Kritik an lascher Sparpolitik Schäuble sieht Euro-Zone wegen Griechen am Scheideweg

Schäuble spricht aus, was viele schon geahnt hatten: Griechenland hat die Sparvorgaben seiner Partner nicht erfüllt. Nun fordert er harte Konsequenzen - aus Furcht, die Euro-Zone könnte schweren Schaden nehmen.
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Wolfgang Schäuble. Quelle: Reuters

Wolfgang Schäuble.

(Foto: Reuters)

Hannover/BrüsselBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble machte bei einer Veranstaltung in Hannover deutlich, wie ernst die Lage durch die Griechenland-Krise aus seiner Sicht für die Währungsunion ist: "Wenn die Bedingungen erfüllt sind, können wir ein ergänzendes Programm verabreden. Dann kann es gehen. Werden sie nicht erfüllt, machen wir die Erfahrung demnächst, was mit einer Währungsunion geschieht, wenn sie nicht mehr in der Lage ist, ihre Probleme zu lösen."

Es würden derzeit mit der griechischen Regierung Gespräche über zusätzliche Maßnahmen geführt, erläuterte er. Dabei gehe es um eine stärkere Privatisierung, eine freiwillige Beteiligung auch privater Gläubiger, größere Anstrengungen von Griechenland selbst beim Defizitabbau sowie wirtschaftliche Impulse.

Schäuble betonte, dass es für Griechenland keine Alternative zu den radikalen Einsparungen gebe. "Es geht nicht anders. Wir können keinem Land die notwendigen Anpassungen ersparen." Griechenland müsse verlorenes Vertrauen durch die verabredete Haushaltssanierung zurückgewinnen.

Schäuble machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass Athen die Spar-Vorgaben seiner internationalen Geldgeber nicht erfüllt habe. Die Erwartungen, die dem vor einem Jahr verabredeten Hilfsprogramm zugrunde lägen, seien "offensichtlich in den Zahlen so nicht erfüllt", sagte Schäuble. "Wir können heute nicht davon ausgehen, dass Griechenland schon im zweiten Quartal 2012 einen Teil seines Refinanzierungsbedarfs an den Finanzmärkten decken kann." Dies sei bei dem Hilfspaket vor einem Jahr jedoch angenommen worden.

Die sogenannte Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU-Kommission prüft derzeit, ob Griechenland die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche aus dem im vergangenen Jahr beschlossenen Rettungspaket über insgesamt 110 Milliarden Euro erfüllt. Nur wenn der Abschlussbericht Griechenland bescheinigt, seine Hausaufgaben gemacht zu haben, ist der IWF bereit zu zahlen. Schäuble machte deutlich, dass auch Deutschland nur unter dieser Voraussetzung seinen Anteil zahlen werde. Der Abschlussbericht soll bis Ende dieser Woche vorgelegt werden. Sollte das Geld nicht fließen, droht Griechenland binnen Wochen die Pleite.

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43 Kommentare zu "Kritik an lascher Sparpolitik: Schäuble sieht Euro-Zone wegen Griechen am Scheideweg"

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  • Da bleibt nur noch die Frage: Welchen Vogel brauchen die Griechen? http://www.widerdievernunft.de/post/6043001416/welchen-vogel-brauchen-die-griechen

  • ....und heute, einen Tag später, können wir sehen, dass Schäuble und Merkel einfach nicht lernen wollen. Es wird schon wieder das Geld des deutschen Steuerzahlers nach GR geschickt. Was mir dazu einfällt, darf ich nicht schreiben.
    Wieso nur denke ich immer öfter an die franz. Revolution?

