch die erhöhte Inflation wird es sie richtig erwischen.

    Das trifft die deutschen dreifach: Einmal als Steuerzahler wegen der Staatsschulden, einmal als Anleger wegen der Inflation und zum dritten als Lohnenpfänger, da reallohnanstiege auf 10 Jahre ausgeschlossen sind.

  • Nie. Denn wir haben nur noch stramm linke Parteien. Eine bürgerliche Partei als Gegengewicht, die einiges wieder in Ordnung bringen könnte, fehlt in diesem Land.
    Sie wird ja auch von den gesamten Sozialisten verhindert
    Denn die CDU ist ja schon lange keine demokratischen Union mehr.
    Es ist die völlige Deutschland Vernichtung angesagt.
    Schulden + Überfremdung auf usnre Kosten sind eine brisante Mischung
    Unsere eigenen Politiker arbeiten gegen das eigne Land und Volk.
    So etwas hat es wohl noch nie gegeben

  • Stimmt. Ein Volk, was überhaupt nicht mehr nachdenkt, ständig nur dem angesagten Zeitgeist hinterher rennt, ist leicht manipulierbar und sas ist gefährlich.
    Und für diese Manipulationen haben wir ja die linke Presse und die Medien, die von der Politik gesteuert sind.
    Und der Zetigeist udn die political correctness ist nun mal links
    Ein solches Volk würde auch einen 2. Hitler wählen.
    Und genau das sollte uns wachsam machen, denn das macht Angst

  • ja richtig. Eigentlich könnte doch die EZB gleich mit Wagen rumfahren und Metallschrott einsammeln.
    Ich hab auch noch so einige Dinge im Keller die Metallschrott sind und somit viel wert.
    Anstatt das Einsammeln irgenwem zu überlassen, die hin und wieder hier durch die Straßen fahren, könnte das doch die EZB übernehmen
    Das wäre wenigstens ein gutes Geschäft

  • Der Euro funktioniert nicht. Schafft ihn ab bevor wir auch hier in Deutschland ruiniert sind. Wenn die Waehrung zusammenbricht, sind auch unsere Finanzwerte hinueber. Deutschland kann nichts fuer die Politik in Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Irland und wo auch immer. Und EZB-Stuetzungen werden die Politik in diesen Laendern nicht aendern. Das Ende des Euro wird hinausgeschoben, aber es kommt dann um so gewaltiger. Schafft den Euro ab und damit natuerlich auch gleich die EZB. Jedes Zoegern wird die Konsequenzen nur verschlimmern.

  • Schon seit einiger Zeit beobachte ich oben angegebenen markt und habe festgestellt:
    Es gibt eine Verknappung, die derzeit noch keine großen Kursbewegungen ausgelöst hat. Sollte aber die Nachfrage weiter steigen, sehe ich diesen Markt stark bullisch.
    Eine Verdoppelung dieser Werte ist zu erwarten.
    Neu ist allerdings, daß die EZB hier mitmischt und den Part von Hedge Fonds übernommen hat.
    In diesen unsicheren Zeiten brauchen wir reale Werte und das ist bei alten Fahrrädern durchaus gegeben.
    Ich wünsche der EZB ein gutes Händchen bei ihren Geschäften.

    Schönen Tag noch.

  • Halloooooo Deutschland wach auf ! ! !

    es ist Tanzpause, trink was und besinne dich auf deine Tugenden "seriös arbeiten und wirtschaften"
    und überlass den euro den Verbrechern Europas.
    Besinne dich; wie oft gingen die Südstaaten Europas am Bankrott vorbei, wegen Misswirtschaft, Schlendrian,Korruption, Selbstbetrügerei ?
    Willst Du Deutschland dafür blechen ? hör auf mit dem Scheiss !

  • gute worte......... gratuliere.
    was die eurofritzen aber im moment abziehen ist schlicht ein kapitulationsprogramm zu gunsten jener staaten, welche betrogen haben. auf kosten der ehrlichen. wenn das so weitergeht, haben sie mehr als recht.

  • Es kann ja wohl nicht sein, dass die EZB durch die Hintertür Staatgelder (Steuergelder) in Eigenregie verschleudert.
    Auf diese Weise werden doch durch die Hintertür schlicht und einfach Steuergelder (welche z.b. für Schuldenabbau in BRD gebraucht würden) in die Pleitestaaten gepumt.
    Dies war und wird niemals das sein, was für Europa gut ist und vom Stimmbürger gewollt ist. Da kann man der Schweiz nur gratulieren, dass sie an dieser Possen nicht teilgenommen hat. Was sich hier Politik und EZB leistet, ist schlicht kriminell. mit verlaub ein schweizer

  • Nachtrag:
    Die Talfahrt an den Börsen spiegelt nicht nur die doppelte Angst vor einer weltweiten Rezession und einer unkontrollierbaren Staatsschuldenkrise wider. Dahinter steckt auch das schwindende Vertrauen in die Fähigkeit der Politik, der selbst verschuldeten Krise Herr werden und einen glaubwürdigen Weg zum Abbau der Verschuldung aufzeigen zu können.
    Europas überforderte Krisenmanager taumeln von einer Verlegenheit in die andere. Noch bewahrt der Bürger die Ruhe – trotz der gebrochenen Versprechen und der Sorge um die Ersparnisse, trotz der Hilflosigkeit der Politik und des undurchschaubaren Spiels der Finanzmärkte, trotz der Zukunftsentscheidungen am Parlament vorbei. Aber was ist, wenn die Rettungsaktionen misslingen, Wachstum und Wohlstand nicht mehr mit gepumptem Geld produziert werden können und nach dem Vertrauen in die Währung auch das Vertrauen in die Demokratie schwinden sollte? Das wäre dann der eigentliche Ernstfall. Es sieht nicht so aus, als ob die weiter um den heißen Brei herumredenden Politiker diesen Ernst der Lage schon begriffen hätten.

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