Kritik an Fleischexporten Bauernverband attackiert Umweltministerin

Die Umweltministerin kritisiert den hohen Schweinefleischexport deutscher Bauern. Diese fühlen sich verunglimpft: Die Ideologie der Ministerin könne man auch als „Aufruf zur Lebensmittelverschwendung“ interpretieren.
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Drei Viertel der deutschen Schweinefleischexporte gehen nach Asien. Dort werden vor allem Teile wie Pfoten oder Ohren verwendet. Quelle: dpa
Fleischexporte

Drei Viertel der deutschen Schweinefleischexporte gehen nach Asien. Dort werden vor allem Teile wie Pfoten oder Ohren verwendet.

(Foto: dpa)

BerlinDer Deutsche Bauernverband (DBV) weist in scharfer Form die Kritik an deutschen Schweinefleisch-Exporten von Umweltministerin Barbara Hendricks zurück. „Das ist schlicht plump“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied am Donnerstag in Berlin mit Blick auf die SPD-Politikerin. Die amtierende Umweltministerin hatte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ der Landwirtschaft vorgeworfen, den Export bedenkenlos in die Höhe zu treiben: „Es ist keine tragfähige Strategie, jeden chinesischen Kühlschrank mit Schweinefleisch aus Deutschland zu versorgen“, sagte sie.

„Das ist pure Ideologie“, sagte Rukwied an die Adresse von Hendricks gerichtet. Drei Viertel der Schweinefleisch-Produktion würden in Deutschland verbraucht, 20 Prozent würden in Europa verkauft und nur fünf Prozent gingen in den außereuropäischen Export. Er verwies darauf, dass nach China vor allem in Europa schwer absetzbare Schweineteile wie Pfoten oder Ohren exportiert würden. „Ich könnte überspitzt formulieren, ob das der Aufruf zur Lebensmittelverschwendung ist“, sagte er mit Blick auf Hendricks und die nach seinen Angaben nahezu Unverkäuflichkeit bestimmter Schweineteile.

Hendricks hatte eine flächengebundene Tierhaltung gefordert, bei der nur so viele Schweine, Rinder und Hühner gehalten werden, wie Boden zum Ausbringen von Mist und Gülle vorhanden sei. „In Deutschland werden in einigen Regionen zu viele Tiere gehalten. Das führt natürlich auch zu einer Belastung der Umwelt“, sagte Hendricks. Die Tierzahlen müssten reduziert werden und die Agrarförderpolitik der Europäischen Union dazu Umweltschutz, Artenvielfalt und Tierwohl stärker berücksichtigen.

  • rtr
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  • Ihr Bauern habt `mal wieder nichts begriffen:

    - wer Überschüsse produziert, muss diese exportieren
    - wer ein völlig gleichartiges Produkt exportieren will, schafft das nur über den Preis
    - wer die Preise in den Exportländern unterbietet, zerstört dort Arbeitsplätze
    - wer in den Exportländern seinen Arbeitsplatz verliert, kommt zu uns, um nicht zu verhungern

    Jetzt kapiert?

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