  • Die schinden doch alle nur noch Zeit um jeden Preis.
    Doch das alles wird nichts nützen.
    Der Zug ist abgefahren.
    Schäuble kann nach ahuse gehen, da tut er Besseres für Volk und Vaterland. Er richtet keinen Schaden mehr an.
    Wenn ich daran denke, was die zusammengeflickt ahben, was die unseren kindern aufgebürdet haben, welche Zukunft sie leichtfertig herbeigeführt haben, dann kommt mir das grausen.
    Kleine Täuschungen und Tricksereien gab es in der politik immmer, aber eben kleinere. Was derteit passiert ist eine einzige Lüge, eine einzige Trickserei zum großen Schaden der B.
    Da hört es auf, wenn Bürger massiv dadurch geschädigt werden, wenn die Zukunft dabei verspielt wird. Genau das erleben wir derzeit, man steht hilflos -machtlos daneben und muß zusehen, wie machtgeile Politiker alles riskieren und verspielen.Der Tag X rückt immer näher.
    Die besitzen auch noch die Frechheit, aller Aufklärer als Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen und die medien spielen mit. Was für eine Verfall jeglicher Ehrlichkeit und Moral. Schäuble mach dich vom Acker, bevor dich Ackerman umpflügt, wenn du als treuer Diener der Finanzwelt vesagst. Dieser Moment des Versagens wird kommen, weil alles ein Ende hat. Auch der Betrug im derzeitigen System.

  • DEIN GELD??? Von welchem Geld sprichst Du, Bild-Zeitungsleser?? Deutschland hat bisher 100 Mio. Gewinn an den "Pleite-Griechen" gemacht. Dieses großkotzige Gelaber ist von keinem halbwegs intellektuell bewanderten Menschen mehr zu ertragen. Ich bin gespannt, wie „Fritz“ reagiert, wenn er mal tatsächlich zahlen muss. Bisher bekommt er Geld und bellt trotzdem. Erst lesen, informieren dann den Mund aufmachen und bellen! Danke für die überhöhten Zinsen für einen notleidenden "Partner". Vielen Dank. Trotzdem bellt der "Fritz" jeden Tag! Und Amigo, die Geschichte kannst Du nicht ändern! Das waren Eure Väter, die der Menschheit da angetan haben. Das kannst Du nicht ändern. Diese Überheblichkeit habt Ihr immer noch intus! Nochmal, keiner rechtfertigt, dass das Staatswesen miserabel in Hellas ist. Nur, Michel, dass wusste sowohl die deutsche Politik als auch die Wirtschaft nur allzu gut. Solange der Grieche zahlte (auch durch aktives Schmieren der deutschen Vorzeige-Dax-Unternehmen noch tiefer in den Schuldensumpf gezogen wurde) war er der gute Grieche. Jetzt nimmt sich jeder Bildzeitungsleser auf dem Weg zum Fliessband heraus über ein ganzes Volk abwertend zu lästern. DESHALB seit IHR typisch Deutsch. Also, halt dein vorlautes Lässtermaul!

  • Schäuble wird immer wieder Schecks nach Griechenland schicken, alles lamentieren ist nur für uns Volks-Idioten gemacht.

    Die Griechen diktieren doch den EURO, wenn sie nicht sparen wollen, können wir noch so viel heulen, Solidarität kann man doch so prima ausbeuten.

  • ..aus Furcht, die Euro- Zone KÖNNTE schweren Schaden nehmen...

    Den hat sie bereits nach dem Bekanntwerden der Bilanzfälschungen GR vor und nach der Euro- Einführung genommen.
    Spätestens dann, als trotz Rettungsverbot "geholfen" wurde!

    Wenn nach den neuesten Enthüllungen um Papandreos Privatbereicherung von Schäuble/Merkel der Rettungsschirm immer noch aufgespannt bleibt, dann sollte der Steuerzahler über den "Dankesorden des Deutschen Volkes" nachdenken:

    Laternenpfahl am Bande....

  • Dann hör auf den gleichen Mist bei anderen zu verzapfen. Du bist moralisch nicht in der Lage andere Völker zu kritisieren in einem Maße in dem Du es selbst Leid bist. Deinesgleichen Leute sind es die ein isoliertes Deutschland wollen, die glauben dass man Geld allein sich Freunde macht und alle die nicht so sind wie man selbst sich gerne sieht sind Aussetzige.

    Ich wollte nie Dein Geld, mein Nachbar auch nicht. Ich zahle meine Waren die aus Deutschland kommen cash und bediene meine Gäste in GR alle gleich gut also hör auf mich zu denunzieren nur weil Du gegenüber Deiner Regierung nicht nur machtlos sonder auch wort- und tatenlos bist.

