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Kritik an Premier Tsipras Empörung über griechische Reparationsforderungen

Der griechische Premier Tsipras will seine Wahlversprechen auch mit Geld aus Deutschland finanzieren. Sein Ziel: Reparationsforderungen aus der Nazi-Zeit eintreiben. In Berlin hat er damit große Empörung ausgelöst.
Update: 09.02.2015 - 16:36 Uhr 46 Kommentare

Tsipras knallhart: Neue Kredite statt Rettungsschirm

Berlin Politiker von CDU und SPD haben die Ankündigung des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, seine Wahlversprechen unter anderem mit Geld aus Deutschland finanzieren zu wollen, scharf zurückgewiesen. In einer Rede vor dem Parlament in Athen hatte Tsipras es seine „moralische Pflicht“ genannt, Reparationsforderungen aus der Nazi-Zeit einzutreiben.

Der Chefhaushälter der Unions-Bundestagsfraktion, Norbert Barthle (CDU), sagte dazu dem Handelsblatt (Online-Ausgabe): „Ich finde es eine seltsame Vorstellung von Demokratie, sich Wahlgeschenke von anderen Staaten finanzieren lassen zu wollen. Das geht gar nicht. Da werden wir sehr hart bleiben, denn so ein Vorgehen darf in Europa nicht erfolgreich sein.“

Auch Deutschland habe ein gewähltes Parlament, und der Bundestag habe nur mit großen politischen Mühen das Hilfsprogramm für Griechenland auf den Weg gebracht. Griechenland sollte daher langsam beginnen, „seinen bisher nur auf sich selbst gerichteten Blick auch einmal auf seine Partnerländer in der EU auszuweiten“, betonte der CDU-Politiker. Das Thema Reparationszahlungen sei im Übrigen bereits abschließend geregelt.

Ähnlich äußerte sich der CDU-Europaexperte Michael Stübgen. "Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass sich Deutschland der historischen Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus stellt. Dies gilt auch für die Gräueltaten, die von der Wehrmacht im zweiten Weltkrieg in Griechenland verübt worden sind", sagte Stübgen dem Handelsblatt. Mit dem deutsch-griechischen Vertrag von 1960 und den damals von Deutschland geleisteten Reparationszahlungen auch für die griechische Seite sei jedoch die Frage der Wiedergutmachung von NS-Unrecht "abschließend" geregelt worden. "Der Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 hat die durch den Krieg entstandenen Rechtsfragen endgültig geklärt", betonte Stübgen.

Der CDU-Politiker betonte zudem, dass Tsipras auch nur von einer „moralischen Pflicht“ spreche, in der er Deutschland sehe und nicht von einem völkerrechtlich bestehenden Anspruch auf Rückzahlung der Zwangsanleihe. Allerdings könne er der Vermischung des Themas in seiner Regierungserklärung mit den im Wahlkampf gegebenen Versprechungen auf Rücknahme der mit den Staaten der Währungsunion vereinbarten Reformen "intellektuell kaum folgen", fügte Stübgen hinzu. "Tsipras desavouiert seine eigene Moral und Berechenbarkeit."

Die SPD hält die Milliarden-Forderungen Griechenlands aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ebenfalls für unbegründet. Die Frage der Reparationen sei im Zuge der Verhandlungen zur deutschen Einheit fast komplett und abschließend geregelt worden, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel am Rande einer Klausur der SPD-Spitze in Nauen.

Ähnlich äußerte sich Gabriels Stellvertreter, Ralf Stegner. Deutschland habe zwar nach „den monströsen Verbrechen der Nazi-Diktatur“ allen Grund gehabt, sich seiner historischen Verantwortung gegenüber den europäischen Nachbarn zu stellen. Dies sie auch nach 1945 auf unterschiedlichste Weise geschehen. „Gerade auch die solidarische Hilfe für andere europäische Staaten in den letzten Jahrzehnten ist ein Teil dieser besonderen Verpflichtung“, sagte Stegner dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Allerdings gilt auch, dass die 2015 anstehenden europäischen Fragen nicht unter Verweis auf die NS-Vergangenheit gelöst werden können oder sollten.“

Das Thema belastet die deutsch-griechischen Beziehungen seit Jahrzehnten. Die Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage hingegen ebenfalls als erledigt an. Trotzdem besteht die griechische Links-Rechts-Regierung unter Tsipras besteht auf ihren Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg an Berlin. Tsipras bekräftigte dies zum Abschluss seiner Regierungserklärung am Sonntagabend in Athen.

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46 Kommentare zu "Kritik an Premier Tsipras: Empörung über griechische Reparationsforderungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Neben den vielen Gräueltaten und Zerstörungen, die Deutschland in Griechenland beging, wurde 1942 auch ein Zwangskredit von 476 Millionen Reichsmark erhoben, der nie zurückgezahlt wurde..

