Kritik an Grünen-Politikerin Wirbel um Anti-Wowereit-Rede

Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Pop ist Initiatorin des Misstrauensantrags gegen Wowereit. Nun steht der Vorwurf im Raum, sie hätte ihre Rede dazu geklaut. Pop widerspricht, doch der Shitstorm weht schon kräftig.
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Unter Beschuss: Ramona Pop, Grünen-Fraktionsvorsitzende, bei der Sondersitzung des Berliner Abgeordnetenhauses zur Einbringung des Misstrauensantrages gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Quelle: dpa

Unter Beschuss: Ramona Pop, Grünen-Fraktionsvorsitzende, bei der Sondersitzung des Berliner Abgeordnetenhauses zur Einbringung des Misstrauensantrages gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.

(Foto: dpa)

BerlinMit viel Tamtam wollten die Berliner Grünen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit wegen des Debakels um den neuen Hauptstadtflughafen (BER) aus dem Amt jagen. Dazu war vergangenen Donnerstag eigens eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses anberaumt worden, um einen Misstrauensantrag gegen den SPD-Regierungschef einzubringen. Gestützt wurde der Antrag von Linken und Piraten, abgestimmt wurde darüber am Samstag. Mit bekanntem Ausgang: Die Koalitionsfraktionen schmetterten von SPD und CDU schmetterten den Antrag ab.

Damit hätte man diese Episode in dem Endlosdrama um den Berliner Airport auch zu den Akten legen können. Doch nun steht plötzlich der Vorwurf im Raum, die Fraktionschefin der Grünen, Ramona Pop, habe ihre Begründungsrede für den Misstrauensantrag in weiten Teilen von der CDU-Fraktionschefin im rheinland-pfälzischen Landtag, Julia Klöckner, abgeschrieben.

Ein gewisser Fabian Kuntz, der sich in seinem Twitter-Profil selbst als „vielseitig engagierten Südpfälzer“ bezeichnet (zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass er Mitglied im Kreisvorstand der CDU Herxheim-Hayna im Kreis Südliche Weinstraße bei Landau in der Pfalz ist), will herausgefunden haben, dass Pop sich großzügig bei Klöckner bedient hat. Konkret geht es um die Rede der CDU-Politikerin, mit der sie am 28. August 2012 im rheinland-pfälzischen Landtag einen Misstrauensantrag gegen Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) begründet hatte. Damals ging es um die Affäre um den Nürburgring. Monate später steht mit Wowereit erneut ein SPD-Politiker im Fokus einer Affäre, diesmal wegen des Pannenairports in Schönefeld. Die Grüne Pop hält die Rede.

Kuntz hat beide Ansprachen haarklein verglichen und kommt auf seiner Webseite zu dem Ergebnis: „Dreist ist dabei nur, dass die studierte Diplom-Politologin Pop wenig eigene Leistung zeigt. Viele Textpassagen sind schlichtweg aus Klöckners Rede geklaut.“ Eine parlamentarische Rede sei zwar keine Doktorarbeit, fügt er noch hinzu. „Aber es gehört sicher nicht zum politischen Stil, besonders bei einem derart wichtigen Auftritt, bei anderen abzuschreiben. Das ist nichts anderes als ein Plagiat.“

Tatsächlich ist die Ähnlichkeit der beiden Reden teilweise frappierend, wie folgende Beispiele zeigen:

Pop versteht die Aufregung nicht
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12 Kommentare zu "Kritik an Grünen-Politikerin: Wirbel um Anti-Wowereit-Rede"

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  • Was ist das deutsche Thema? Das ist ganz einfach: Ging damals in Wembley der Ball beim 3:2 der Engländer über die Linie oder nicht? Und wer braut das beste Bier. Sonst noch was?

  • Nächste Gegenfragen: Was ist das “Deutsche Thema”? Was ist darunter zu verstehen?