  • Geil, Ihr wollte unser Geld nicht? Das wäre schön, noch schöner wäre, wenn Ihr dann das uns zurück zahlt, was Ihr schon bekommen habt!!!!! Noch ein Tip: die Nazinummer ist echt langweilig, die höre ich jetzt seit 41 Jahren und vermutlich noch, bis ich 95 bin....

  • Der schlimmste und arroganteste Spruch, den je ein Politiker von sich gegeben haben dürfte. Schlimmer als Hitler.......Beschimpft uns, habt Vorurteile und vor allem schickt bitte bitte kein Geld mehr nach GR, Bitte!!! Aber wir behalten unsere Sprache unsere Geschichte und all dass was wir für richtig ersehen und nicht dass was ihr gerne sehen wollt. Hier geht es um Geld und ihr greift die Menschenwürde an. Macht weiter, es interessiert uns nicht nur bitte schickt uns kein Geld, ehrlich!!!! Es ist noch nie ein Grieche in GR auf die Straße gegangen und hat gesagt "gib mir das Geld des dt. Michel", das wird auch nicht passieren. Und wenn wir auf die Straße gehen, dann gegen unsere Politiker und Politiker anderer Länder die meinen, sie können sich ein Urteil über uns alle erlauben. Wer ist denn gegen das dt. Volk auf die Straße gegangen? Eure Politiker verkaufen Euch für saudumm, erzählen Euch Märchen, wechseln alle zwei Tage die Strategie und ihr macht UNS dafür verantwortlich als Volk. Kollektivschuld ! ! ! ! Mann sollte meinen, dass ihr aus der Geschichte die nicht nur Geld gekostet hat (2x) etwas über solche Vorurteile gelernt habt, dass ist nämlich nicht so lange her aber nein. Lauter Professoren hier drin und GR kenner, der ein oder andere Nationalist, der D gerne komplett isoliert sehen möchte und viele Voreingenommene. Unsere Politiker sind und waren Betrüger, was sind Eure? Schwarze Kassen, Ökösteuer, Rente mit 69 (Alles ein großes Lügengebilde) und dann noch der Höhepunkt, dass ihr wirklich glaubt in der Privatwirtschaft alle bis zu diesem Alter arbeiten zu müssen und zu können. Traumtänzer! Ihr seid genau das andere Extrem zu unseren Deppen aber Deppen seid ihr auch. Wo ist denn der Wohlstand bei immer mehr insolventen Familien? Ihr seid leicht beeinflussbar und sprecht auf Propaganda jeglicher Art schnell an. Wacht auf, Euch gehts bald genauso! ! !

  • Das ganze lamentieren hilft nichts.
    Die Griechen haben ein durch schlechtes Risikomanagement der Gläubiger und Schlafmützigkeit der EU verursachtes ca. 340 Milliarden EUR-Problem.
    Die bisher zur Regelung dieses Problems vorgeschlagenen Rezepte sind weitestgehend, wegen des Zinseszinseffektes, untauglich.
    Ein mögliches Rezept - in leicht abgewandelter Form - könnte sein :

    1. Aufhebung des Zinseszinseffektes für die Gesamtschulden (Zins 0%) und Vereinbarung eines Tilgungszeitraumes für die Gesamtschulden von ca. 20 bis 30 Jahren.
    Anleihebedingungen müssen hierbei leider gebrochen werden.

    2. Abgabe der Haushaltshohheit Griechenlands für den Tilgungszeitraum an die EU.

    3. Reform und Umbau der Wirtschaft des Landes sowie der Privatisierungen unter der Aufsicht von qualifiziertem Personal der EU.

    3. Ausschaltung des IWF.
    Die Europäer sollten in der Lage sein, dieses und andere Finanzprobleme alleine zu lösen.

    Die Privatisierungserlöse sollten den Gläubigern nicht nutzlos hinterhergeworfen sondern zur Anschubfinanzierung - nach einer Sanierung - genutzt werden.

    Finanzierungen durch Rettungsschirme sollten nur - nach einer Sanierung - zur Anschubfinanzierung des jeweiligen Staates vergeben werden.

    Sollten alle bisherigen Pläne der EU, des IWF zur Stabilisierung der Finanzen Griechenlands scheitern, bleibt für das Land nur der "argentinische Weg", um aus der Schuldenfalle herauszukommen.

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