  • Die jetzt empörten Politiker, die häufig Milliarden € großzügig innerhalb und außerhalb Deutschlands mit vollen Händen ausgeben, sollten einmal etwas länger überlegen, bevor sie die griechischen Argumente vom Tisch wischen:

  • @Holger Cole: Gestern hießen Sie noch Kleinschmidt. Sind wohl ein kleines Chamäleon :-(

  • Deutschland und sogar Schäuble hat einem zwangsweisen Schuldenschnitt der Griechen 2012 auch für die deutschen Kleinanleger zugestimmt, die Anleihebedingungen wurden kurz vor Fälligkeit einseitig von den Griechen verändert. Pacta sunt servanda ??? darüber hat Schäuble nur gelächelt und Angela Merkel, die noch ein paar Tage vorher gesagt hat, dass es nur einen freiwilligen Schuldenschnitt gibt, niemals einen erzwungenen, weil die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind, war plötzlich mit dem Zwang einverstanden. Warum nicht ein 2. Mal, wo doch das erste Mal mit Hilfe der deutschen Regierung so gut geklappt hat??Klagen wurden vor dem griechischen Gericht abgewiesen mit dem Hinweis der notwendigen Eurorettung und der Rettung Griechenlands. Das läßt sich doch wunderbar wiederholen!!! Warum nicht wiederholen, was einmal so wunderbar geklappt hat??

  • Abgesehen davon, dass Deutschland und letztendlich auch alle Deutschen von Griechenland in der letzten Zeit derart beleidigt und verunglimpft werden sollte endlich jeder erkennen, dass die Griechen sich nicht ändern wollen und weiter im ClubMed leben wollen und welcher von anderen EU Steuerzahlern bezahlt werden soll.
    Lasst die endlich final pleite gehen und schmeißt sie aus dem Euro raus - ist sicher billiger als ständig weiter zu finanzieren.

  • Tsipras besteht auf Neuverhandlung mit Gläubigern
    ---------------
    Im Kampf gegen die griechische Schuldenkrise geht der neue linke Regierungschef Alexis Tsipras in die Offensive. Sollte seine Regierung scheitern, dann würde dies Rechtsextreme und europafeindliche Kräfte stärken, warnte er bei einem Besuch in Österreich.

    Vor der Vertrauensabstimmung morgen lehnte Tsipras eine Verlängerung des Rettungsprogramms und der Sparauflagen weiter ab. Griechenland hat rund 320 Milliarden Euro Schulden.
    Das entspricht über 175% des BIP. Diese kann Griechenland niemals zurückzahlen.
    Die kann Griechenland niemals zurückzahlen. Auch Tsipras lehnt eine Rückzahlung ab.

    Deshalb pochte er auch auf einen Schuldenschnitt!

    Jetzt fordert er eine Umschuldung, eine Laufzeitverlängerung und Zinssenkung.
    Die Zinsen sind bis 2020 ausgesetzt! Die Rückzahlungsfristen der "Kredite" laufen bis 2057.
    Jetzt will er neue Anleihen mit unbegrenzter Laufzeit herausgeben und oder Anleihen, deren Rückzahlung vom "wirtschaftlichen Erfolg Griechenlands" abhängig sind.

    Der Euro ist zu stark für Griechenland, sie sollten ihn verlassen.
    Das aber wollen sie nicht; sie wollen sich auch weiterhin von der EU alimentieren lassen.

  • Herr Queri, nur mal zur Erinnerung. Griechenland hat nach dem 2. Weltkrieg bis 2008 , 40 x mehr Geld als Starthilfe bekommen als Deutschland bekommen hat. Trotz dieser enormen Summe , bei der im Verhältnis zu Deutschland deutlich geringeren Einwohnerzahl. Was wurde mit dem Geld gemacht ? Wie mann sieht nicht viel um das Land auf gesunde Füße zu stellen . Das die Duma wie Sie schreiben , sich ebenfalls mit solchen Forderungen beschäftigt ist ein Witz. Haben die Russen vergessen , wer ihnen im 2. Weltkrieg mit Waffenlieferungen unter großen Opfern, gegen Deutschland geholfen hat. Wenn die USA hier auf Zahlungen bestehen würden, wäre Rußland in kurzer Zeit Pleite.

  • Die Bundesregierung ist gehalten, mit den Steuergeldern der Bürger sorgsam umzugehen.
    Das hat sie nicht gemacht, als sie die Milliardenpakete (wohlwissend, daß es Geschenke sein werden) nach Griechenland geschickt hat. Das war Zockerei und Fahrlässigkeit ohne Not und zeigte die ganze Verachtung den deutschen Steuerzahlen gegenüber. Solche Risiken geht man als Regierungschef nicht ein,
    schließlich wurde ein Eid geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.
    Die Bürger wussten, daß das Geld nicht zurückbezahlt werden kann, nur die Regierenden nicht. Haha.

  • Es wäre nicht das erste Mal, daß das Merkel erstmal auf Empörung schaltet und dann schon einen Weg findet, den Forderungen nachzukommen - alternativlos natürlich.

  • Verbrechen gegen das entsetzlichste Verbrechen "EINSTEIN" verjähren nicht. BEAMTE des AA, die sich nicht bereicherten, wurden nicht wieder eingestellt.

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