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Kritik an Intransparenz Freie Kammern wollen IHK kapern

Der Frust über die IHK wächst ständig: Die Intransparenz, der Kammerzwang und die undemokratische Selbstverwaltung ärgert viele Unternehmer. Die freien Kammern wollen einen IHK-Bezirk übernehmen und es besser machen.
31.08.2012 - 09:19 Uhr Kommentieren
Hans Heinrich Driftmann ist Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Verschiedene Initiativen haben sich gebildet, um innerhalb der IHK mehr Macht zu erlangen. Quelle: dapd

Hans Heinrich Driftmann ist Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Verschiedene Initiativen haben sich gebildet, um innerhalb der IHK mehr Macht zu erlangen.

(Foto: dapd)

Berlin. Der Bundesverband für freie Kammern (BffK) plant die Komplettübernahme eines IHK-Bezirks mit eigenen Mitgliedern. Das geht aus einem Konzept hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Nach Vorstellung des BffK könne damit bewiesen werden, dass die Forderungen des Verbands nach mehr Transparenz sowie einer umfassenden Bilanzierung der IHK-Beteiligungen und Geschäftsführergehälter umsetzbar sind. Das sind Punkte, zu denen die Kammern bislang mehrheitlich schwiegen.

Um das zu ändern, wollen Kammerjäger sich in die Vollversammlung eines IHK-Bezirks wählen lassen. Ein Wahlkampfbudget von 40.000 Euro aus Verbandsmitteln soll den Projekterfolg sichern, heißt es in dem Papier. Noch ist der Verband auf der Suche nach einem passenden Bezirk: Die Kammer müsse eine „akzeptable Größe" haben und finanziell solide aufgestellt sein. Bis Juni 2013 soll das Projekt angestoßen werden.

In Berlin und Stuttgart versuchen Unternehmerinitiativen derzeit ebenfalls, die Strukturen der Industrie- und Handelskammern aufzubrechen und für mehr Transparenz und Demokratie zu sorgen. Anfang des Jahres gründete sich in der IHK Berlin die Initiative "Pro KMU". Für Oliver Scharfenberg, den Initiator, ist das eine logische Folge: "Die Bürger fordern überall mehr Beteiligung und Transparenz, es wird Zeit, dass diese Erkenntnis auch in die IHK einzieht." Einen ersten Erfolg kann die Gruppe vorweisen: Seit Juni sitzen 14 Mitglieder in der Vollversammlung. Im September kandidieren zudem sechs Mitglieder der Gruppe um einen Sitz im Präsidium, einer von ihnen bewirbt sich gar auf den Präsidentenposten.

Auf ähnliche Erfolge hofft man nächste Woche in Stuttgart. Dann wird die IHK-Vollversammlung neu gewählt. Eine Gruppe von 57 Unternehmern hat sich in der "Initiative Kaktus" zusammengeschlossen, um ihrerseits die IHK zu stechen. Kaktus-Gründer Clemens Morlok gibt die Richtung vor: "Wir wollen die Kammern nicht abschaffen, aber den Mitgliedszwang beseitigen", sagt er.

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