Kritik an Bundespräsident Der #Aufschrei soll nicht verhallen

In einem Brief an Bundespräsident Gauck kritisieren junge Frauen dessen Äußerungen zur Sexismus-Debatte – und versuchen damit den #Aufschrei wieder aufleben zu lassen. Das kommt bei vielen nicht gut an.
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Bundespräsident Joachim Gauck. Quelle: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck.

(Foto: dpa)

Düsseldorf„Wir vermissen in Ihren Äußerungen vor allem Feingefühl und Respekt gegenüber all den Frauen, die sexistische Erfahrungen gemacht haben.“ Mit dieser deutlichen Kritik haben sich sieben junge Frauen Anfang der Woche in einem offenen Brief an Joachim Gauck gewandt. Der Bundespräsident hatte die Sexismus-Debatte in einem Spiegel-Interview etwas heruntergespielt, sprach flapsig von „Tugendfuror“. Eine flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen könne er in Deutschland nicht erkennen.

Die Unterzeichnerinnen des offenen Briefes – darunter sind auch die beiden Initiatoren der ursprünglichen #Aufschrei-Debatte, Anne Wiezorek und Nicole von Horst – reagierten empört. Sie stören sich vor allem am Begriff „Tugendfuror“. Die darin enthaltene Abwertung „Furie“ werde verwendet, um die Wut von Frauen als übertrieben darzustellen und lächerlich zu machen. Das wollen sie nicht hinnehmen und haben den kritischen Brief über Twitter verbreitet.

Die Sexismus-Debatte wird dadurch erneut befeuert. Twitter-Nutzer reagieren zum einen auf die Äußerungen des Bundespräsidenten. @robert_schuette etwa schlägt sich auf die Seite der Gauck-Kritiker und fordert: „Nachdem sich #Gauck in der #Aufschrei-Debatte positioniert hat, sollte er jetzt nicht einfach rumbrüderlen und dicht machen.“ @konradkoerner nimmt ihn dagegen in Schutz: „Er hat nur gesagt, was alle denken: Es gibt Probleme, aber man darf nicht alles überdramatisieren.“

Für Diskussionen sorgt aber auch die Rückkehr des Aufschrei-Hashtags in den Tweets an sich. Viele Nutzer halten den neuen Aufschrei der jungen Frauen für übertrieben – zum Beispiel @T_Terrier: „#Aufschrei gegen Alltagssexismus war wichtig! Aufschrei gegen #Gaucks Warnung vor #Tugendfuror überhitzt die Diskussion jedoch. @stefanantonelli argumentiert in eine ähnliche Richtung: „Jetzt hacken sie auch noch auf #Gauck herum. Langsam wird es lächerlich. Ach nee, ist es ja schon lange ...“

Andere Nutzer werden noch deutlicher. @OsmanDoenmez zum Beispiel wirft den Initiatorinnen der Sexismus-Debatte vor, nicht im Sinne der Opfer zu handeln, sondern vor allem Selbst-PR zu betreiben: „Diese mediale Präsenz der Aufschrei-Initiatorinnen hat ein Geschmäckle.“

Noch hat es der #Aufschrei nicht in die deutsche Top Ten der Twitter-Trends zurückgeschafft. Ende Januar war der Hashtag dort tagelang vertreten gewesen, tausende Frauen hatten nach einer anzüglichen Äußerung von FDP-Spitzenkandidat Brüderle gegenüber einer Journalistin ihrem Ärger über Sexismus Luft gemacht. Doch auch wenn jetzt viele offenbar keinen neuen #Aufschrei wollen – zumindest auf Twitter beschert das den Feministinnen trotzdem neue Aufmerksamkeit.

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10 Kommentare zu "Kritik an Bundespräsident: Der #Aufschrei soll nicht verhallen"

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  • HANDELSBLATT darf nicht zum Twitter-Lobbyisten verkommen!