  • @Herr_schmeiss_Hiere_ra:

    Ich kann das natürlich nicht beweisen, "dass Frau Klöckner abgekupfert hat". Darum ging es mir auch überhaupt nicht. Hat auch nichts mit Rot-Grün-Blindheit zu tun. Meinen Beitrag hätte ich auch im Fall der umgekehrten Reihenfolge bei anderen politischen Konstellationen geschrieben. Ich bin jedenfalls sicher, dass die genannten Gründe immer wieder in Parlamentsreden verwendet werden.
    Im übrigen regt sich doch (hoffentlich) auch niemand auf, wenn ein Wettermoderator bei vergleichbarer Wetterlage die gleichen Formulierungen wie sein Kollege vor ein paar Tagen verwendet. Es wird z.B. immer wieder geäußert, dass sich eine Kaltfront nähert, dass ein Azorenhoch wetterbestimmend ist, dass mit starken Winden aus südwestlicher Richtung zu rechnen ist, dass wir uns jetzt den Strömungsfilm anschauen etc. ...

    Mir ging es darum, dass hier doch nur Rituale abgespult werden (in beiden Fällen ging es um die Verantwortung für in den Sand gesetzte Großprojekte - also eine gleichartige Struktur der Vorwürfe.) Und wenn das gleich(artig)e Vergehen benannt und vorgeworfen wird, liegt es doch nahe, auch die gleichen Versatzstücke zu verwenden.

    Betrachten wir doch einfach Frau Klöckner als die Ghost-Writerin von Frau Pop. Mir ist nicht bekannt, dass jemals der/die Ghost-Writer von öffentlich gehaltenen Reden genannt werden.

    Ich finde in diesem Fall die Vorwürfe einfach lächerlich. Das hat mit Plagiaten überhaupt nichts zu tun.

  • Mein zweiter Kommentar zu Kah7 kann gelöscht werden, da die Zitate, auf die ich reagiert habe, nicht mehr existieren, also diese Auseinandersetzung vom Leser nicht verfolgt werden kann.
    Das deutsche Thema sollte man anderswo vertiefen, es hat aber wenig mit dem Artikel von Dietmar Neuerer zu Ramona Pops Rede zu tun. Nur knapp:Es gibt immer nur konkrete individuelle Schuld; die Verantwortung ist jedoch kollektiv. Auch für die Gegenwart.

  • @klauswagner
    Erst mal beweisen, dass Fr. Klöckner abgekupfert hat! Ein (Bißchen??) blind auf dem rot-grünen Auge? Rot-Grün-Blindheit(Dyschromatopsie) ist weit verbreitet und angeboren, ca 10% sind mehr oder weniger von Geburt an damit behaftet. Z.Z scheint sie allerdings -als erworbene Variante- wesentlich weiter verbreitet zu sein, ca 40-45% in der deutschen Bevölkerung. Ich frage mich, ob diese erworbene Krankheit auch negative Auswirkungen auf die Intelligenz hat...oder INFolge eines Intelligenzdefektes ist.

  • ... und von wem hat Frau Klöckner die Versatzstücke ihrer Rede "gestohlen"?
    Ist es wirklich schlimm, die Kopie einer Kopie einer Kopie zu kopieren?

  • Warum diese Aufregung? Die zitierten Floskeln sind gebräuchlich und in beiden Fällen angebracht: Nicht bange machen lassen Frau Pop!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Irgendwann sind alle nur möglichen Textbausteine mal gesagt worden und dann gibt es ein lebenslanges Copyright darauf. Die Zitate von Frau Pop und Frau Klöckner sind nichts anderes als Worthülsen, die in der Politik immer wieder einmal wiederholt werden und sich geradezu zwangsläufig ähneln. Daraus eine "Kopier-Affäre" zu machen, ist hochgradig lächerlich. Wenn man etwas suchen würde, gäbe es sichher noch 10000 andere "kopierte" Zitate

    Allerdings zeigt die Aufregung etwas anderes: Wie sehr Politiker sich mit sich selbst beschäftigen.

  • @ mein meinung:
    beide reden sind eine sammlung von trivialen gemeinplätzen!!!! obse nun nen schnittmenge haben oder nich!

    guter stil is es nich!

    ABER wir haben einen skandale - alle reden und profilieren sich medial - nur konsequenzen werden werden welche gezogen?

    JO, scho ne konsequenz: herr platzekke macht weider nu als vorturnern und nich beiturner und verpfändet seine politische zukunft - aber nich schrieftlich!!!

    mei, mei und mei: war ich froh über den artikel von herrn speer in der süddeutschen! da is mal was "elementares" zum thema aufgeschrieben worden!!!

    super tag für alle hier!

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