Kritik an Rente mit 63 Wirtschaftsverbände knöpfen sich Nahles' Reform vor

Das Interesse der Deutschen an der Rente mit 63 ist enorm – rund 110.000 Antrage auf vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf laufen bereits. Wirtschaftsverbände fürchten weniger Wachstum – und haben Personalsorgen.
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Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ist die Rente mit 63 auf den Weg gebracht – die kommt bei vielen Arbeitnehmern gut an. Quelle: dpa

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ist die Rente mit 63 auf den Weg gebracht – die kommt bei vielen Arbeitnehmern gut an.

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BerlinDie rege Nutzung der Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren hat den Streit um dieses Gesetz der großen Koalition neu belebt. Wirtschaftsverbände befürchten weniger Wachstum und größere Personalprobleme in den Betrieben. „Fehlende Fachkräfte erweisen sich in den Betrieben oftmals als Wachstums- und Innovationsbremse“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, der „Rheinischen Post“. „Die Rente mit 63 und das frühere Ausscheiden von Leistungsträgern verstärkt diese Problematik.“

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass bereit rund 110 000 Anträge auf vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf bearbeitet und fast ausnahmslos bewilligt wurden.

Schweitzer sagte den „Ruhr Nachrichten“, in den nächsten Jahren sei mit einer weiter steigenden Zahl der Anträge zu rechnen. „Das führt nicht nur zu milliardenschweren Mehrbelastungen in der Rentenversicherung.“

Der Vorsitzender der Jungen Union, Paul Ziemiack, kritisierte in der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag), der Rente mit 63 werde auf Kosten der jungen Generation finanziert. Jetzt zeige sich, dass die Bundesregierung besser auf das Rentenpaket verzichtet hätte. Ziemiack forderte eine Flexi-Rente. „Es ist doch völlig unverständlich, dass jemand, der das Rentenalter erreicht hat und weiter arbeiten will, Arbeitslosenversicherung zahlen muss. Das muss geändert werden.“

  • dpa
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6 Kommentare zu "Kritik an Rente mit 63: Wirtschaftsverbände knöpfen sich Nahles' Reform vor"

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  • Herr Weiland
    das ist ein Irrtum, kam gerade vorgestern auch im TV (HR)
    Und wenn Sie einem Vollakademiker, auch Berufsanfänger nur 30.000 € zahlen, sind Sie oder Ihre Firma noch schelchter als schlecht.

  • Wo haben Sie denn die EUR 68.000 her?

    Das bekommt in meiner Branche vielleicht ein Vollakademiker in Führungsposition mit weit überdurchschnittlicher Qualifikation und 30 Jahren Berufserfahrung.

    EUR 36.000 bekommt bei uns kein vollakademischer Berufsanfänger. Der kann froh sein, wenn er EUR 30.000 bekommt. Und das hat nichts mit vdL oder Merkel zu tun, das war immer schon so.

  • Auch junge Ing. finden keine Jobs.
    Mann will Zuwanderung um die Löhne zu drücken.
    Nicht mehr 68.000 € Gehalt für einen jungen Ing., sondern 36.000 € so wurde es von dr damaligen Arbeitsministerin v.d.Leyen beschlossen.
    Die sozialistische Regierung von Merkel treibt unsr Land Stück für Stück in eine DDR 2.0 und in eine torale Überfremdung.

  • Das betriftt nicht nur Geringqualifizierte. Selbst Ingenieure haben im Metallbereich Probleme, in diesem Alter einen Job zu finden.

  • Da müssen Sie differenzen: Für die Heerscharen der Geringqualifizierten stimme ich Ihnen zu.

    Dessen ungeachtet: Laut öffentlich zugänglichen Umfragen sind ca. 90 % aller Arbeitnehmer unzufrieden mit ihrem Job. Von daher verwundert es nicht, wenn sie jede Chance nutzen, sich ihres zu entledigen.

  • „Die Rente mit 63 und das frühere Ausscheiden von Leistungsträgern verstärkt diese Problematik.“
    Deshalb bekommt man mit 50 kaum noch einen Job!

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