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Künstliche Intelligenz Kommission tagt – Diese Kriterien sind im Umgang mit KI entscheidend

Die KI entwickelt sich schneller als die Gesetze, die sie kontrollieren sollen. Eine Kommission berät darüber, wie das die Arbeitswelt beeinflusst.
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Arbeitnehmer sorgen sich, wegen der künstlichen Intelligenz ihren Job oder Karrierechancen zu verlieren. Quelle: dpa
Ausstellung zu Künstlicher Intelligenz

Arbeitnehmer sorgen sich, wegen der künstlichen Intelligenz ihren Job oder Karrierechancen zu verlieren.

(Foto: dpa)

Berlin Ein Zusammenschluss aus Experten und Mitgliedern des Deutschen Bundestages hat am Montag über den Einfluss künstlicher Intelligenz auf unsere Arbeitswelt diskutiert. Es ist die sechste Sitzung der sogenannten Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potentiale“ im Bundestag.

Knut Löschke ist Teil des Expertenrates. Als Professor an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur hat er sich intensiv mit natürlichen und künstlichen Intelligenzen und dem menschlichen Bewusstsein beschäftigt. Gleich zu Beginn relativiert er die Bedeutsamkeit der künstlichen Intelligenz: Alleine der Begriff lenke die Diskussion in falsche Richtungen.

Die „informationstechnologischen Errungenschaften“ der letzten Jahre seien nur Werkzeuge und Instrumente der Menschen. Wie zum Beispiel ein Musikinstrument: „Eine Geige ist nicht musikalisch“. Aber der Mensch sei es. Wenn wir also über künstliche Intelligenzen und Ethik sprechen, dann geht es um das Handeln des Menschen und darum, was er mit diesem mächtigen Instrument anfängt.

Und auch Alexander Filipovic von der Hochschule für Philosophie in München stellt den Menschen bei seiner Keynote in die inhaltliche Mitte. Er verweist auf die Arbeitsergebnisse der KI-Expertengruppe „AI HLEG“, die eine europäische Strategie für künstliche Intelligenz entwickeln soll: „Die AI HLEG hat einen guten Weg gefunden, ethische Kriterien für den Umgang mit KI aus europäischen Grundwerten zu entwickeln.“ Der Zusammenschluss hat aus Grundrechten, wie zum Beispiel Menschenwürde und Freiheit, ethische Prinzipien entwickelt. Bezogen auf konkrete Fälle hat er diese dann zu Werten geformt.

„Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Arbeitswelt lebenswert bleibt und dass sie unsere Jobs sichert“, sagt Andrea Martin, Chief Technology Officer für IBM in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Vertreterin der Industrie macht sie eines direkt klar: Die KI solle die menschliche Intelligenz ergänzen und damit im Dienste der Menschen stehen.

Grundsätzlich ginge es IBM um Verantwortung und die damit verbundene Überlegung, wofür KI eingesetzt werden solle und wofür nicht. Wichtig in dem Zusammenhang sei auch Transparenz zu schaffen, indem klar wird, wer die KI trainiert hat. Nur so könne Vertrauen in die Empfehlungen einer KI geschaffen werden.

Lothar Schröder spiegelt als Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes indes die andere Seite der Arbeitswelt wider: Er spricht über Sorgen und Ängste von Arbeitnehmern und über eine „zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit“ darüber, nicht mithalten zu können, den Job oder Karrierechancen zu verlieren: „Die Menschen in den Betrieben haben Angst, dass sie Vertreter kriegen, die Arbeit lenken und ihnen Arbeit abnehmen.“

Ihm fehlt derzeit noch eine „gesellschaftliche Vision“ zum Thema KI und Ethik. Den Ängsten der Arbeitnehmer stünde aber auch Hoffnung auf Erleichterung und Ermächtigung gegenüber. Es ginge für Politik und Arbeitgeber jetzt darum, Ängste zu Sorgen und Sorgen zu Gestaltungsmustern umzuwandeln. Und eines sei ohnehin klar: „Eine Entscheidung für oder gegen KI ist vollkommender Blödsinn.“ Stattdessen müssten sich die Verantwortlichen Gedanken darüber machen, wo sie mit KI hinwollten und wo gesellschaftlicher Bedarf zu regulieren sei.

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