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Länderminister Bürger sollen über Organspende bestimmen

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, dass jeder Bürger selbst entscheiden soll, ob er zu einer Organspende bereit ist. Die Menschen sollten mit der Frage konfrontiert werden. Das könnten etwa städtische Ämter übernehmen.
30.06.2011 - 17:45 Uhr Kommentieren

Berlin In einer persönlichen Erklärung soll der Bürger dokumentieren, ob er zur Organspende bereit sei, sie ablehne oder sich nicht erklären wolle, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Stefan Grüttner, nach Beratungen in Frankfurt. Bei einer unterbliebenen Erklärung soll eine Organentnahme nach dem Tod erlaubt sein, sofern die Angehörigen zustimmen.

Mit ihrer einstimmigen Forderung setzten die Länder ein Zeichen, dass sich bei der Organspende rasch etwas tun müsse, sagte Grüttner. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) sagte, die Befragung eines jeden Bürgers könne etwa in den Bürgerämtern bei der Ausgabe von Ausweisdokumenten geschehen. Wichtig sei, dass Menschen früh durch eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende Klarheit schafften. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) begrüßte die Einigung ebenfalls. Es sei gemeinsames Ziel, die Menschen für das Thema stärker zu sensibilisieren und die Zahl der Organspenden zu erhöhen.

Eine Entscheidungslösung gilt auch im Bundestag am ehesten als mehrheitsfähig. Zahlreiche Experten hatten sich gestern bei einer Anhörung für diesen Weg ausgesprochen. Erwogen wird, die Entscheidung des Bürgers für oder gegen eine Organspende auf dem Personalausweis, dem Führerschein oder der Krankenversicherungskarte zu dokumentieren.

Bei einer Widerspruchslösung kann dagegen jeder Organspender werden, der sich zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat. Bei einer erweiterten Widerspruchslösung würden in jedem Fall die Angehörigen gefragt.

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    Zurzeit gilt eine erweiterte Zustimmungslösung. Danach dürfen einem Menschen nur dann Organe entnommen werden, wenn er seine Zustimmung selbst vor seinem Tod in einem Spendeausweis festgehalten hat oder seine Angehörigen einer Organentnahme nach seinem Tod zustimmen.

    Nach Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) warten rund 12.000 schwer erkrankte Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan, allein 8.000 auf eine Niere. Drei von ihnen sterben demnach am Tag, weil es nicht ausreichend Spender gibt.

    • rtr
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