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Kritik nach Meisner-Äußerungen Kardinal Meisner vergleicht Abtreibung mit Hitler-Verbrechen

Meisner habe den NS-Völkermord mit der heutigen Abtreibung gleichgesetzt und damit Millionen Holocaust-Opfer beleidigt, sagte der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel.

HB DÜSSELDORF/KÖLN. Meisner hatte in einer Predigt am Dreikönigstag in Köln den biblischen Kindermord von Betlehem mit den Verbrechen Hitlers und Stalins und dem Schwangerschaftsabbruch verglichen. Meisner bestritt, die Juden verunglimpft zu haben. Der Sprecher des Kölner Erzbistums, Manfred Becker-Huberti, sagte: „Der Kardinal hat das Verbrechen der Abtreibung in Zusammenhang gebracht mit den großen historischen Verbrechen.“ Der Sprecher betonte zugleich: „Er hat nicht die Juden verunglimpft, sondern die Verbrechen von Hitler und Stalin angeprangert.“ Wörtlich habe Meisner im Kölner Dom gesagt: „Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“

Spiegel forderte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: „Meisner muss sich unverzüglich von diesem unzulässigen Vergleich distanzieren.“ Ein Bischof habe eine Vorbildfunktion. Es habe schon Personen des Öffentlichen Lebens gegeben, „die haben auf Grund solcher Äußerungen von ihren Ämtern zurücktreten müssen“. Die nordrhein-westfälische FDP nannte Meisners Worte „eine schlimme Entgleisung“. Generalsekretär Christian Lindner kritisierte, dass die Kirche Trost und Halt spenden sollte, wenn sich Frauen in einer individuellen Notlage dazu entschließen, einen legalen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen.

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