Landtagswahl in Bayern Seehofer sieht Verantwortung für schlechte CSU-Umfragewerte bei Söder

Die CSU dürfte ein Wahldebakel erleben. Während Söder der Bundesregierung die Schuld gibt, macht Seehofer dem Ministerpräsidenten Vorwürfe.
Update: 06.10.2018 - 11:42 Uhr Kommentieren
Der Bundesinnenminister und der bayrische Ministerpräsident schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Quelle: dpa
Seehofer und Söder

Der Bundesinnenminister und der bayrische Ministerpräsident schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

(Foto: dpa)

BerlinEine Woche vor der Landtagswahl in Bayern sieht der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach schlechten Umfragewerten seiner Partei die Verantwortung bei Ministerpräsident Markus Söder. „Ich habe mich in den letzten sechs Monaten weder in die bayerische Politik noch in die Wahlkampfführung eingemischt“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Das ist das persönliche Vorrecht des Ministerpräsidenten Markus Söder. Er ist zuständig für strategische Überlegungen im Wahlkampf.“

Seehofer will es nicht auf sich sitzen lassen, dass die Regierung in Berlin schuld sein soll am drohenden Debakel in München. „In der Migrationsdebatte und bei der Frage der Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze haben wir bis August alles gemeinsam gemacht“, sagte er. „Die Parteiführung, die Landesgruppe, die Landtagsfraktion, alle waren eingebunden. Das geschah nicht gegen, sondern auf Bitten aus Bayern.“

Aktuelle Umfragen sagen der CSU massive Verluste bei der Landtagswahl am 14. Oktober voraus. Im neuen ZDF-„Politbarometer“ (Freitag) kommt die Regierungspartei auf 35 Prozent, im ARD-„Bayerntrend“ (Donnerstag) ist sie auf 33 Prozent abgesackt. Bei der Landtagswahl 2013 hatte die CSU 47,7 Prozent erreicht. Den neuen Umfragen zufolge würde die CSU nicht nur ihre absolute Mehrheit klar verfehlen.

Rechnerisch wäre sogar eine Vierer-Koalition gegen die CSU möglich, auch wenn dies als unwahrscheinlich gilt. Sollte sich diese Prognose bestätigen, könnte das Seehofer den Parteivorsitz und den Posten als Bundesinnenminister kosten. Für solche Überlegungen sehe er keinen Anlass, sagte Seehofer. Als Innenminister könne er große Erfolge vorweisen: „Ich bin rundum zufrieden.“ Er gehe davon aus, dass die CSU bei der Wahl „immer noch gut abschneiden“ könne.

Bayerns Ministerpräsident Söder war zuvor auf Distanz zur Berliner Regierungs-Koalition gegangen. „Das sind alles Zahlen, die unglaublich geprägt werden durch Berliner Politik“, sagte Söder zu „Bild“. Dabei kritisierte er indirekt auch das Verhalten Seehofers im Zusammenhang mit dessen Flüchtlings-Masterplan: „Ich gebe zu: Das waren nicht gerade unsere allergrößten Sternstunden!“ Er warnte davor, dass die Landtagswahl zu einem „Denkzettel für Berlin“ werde.

  • rtr
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