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Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

AfD und der Super-Wahlsonntag Welche Rechtspopulisten in die Landtage drängen

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AfD-Vize spricht von „schleichendem Genozid“ an den Deutschen

Fans hat Höcke mit seinen politischen Vorstellungen in allen Landesverbänden. Das betrifft selbst die eigentlich als gemäßigt geltende AfD in Baden-Württemberg, deren Spitzenpersonal des Landesverbandes das einstige Profil der AfD als Professoren- und Akademikerpartei widerspiegelt. Laut der Studie wird der Landesvorstand von „Hochgebildeten und Gutsituierten“ dominiert: Fünf der 14 Mitglieder im Landesvorstand hätten promoviert, zwei zudem  eine  Habilitation vorzuweisen,  fast  alle  ein  abgeschlossenes  Hochschulstudium, heißt es in der Expertise. Und auch unter den Direktkandidaten für die Landtagswahl sei der Anteil der Promovierten „außergewöhnlich hoch“. Aushängeschild des Landesverbandes ist der Spitzenkandidat Jörg Meuthen, der zugleich Co-Sprecher von AfD-Bundeschefin Frauke Petry ist. In der Partei gilt Meuthen als Liberaler. Andere orientieren sich dagegen deutlich rechts.

So gelten 15 aussichtsreiche Landtagskandidaten als Unterstützer der „Erfurter Resolution“. In dem im Frühjahr 2015 veröffentlichten Strategiepapier von Björn Höcke und André Poggenburg wurde die AfD als patriotische „Widerstandsbewegung“ gegen  die Aushöhlung der deutschen Identität durch „Gesellschaftsexperimente“ positioniert. Mit der „Erfurter Resolution“ leiteten Höcke und Poggenburg einen Rechtsruck ihrer Partei ein, in dessen Folge es im Sommer 2015 zur Spaltung der AfD durch den Austritt neoliberaler und gemäßigter Kräfte und zur Gründung der Partei „Alfa“ durch den ehemaligen AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke kam.

Der Stuttgarter Stadtrat und Landtagskandidat Heinrich Fiechtner gilt als rechter Lautsprecher der Südwest-AfD und ist für seine verbalen Ausfälle ebenso bekannt wie für seinen Kampf gegen eine Stuttgarter Abtreibungsklinik und für sein Engagement für den Pegida-Ableger in der Landeshauptstadt. Weitere Höcke-Unterstützer finden sich im Landesvorstand. Die Göttinger Wissenschaftler sprechen in ihrer Studie von mindestens sechs der 14 Vorstandsmitglieder, die hinter Höckes „Erfurter Resolution“ stehen. Dazu zählt Joachim Kuhs, der auch  in  den Vorständen  der  Patriotischen  Plattform  und  der  Bundesvereinigung  „Christen in der AfD“ aktiv ist.

Als Hardlinerin haben die Experten auch die stellvertretende Landessprecherin Christina Baum ausgemacht, die für „schrille Töne und  rabiate Positionen“ sei. So habe sie in ihrer Bewerbungsrede um den Posten der Landessprecherin im Januar 2015 vor einer  „immer  stärkeren  Zurückdrängung  des  deutschen  Bevölkerungsanteils“  und  einem  „schleichenden Genozid“ an den Deutschen gewarnt. Als eine der Ersten ihres Landesverbandes  habe sie im Frühjahr 2015 die „Erfurter Resolution“ unterzeichnet und mit ihrem Kreisverband entgegen der offiziellen Linie des Landeschefs Meuthen den Thüringer AfD-Chef Höcke zu einem Wahlkampfauftritt eingeladen.

Kandidatin warnte „vor einer  Infektionsgefahr  durch  Flüchtlinge“
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