Kritik am Bayern-Chef Kraft hält Hoeneß für kaum noch tragbar

Dass Uli Hoeneß trotz seiner Steuer-Affäre noch Aufsichtsratschef des FC Bayern ist, hält Ministerpräsidentin Hannelore Kraft für „schwierig“. Ein Rückzug sei aber nicht zu erwarten. Dabei stehen neue Vorwürfe im Raum.
Update: 08.08.2013 - 13:20 Uhr 76 Kommentare
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sieht ihre Partei im Kampf gegen Steuerhinterziehung auf dem richtigen Weg. Quelle: dpa

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sieht ihre Partei im Kampf gegen Steuerhinterziehung auf dem richtigen Weg.

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MünchenFür Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ist Uli Hoeneß als Aufsichtsratschef des deutschen Fußballmeisters FC Bayern München kaum noch tragbar. „Gehen wir nach den Regeln des Compliance, denen sich Aktiengesellschaften verpflichtet haben, halte ich das für schwierig“, sagte Kraft der „Neuen Westfälischen“. „Allerdings gehe ich davon aus, dass Herr Hoeneß solange wie möglich an seinem Posten festhalten wird.“ Hoeneß ist wegen Steuerhinterziehung angeklagt, die 5. Strafkammer des Landgerichts München II will bis Ende September über eine Zulassung der Anklage und die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheiden.

Für Kraft beweist der Fall außerdem, dass ihr Finanzminister Norbert Walter-Borjans den richtigen Weg beschritten hat, als er im Kampf gegen Steuerhinterziehung auf den umstrittenen Kauf von Steuer-CDs gesetzt hat. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte dagegen ein Steuerabkommen mit der Schweiz forciert, das jedoch von den SPD-geführten Ländern im Bundesrat gestoppt wurde.

Uli Hoeneß habe sich erst dann erklärt, als das Abkommen abgewendet war, sagte Kraft dazu. „Das zeigt doch, dass unser Vorgehen richtig war.“ Grundsätzlich sei sie als SPD-Chefin in NRW nicht gegen ein Abkommen, nur eben gegen das damals verhandelte. „Es kann nicht sein, dass jemand, der sein Vermögen ins Ausland schafft, besser gestellt wird, als jemand, der in Deutschland seine Einkünfte korrekt versteuert und dann auch noch eine weiße Weste bekäme.“ Das wäre schlichtweg ungerecht, so Kraft. „Dass wir das verhindert haben, erfüllt mich durchaus mit Stolz.“

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, reagierte mit Unverständnis auf die Äußerungen Krafts zu Hoeneß. „Wenn Frau Kraft Compliance-Regeln für Konzerne und große Betriebe anspricht, dann sollte sie diese auch mal mit ihrem Kollegen Herrn Wowereit besprechen. Dieser ist nach dem Debakel um den Großflughafen in Berlin immer noch an führender Stelle im Aufsichtsrat tätig“, sagte Holznagel Handelsblatt Online. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte Anfang 2013 den Aufsichtsratsvorsitz der Berliner Flughafengesellschaft abgegeben, nachdem ein Eröffnungstermin für den Großflughafen erneut geplatzt war und die Inbetriebnahme auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Politik soll sich raushalten
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76 Kommentare zu "Kritik am Bayern-Chef: Kraft hält Hoeneß für kaum noch tragbar"

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  • Was zum Teufel mischt sich Frau Kraft in diese Geschichte ein.
    Die soll gefälligst ihr Bundesland vernünftig führen und sonst nichts.
    Ständig wird eine " neue Sau durchs Dorf getrieben" - hoffentlich gibt es balsd wieder ein " wichtigeres Thema" für die Presse...Waldbrand in Alaska oder " der berühmte Sack Reis in China"...ist nicht auszuhalten.
    Es gibt in diesem Land Baustellen zur Genüge...komme aus Brandenburg...unser Chefsozi ist gerade abgeflogen( von seinem Ministerpräsidentenposten)-nein immer noch nicht vom neuern Berliner Flughafen...wie sieht es aus Frau Kraft(los)...mal eine Meinung dazu in der Presse kolporieren...nee besser nicht , die Sozis kämpfen ja schon mit den 20 Prozent...


  • Ob Hoeness oder rote SPD Kleptokraten in NRW, als moralisch verkommen gelten beide.

    Sumpf WestLB spricht für sich, BayernLB ebenfalls.
    Liegt wohl an der Politik insgesamt.

  • Auch diese völlig unseriöse Einmischung und Haßtirade pauschal gegen Bayern wird nicht zu einer entscheidenden Schwächung des Gegners führen, und auch mit so einer kindischen Aktion wird der BVB in absehbarer Zeit weder Deutscher Meister noch CL-Sieger werden!
    (o:)

  • Frau Kraft:
    Steuerhinterziehung ist ebenso kriminell wie Steuerverschwendung! Eigentlich ist Hinterziehung sogar richtiger, weil sie die Verschwendung bremst! Also, bitte die Klappe halten.

  • Schumacher hat sein Geld nicht in Deutschland verdient. Angestellt war er die meiste Zeit bei Ferrari/Fiat und die Rennen hat er auf der ganzen Welt max. 1-2 / Jahr in Deutschland gefahren!
    Wer weder hier lebt noch hier arbeitet, muss also auch hier keine Steuern zahlen!
    Deshalb: Erst denken, dann tippen, Margrit117888

  • Das muss ausgerechnet eine Ministerpräsidentin sagen, deren grob verfassungswidrige Haushalte und Rekordverschuldungen höchstrichterlich verworfen wurden und ein vielfaches des Schadens angerichtet haben, den ein Hoeneß nicht mal hätte anrichten können, hätte der Bayern München komplett ruiniert.
    Ehrlich gesagt ist es heute leichter und weniger problematisch mit Guttenbergs, Hoeneß und Wulffs zu leben als mit solchen sauberen Westen!

    H.

  • Frau Kraft soll sich doch beser um ihren eigenen Laden kümmern:Stichwort Marc Jan Eumann (Doktorarbeit)und Frau Zülfiye Kaykin (mutm. Sozialbetrug) und sich öffentlich äussern wie sie es damit hält statt populistisch auf auf den "Hoeneß-Zug" aufzuspringen.

  • Ausnahmsweise hat Frau Kraft mal recht
    Herr Hoeneß muß seine Ämter ruhen lassen

  • hafnersp
    Letztes Beispiel: grün-rot treibt gerade (nach kürzlichen Zahlen) das ehemalige Musterländle BW in den Ruin - ist natürlich im deutschen Medienwald "underreported".
    ------------------

    Richtig, kann man hier nicht in der Zeitung lesen.

  • Hoenes ist nun mal wieder rausgekommen. Und was ist mit all den andren?
    Die leben in der Schweiz, verdienen aber hier ihr Geld und werden von der Politik hochgejubel
    Beckenbauer, Schumacher usw.

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