  • @Gebbi: ... diese sollten zuerst einmal Kinder ohne jeglichen Beitrag von Männern zeugen!

    Mittlerweile ist der gesunde Mann aus der europäischen Mittelschicht doch der gearschte. Arbeitscheues Gesindel bekommt Hilfe, weil die ja so eine schlimme Kindheit hatten (Dank Hr. Freud), Ausländer werden bei Sozialwohnungen bevorzugt und Frauen bekommen Quoten-Förderung und dürfen sich fast alles leisten, weil sie ja Frauen sind. Nur der gesunde europäische Mann darf schuften und robotten bis er im Grabe liegt. - Ekelhaft - Männer - verweigert euch!

  • Ich moechte wiederholen, dass Herr Gauck nicht von Tugendfuror,sondern von Tugendterror haette sprechen sollen, nur dass heute die Guillotine durch oeffentliche Denunziation ersetzt wird.

  • Die "Frauen" überschreiten langsam die Grenze des Anstands. Es ist ganz egal, was gesagt wird, es wird sich immer ein Grund finden lassen, den Hass auf Männer zu schüren und damit die erträumte "Machtübernahme" voranzubringen. Wenn die männerhassenden Verdrängungslesben nicht endlich aufhören mit ihrem Gepöbel, dann werden auch bei uns bald alle Frauen verschleiert auf den Bus warten, weil sie nicht mehr Auto fahren dürfen.

  • Diese verehrten Damen, sollen bitte schön, zuerst mal, ohne jegliche Hilfe von Männern und der Allgemeinheit, Kinder, die sie auf die Welt bringen, alleine durchs Leben bringen. Wenn sie das schaffen, können sie von Emanzipation sprechen.

  • Es wird Zeit, daß die Männer sich anfangen zu emanzipieren,
    seid keine Masochisten und
    laßt diesen Emanzen mit Hoden einfach nicht den Vortritt
    im Job.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Jede Übertreibung ist Feind des gerechterweise Gewollten. Extremismus macht Gutes kaputt. Wer schützt Belästigte vor Extrem-Meinungen, die ihre Interessen unterminieren, weil sie zu Desinteresse und Wegsehen führen?

  • Es ist das Schicksal eines jeden Aufschreis zu verhallen. Wer das beklagt, kann keine nachhaltige Veränderung im Sinne haben. Nur reflektierte Analyse, Augenmaß und Fairness haben Bestand. Dummerweise erfordert das leise Töne, Konsens und gegenseitiges Verständnis. Dummerweise geht das nicht mit 140 Zeichen auf Twitter. Sexuelle Belästigung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aber warum fragt niemand nach den Männern, denen das schon passiert ist? Frauen sind sexisitischer als sie zugeben möchten und schaffen es auch noch, dass solche Themen nicht in die Medien kommen. Selbst in der Tagesschau wurde ein Bericht gesehndet in dem eine Frau sagte, dass unsere Welt sexistisch ist weil sie von Männern dominiert wird. Ich wurde als Mann schon sexuell belästigt. Wie jeder erwachsene Mensch habe ich Grenzen gesetzt und die Situation geändert. Aber klar, das wäre ja auch zu viel verlangt von den starken unabhängigen Frauen in Deutschland. Mich nervt diese Diskussion nur noch. Ich habe nie eine Frau sexuell belästigt und habe es auch nicht vor.

  • Sobald die ersten Sonnenstrahlen Deutschland erhellen, fallen die Hüllen und die Frauen laufen wieder knapp
    bekleidet durch die Strassen und die Männer werden läufig.
    Ein ganz natürlicher Vorgang der Natur. Auch in der Natur, keine Häsin zieht ihr Fell aus um stramme Männchen anzulocken geht von alleine. Wenn Frauen sich knapp bekleidet über Männer aufregen, bleibt noch Muslimin zu werden. Unter einer Burka gibt es keine Anmache und Frieden vor uns Männern.

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