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Landtagswahl In Thüringen zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab

Bis 14 Uhr haben mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Es wird ein spannender Abend erwartet: In Umfragen zeichneten sich kaum mögliche Koalitionen ab.
27.10.2019 Update: 27.10.2019 - 15:13 Uhr Kommentieren
Der  Ministerpräsident von Thüringen und Linken-Spitzenkandidat (M.), Wahlvorstand Karsten Hofmann und Ramelows Ehefrau Germana Alberti vom Hofe bei der Stimmabgabe für die Landtagswahl in Thüringen. Quelle: dpa
Bodo Ramelow gibt seine Stimme ab

Der Ministerpräsident von Thüringen und Linken-Spitzenkandidat (M.), Wahlvorstand Karsten Hofmann und Ramelows Ehefrau Germana Alberti vom Hofe bei der Stimmabgabe für die Landtagswahl in Thüringen.

(Foto: dpa)

Erfurt Bei der Landtagswahl in Thüringen hat sich am Sonntag eine wesentlich höhere Wahlbeteiligung abgezeichnet als 2014. Nach Angaben des Landeswahlleiters hatten bis 14.00 Uhr rund 42,2 Prozent der rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

2014 hatte zu diesem Zeitpunkt die Wahlbeteiligung bei 30 Prozent gelegen. Auch bei der Europawahl im Mai hatten bis 14.00 Uhr erst 36,4 Prozent der Wahlberechtigten gewählt. Die Briefwähler sind dem Landeswahlleiter zufolge in diesen Zahlen nicht enthalten. Nach Umfragen bei den Gemeinden haben fast 14 Prozent der Wahlberechtigten im Vorfeld von der Briefwahl Gebrauch gemacht.

Gerechnet wird mit einem spannenden Wahlabend, weil sich zuvor in Umfragen kaum mögliche Koalitionen abzeichneten. In den vergangenen fünf Jahren regierte Deutschlands erster und bislang einziger linker Ministerpräsident Bodo Ramelow in der Staatskanzlei in Erfurt und führte ein Bündnis von Linke, SPD und Grünen. Diese Koalition hatte im Landtag nur eine Stimme Mehrheit.

Zwar setzte sich die Linke vor der Wahl in den Erhebungen mit 28 Prozent an die Spitze. Doch seine bisherigen Bündnispartner SPD und Grüne lagen jeweils bei unter zehn Prozent. Für eine Neuauflage der rot-rot-grünen Koalition unter Führung Ramelows könnte es knapp werden.

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    Als großer Unsicherheitsfaktor mit Blick auf mögliche Bündnisse gilt die FDP, die in Umfragen zuletzt genau bei der Fünf-Prozent-Hürde lag und derzeit nicht im Landtag vertreten ist. Schafft sie den Sprung, bräuchte ein rot-rot-grünes Bündnis noch mehr Mandate, um zu einer Mehrheit im Parlament zu kommen.

    Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Mike Mohring strebt in Thüringen ein Vierer-Bündnis zusammen mit SPD, Grünen und FDP an. Doch auch eine solche sogenannte Simbabwe-Koalition stand in Umfragen ohne Mehrheit da. Ein Bündnis mit der Linken oder der AfD lehnt Mohring ab.

    Für die AfD werden wie schon bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg starke Zuwächse erwartet. Allerdings will mit der Partei und ihrem Spitzenkandidaten Björn Höcke keine politische Kraft mit Chancen auf den Einzug ins Parlament zusammenarbeiten. Die AfD erreichte in Umfragen zuletzt Werte zwischen 21 und 24 Prozent.

    Die Spitzenkandidaten der großen Parteien gaben am Vormittag ihre Stimmen ab. Zu den ersten Wählern zählten dabei die Grünenpolitiker Anja Siegesmund und Dirk Adams, die jeweils schon kurz nach 9.00 Uhr in Jena und Erfurt an die Urnen traten. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kam mit seiner Frau Germana Alberti vom Hofe gegen 10.30 Uhr zur Stimmabgabe.

    Wenig später ging AfD-Landeschef und Spitzenkandidat Björn Höcke in seinem Wohnort Bornhagen (Eichsfeld) ins Wahllokal. Auch die Spitzenkandidaten von SPD, Wolfgang Tiefensee, und CDU, Mike Mohring, hatten bis Mittag in Erfurt beziehungsweise Apolda ihre Stimmen abgegeben.

    Unter den Wahlberechtigten sind in Thüringen auch 75.000 Erstwähler. 18 Parteien wurden zur Wahl zugelassen. Im Land gibt es insgesamt 44 Wahlkreise. Um die Mandate bewerben sich 399 Listenkandidaten, darunter 113 Frauen.

    Mehr: Linken-Ministerpräsident Ramelow bangt um sein Amt. Thüringen droht ein Patt. Denn schlimmstenfalls reicht es am Ende nicht mal für eine Vier-Parteien-Koalition.

    • dpa
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