Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

AfD bei den Landtagswahlen Wo die Rechtspopulisten abblitzen

Seite 2 von 2:
Die Grünen profitieren am stärksten

Sachsen-Anhalt: Lieber grün

Ähnliche Beobachtungen wie in Baden-Württemberg kann man auch in Sachsen-Anhalt machen. Dort holte die AfD landesweit 24 Prozent und stellt damit bald jeden vierten Landtagsabgeordneten in Magdeburg. Doch in zwei Wahlkreisen blieb sie weit hinter dieser Marke zurück. In Halle III und Magdeburg II holten die Rechtspopulisten zweimal knapp 13 Prozent der Stimmen. Auffällig: Wie auch in Baden-Württemberg erreichten die Grünen in diesen Wahlkreisen übermäßig gute Ergebnisse. Zudem sind sowohl Halle als auch Magdeburg Studentenstädte, die Zahl der Akademiker damit verhältnismäßig hoch.

David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus des Vereins Miteinander erklärte, die Menschen in diesen Teilen der beiden Städte seien der ökologischen Lebensweise besonders zugeneigt und hätten ein hohes Bildungsniveau. Damit seien sie weniger anfällig für die rechtspopulistischen Parolen der AfD. Dieses Milieu sei in Sachsen-Anhalt ansonsten aber sehr dünn gesät.

Rheinland-Pfalz: Keine Chance bei Katholiken

Was in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Studenten und Grünen sind, sind in Rheinland-Pfalz die Katholiken. Denn gerade in den christlich geprägten Gegenden in der Eifel und an der Mosel blieb die Alternative für Deutschland weit unter ihrem Landesdurchschnitt von 12,6 Prozent. Sehr katholisch geprägt ist zum Beispiel der Eifel-Wahlkreis Bitburg-Prüm, dort sitzen gleich mehrere katholische Trägervereine. Ein Klientel, bei dem die AfD nicht gut ankommt: In der Verbandsgemeinde Arzfeld holte sie nur 6,2 Prozent. „Ich vermute, das niedrige AfD-Ergebnis hängt damit zusammen, dass wir hier kein Flüchtlingsproblem haben“, sagt Bürgermeister Andreas Kruppert (CDU). „Hier funktioniert das alles sehr gut, wir haben keine Probleme, und es gibt viele Ehrenamtliche, die sich für Flüchtlinge engagieren.“

Fehlt hingegen die Kirche, kann die AfD punkten. Der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer erklärt, dass „dass Parteien am rechten Rand wie die NPD oder die Republikaner in protestantisch-ländlichen Gebieten stark sind“. Dort fehle die katholische Kirche vor Ort, die die Einwohner in das traditionelle Parteiensystem einbinde. Parteienexperte Jürgen Falter ergänzte: „Die AfD ist dort stark, wo früher auch die NPD stark war. Und das ist nun einmal in der Pfalz.“

In Rheinland-Pfalz zeigt sich zudem das bekannte Muster: Ist das Bildungsniveau hoch, schneidet die AfD schlechter ab. In den Universitätsstädten Mainz und Trier schafften es die Rechtspopulisten nicht, ein zweistelliges Ergebnis einzufahren. Politikwissenschaftler Falter erklärt: „Das universitäre Klima in den Städten macht es der AfD schwer, zu punkten.“ Ganz anders sei das in Ludwigshafen. In der alten Industriestadt konnte die AfD mehr als 20 Prozent der Stimmen ergattern. Die Wählerschaft sei dort vor allen Dingen durch die Arbeitsschicht geprägt und damit laut Falter eben vor allen Dingen eins: „klassisches AfD-Klientel.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • nwi
  • dpa
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: AfD bei den Landtagswahlen - Wo die Rechtspopulisten abblitzen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%